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	Kommentare zu: Geteiltes Leben: die Suche nach der Identität zwischen DDR und BRD	</title>
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	<description>Trauma verstehen, Muster verändern, Beziehungen heilen</description>
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		<title>
		Von: Volker Wudke		</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45319</link>

		<dc:creator><![CDATA[Volker Wudke]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Sep 2024 19:08:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Sylvia, ich freue mich über deinen interessanten Blogaufruf und auch über die Entscheidung, die Einreiche-Frist zu verlängern.
Als ich das Thema gelesen hatte war ich etwas verunsichert wegen des Titels &quot;Geteiltes Leben&quot;. Kann man ein Leben teilen? Es ist mir natürlich klar, dass das metaphorisch zu sehen ist, aber Berichte, Erzählungen oder gar Erklärungen über das Leben in der DDR  und die folgenden Jahre der Wiedervereinigung, sind oft verklärt, oft intellektuell überzogen oder dienen nicht selten nur dem Broterwerb.
Allerdings fand ich die Berichte im Blog gut und wollte so schnell wie möglich auch was dazu schreiben, dabei merkte auch ich, dass das gar nicht so einfach geht. Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht und war über mich selbst erstaunt, wie viele Gedanken dazu in meinem Kopf erst mal ein Wimmelbild erzeugten. Gut war auch dein Buchtipp
&quot;Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat&quot;. Sehr zu empfehlen und exzellent recherchiert.

Einleitend muss ich erst mal schreiben, dass ich sehr froh bin, dass die DDR nicht mehr existiert. Ein Land, in dem leere Bier- und Colabüchsen aus Westdeutschland in gefühlt jedem zweiten Haushalt als Deko auf den Küchenschränken stehen, ist per se dazu verurteilt unterzugehen. So viel Kleinbürgerlichkeit verkraftet kein Land. Damals konnte ich das zwar nicht so in Worte fassen aber verwundert hat es mich.
Genauso war ich mit Beginn meiner Ausbildung (1979, Stahlbauschlosser im Kirow Werk) verwundert (in der Schule klang über die Arbeiterklasse alles so heroisch, homogen und siegesgewiss) über das Gemecker meiner Kollegen über den Staat oder über die Partei oder über die Versorgungslage oder darüber, dass einer einen Farbfernseher hatte und einer eben nicht. 
Anderseits wurde während der Arbeitszeit beschummelt (ein Meister im Kirow Werk erfand den 25 Stundentag ) es wurde sich gelangweilt, es wurde geklaut, es wurde Pfusch produziert, es wurde während der Arbeitszeit gesoffen und bei Familientreffen, Kegelabenden oder Geburtstagen damit geprahlt.
Es wurde aber auch normal gearbeitet und gelebt. Westdeutschland war für einen Großteil der Bevölkerung das gelobte Land und die Gegebenheiten wurden von vielen so hingenommen. So empfand ich das damals jedenfalls und war ja selber in der DDR eingerichtet. Mit 25 Jahren verheiratet, eine Tochter, eine halbwegs vernünftige Wohnung und mit dem Trabi im Sommer an die Ostsee. 
Trabi, Wohnung und Ostseeurlaub haben aber nur funktioniert, weil ich neben meiner Arbeit mir selber beigebracht hatte, Autos zu reparieren, also nicht nur zu reparieren, sondern sehr kaputte Trabis wieder aufzubauen kpl. mit Lackierung, Motortausch und regenerierter Karosse.
Ich war fähig, in einer Nacht das Geweih, das wichtigste Teil der Karosse eines Trabis, zu tauschen. Brachte mir viel Bewunderung und viele Ostmark.
Ich wollte nicht abhängig sein von Autoschlossern, Kellnern, Handwerksmeistern oder Gemüseverkäufern. 
Habe aber eigentlich nur die Abhängigkeit anderer ausgenutzt, damit es meiner Familie und mir materiell gut geht, was wiederum nur in dem System DDR mit seiner verkorksten Plan- und Mangelwirtschaft funktionierte und auch schon eine Zweiklassen-Gesellschaft befeuerte.
Es war alles ziemlich illegal und eine gewisse kriminelle Energie war auch nötig, schließlich war es Schwarzarbeit in Reinkultur.
Die Erkenntnis, wenn du ein vernünftiges Leben haben möchtest, musst du dich selber kümmern, ist daher eine der wichtigsten Prägungen, die ich aus der DDR mitgenommen habe.
Dann kamen die Montagsdemos im Herbst 89, es war eine fantastische Zeit. In einer großen Menschenmenge Gleichgesinnter um den Ring zu laufen und für Veränderungen zu demonstrieren, gab mir das Gefühl von ein wenig Unsterblichkeit. Alles war aufregend, die Nachrichten wurden aufgesaugt wie der erste Liebesbrief alles wurde diskutiert, teils blauäugig teils fachmännisch. Plakate wurden aus Bettlaken hergestellt (&quot;SED aus den Betrieben&quot; war mein Spruch) und das Gefühl, Geschichte zu schreiben, legte sich wie ein kostbares Gewand um die Seele. Leider trottelte das Gewand schnell wieder auf.
Die Gleichgesinnten drifteten nach kurzer Zeit auseinander (nach der Grenzöffnung sehr rasant) die einen wollten Wiedervereinigung, die anderen wollten nur ein Auto, einige wollten Umweltverbesserungen und wieder andere wollten eine eigenständige, reformierte DDR, es gab so viele unterschiedliche Ansichten wie Sprüche in einem Abreißkalender.
Diese Zeit von Herbst 89 bis Februar 90 hat mich insoweit geprägt, dass ich erkannte, wie schnell sich etwas verändern kann, wie schnell Lebensentwürfe zerschellen können, wie schnell Freunde sich abwenden, wie ängstlich und fragil eine Gesellschaft sein kann. Geprägt hat mich aber auch die Erkenntnis, was alles möglich ist, dass das direkte Umfeld, also Lebenspartner, Kinder und Familie, der wichtigste Anker ist, dass man sein Leben komplett selber gestalten kann und sogar muss, dass Freiheit keine Phrase ist, sondern sehr viele Möglichkeiten eröffnet.
Ab der Grenzöffnung war für mich klar, dass mit oben genannten Fähigkeiten kein Blumentopf mehr zu gewinnen war. Daher erst mal nach Westdeutschland, wie machen die das, wie leben die dort, wie wird gearbeitet. Ist es wirklich das gelobte Land. 
Dort wieder die gleiche Verwunderung: In der Firma, in der ich als Schlosser anfing (ein großer Werbetechnikbetrieb), wurde genau so gemeckert, diesmal auf die Chefs, auf die Preise, auf die Regierung, auf die Jugos und Türken - auf die &quot;Ossis&quot; noch nicht.
Es wurde aber nicht gesoffen, (jedenfalls wurde nicht damit geprahlt), kein Pfusch verließ die Firma und gelangweilt wurde sich auch nicht, eher im Gegenteil. Die Arbeit war gut durchorganisiert und ich verdiente relativ viel Westgeld.
Es war eine schwierige Zeit für mich, einerseits verdiente ich Westgeld, anderseits war die Familie in Leipzig, ich pendelte, wie so viele und fühlte mich nicht wohl.
Daher, gut bezahlte Stelle gekündigt, kurze Zeit für weniger Geld (allerdings auch Westgeld) in einem Handwerksbetrieb in der Nähe von Leipzig als Werkstatt-Leiter an den Start gegangen (der Westdeutsche Chef empfand meine Arbeitszeit von einem dreiviertel Jahr bei einer Konkurrenz-Firma als ausreichende Qualifizierung). Dort hätte ich sicherlich Karriere machen können und materiell wäre es meiner Familie und mir auch gut gegangen. Es war aber nicht mein Ding, ich war abhängig (letztendlich ist man immer von irgendwas abhängig) vom Chef, von seiner Art eine Firma zu leiten, von seinen Ansichten. Dabei hat mich nicht das sogenannte kapitalistische System gestört, ich mache mich krumm und mein Chef trinkt Champagner, was sowieso so nicht stimmt, sondern die Grenzen, die mir auferlegt wurden. 
Also machte ich mich im Oktober 1991 selbstständig und gründete eine Werbetechnik-Firma. Was in Westdeutschland gang und gäbe ist sollte doch auch in Leipzig möglich sein, ohne Illegalität und mit sehr viel Elan und mit der DDR-Erfahrung, Kümmere Dich selber.
Die Anfangszeit war extrem unsicher, was ist Mehrwertsteuer? Was bedeutet Prolongation? Was ist ein Carnet ATA? Diese Fragen tauchten auf. Wie bekomme ich Aufträge. Wie wird bezahlt. Was muss alles auf der Rechnung stehen.
Die Erfahrungen, die ich im Kirow-Werk und bei den zwei Firmen als Angestellter gemacht hatte, halfen mir sehr, Arbeit ist Arbeit und Verwaltung ist Verwaltung, das ist überall auf der Welt so. 
Enorme Unterstützung kam von der Familie, ein Wohnzimmer mit Telefonanschluss wurde kurzfristig abgegeben, bei Montageaufträgen wurde gegen einen kleinen Obolus mitgeholfen, Aufträge wurden über Verwandte und Bekannte vermittelt. Ich hatte tatsächlich die Freiheit, selbstständig zu arbeiten, mein Leben selbst zu bestimmen, das war eine tiefgreifende Erfahrung
Es war und ist kein Zuckerschlecken und gewisse kriminelle Energie braucht man auch, aber die Chance, die sich geboten hat, wurde genutzt, das ist, bei allen Vor- und Nachteilen der jetzigen Gesellschaft, nicht hoch genug zu bewerten.

Abschließendes Fazit zum Blog-Thema:
Das Leben verläuft eigentlich linear, wobei es zum Beispiel bei einer Hochzeit ein davor und ein danach gibt. Also auch eine Teilung. Genauso war es im Herbst 89, es gab ein davor in der DDR und ein danach in der BRD - das teilt das Leben ebenfalls. Die Identität ändert sich aber nicht, wenn ich gefragt werde, wo ich herkomme, sage ich mit stolzer Stimme, aus Leipzig der schönsten Stadt der Welt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Sylvia, ich freue mich über deinen interessanten Blogaufruf und auch über die Entscheidung, die Einreiche-Frist zu verlängern.<br />
Als ich das Thema gelesen hatte war ich etwas verunsichert wegen des Titels &#8220;Geteiltes Leben&#8221;. Kann man ein Leben teilen? Es ist mir natürlich klar, dass das metaphorisch zu sehen ist, aber Berichte, Erzählungen oder gar Erklärungen über das Leben in der DDR  und die folgenden Jahre der Wiedervereinigung, sind oft verklärt, oft intellektuell überzogen oder dienen nicht selten nur dem Broterwerb.<br />
Allerdings fand ich die Berichte im Blog gut und wollte so schnell wie möglich auch was dazu schreiben, dabei merkte auch ich, dass das gar nicht so einfach geht. Ich habe in den letzten Tagen viel darüber nachgedacht und war über mich selbst erstaunt, wie viele Gedanken dazu in meinem Kopf erst mal ein Wimmelbild erzeugten. Gut war auch dein Buchtipp<br />
&#8220;Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat&#8221;. Sehr zu empfehlen und exzellent recherchiert.</p>
<p>Einleitend muss ich erst mal schreiben, dass ich sehr froh bin, dass die DDR nicht mehr existiert. Ein Land, in dem leere Bier- und Colabüchsen aus Westdeutschland in gefühlt jedem zweiten Haushalt als Deko auf den Küchenschränken stehen, ist per se dazu verurteilt unterzugehen. So viel Kleinbürgerlichkeit verkraftet kein Land. Damals konnte ich das zwar nicht so in Worte fassen aber verwundert hat es mich.<br />
Genauso war ich mit Beginn meiner Ausbildung (1979, Stahlbauschlosser im Kirow Werk) verwundert (in der Schule klang über die Arbeiterklasse alles so heroisch, homogen und siegesgewiss) über das Gemecker meiner Kollegen über den Staat oder über die Partei oder über die Versorgungslage oder darüber, dass einer einen Farbfernseher hatte und einer eben nicht.<br />
Anderseits wurde während der Arbeitszeit beschummelt (ein Meister im Kirow Werk erfand den 25 Stundentag ) es wurde sich gelangweilt, es wurde geklaut, es wurde Pfusch produziert, es wurde während der Arbeitszeit gesoffen und bei Familientreffen, Kegelabenden oder Geburtstagen damit geprahlt.<br />
Es wurde aber auch normal gearbeitet und gelebt. Westdeutschland war für einen Großteil der Bevölkerung das gelobte Land und die Gegebenheiten wurden von vielen so hingenommen. So empfand ich das damals jedenfalls und war ja selber in der DDR eingerichtet. Mit 25 Jahren verheiratet, eine Tochter, eine halbwegs vernünftige Wohnung und mit dem Trabi im Sommer an die Ostsee.<br />
Trabi, Wohnung und Ostseeurlaub haben aber nur funktioniert, weil ich neben meiner Arbeit mir selber beigebracht hatte, Autos zu reparieren, also nicht nur zu reparieren, sondern sehr kaputte Trabis wieder aufzubauen kpl. mit Lackierung, Motortausch und regenerierter Karosse.<br />
Ich war fähig, in einer Nacht das Geweih, das wichtigste Teil der Karosse eines Trabis, zu tauschen. Brachte mir viel Bewunderung und viele Ostmark.<br />
Ich wollte nicht abhängig sein von Autoschlossern, Kellnern, Handwerksmeistern oder Gemüseverkäufern.<br />
Habe aber eigentlich nur die Abhängigkeit anderer ausgenutzt, damit es meiner Familie und mir materiell gut geht, was wiederum nur in dem System DDR mit seiner verkorksten Plan- und Mangelwirtschaft funktionierte und auch schon eine Zweiklassen-Gesellschaft befeuerte.<br />
Es war alles ziemlich illegal und eine gewisse kriminelle Energie war auch nötig, schließlich war es Schwarzarbeit in Reinkultur.<br />
Die Erkenntnis, wenn du ein vernünftiges Leben haben möchtest, musst du dich selber kümmern, ist daher eine der wichtigsten Prägungen, die ich aus der DDR mitgenommen habe.<br />
Dann kamen die Montagsdemos im Herbst 89, es war eine fantastische Zeit. In einer großen Menschenmenge Gleichgesinnter um den Ring zu laufen und für Veränderungen zu demonstrieren, gab mir das Gefühl von ein wenig Unsterblichkeit. Alles war aufregend, die Nachrichten wurden aufgesaugt wie der erste Liebesbrief alles wurde diskutiert, teils blauäugig teils fachmännisch. Plakate wurden aus Bettlaken hergestellt (&#8220;SED aus den Betrieben&#8221; war mein Spruch) und das Gefühl, Geschichte zu schreiben, legte sich wie ein kostbares Gewand um die Seele. Leider trottelte das Gewand schnell wieder auf.<br />
Die Gleichgesinnten drifteten nach kurzer Zeit auseinander (nach der Grenzöffnung sehr rasant) die einen wollten Wiedervereinigung, die anderen wollten nur ein Auto, einige wollten Umweltverbesserungen und wieder andere wollten eine eigenständige, reformierte DDR, es gab so viele unterschiedliche Ansichten wie Sprüche in einem Abreißkalender.<br />
Diese Zeit von Herbst 89 bis Februar 90 hat mich insoweit geprägt, dass ich erkannte, wie schnell sich etwas verändern kann, wie schnell Lebensentwürfe zerschellen können, wie schnell Freunde sich abwenden, wie ängstlich und fragil eine Gesellschaft sein kann. Geprägt hat mich aber auch die Erkenntnis, was alles möglich ist, dass das direkte Umfeld, also Lebenspartner, Kinder und Familie, der wichtigste Anker ist, dass man sein Leben komplett selber gestalten kann und sogar muss, dass Freiheit keine Phrase ist, sondern sehr viele Möglichkeiten eröffnet.<br />
Ab der Grenzöffnung war für mich klar, dass mit oben genannten Fähigkeiten kein Blumentopf mehr zu gewinnen war. Daher erst mal nach Westdeutschland, wie machen die das, wie leben die dort, wie wird gearbeitet. Ist es wirklich das gelobte Land.<br />
Dort wieder die gleiche Verwunderung: In der Firma, in der ich als Schlosser anfing (ein großer Werbetechnikbetrieb), wurde genau so gemeckert, diesmal auf die Chefs, auf die Preise, auf die Regierung, auf die Jugos und Türken &#8211; auf die &#8220;Ossis&#8221; noch nicht.<br />
Es wurde aber nicht gesoffen, (jedenfalls wurde nicht damit geprahlt), kein Pfusch verließ die Firma und gelangweilt wurde sich auch nicht, eher im Gegenteil. Die Arbeit war gut durchorganisiert und ich verdiente relativ viel Westgeld.<br />
Es war eine schwierige Zeit für mich, einerseits verdiente ich Westgeld, anderseits war die Familie in Leipzig, ich pendelte, wie so viele und fühlte mich nicht wohl.<br />
Daher, gut bezahlte Stelle gekündigt, kurze Zeit für weniger Geld (allerdings auch Westgeld) in einem Handwerksbetrieb in der Nähe von Leipzig als Werkstatt-Leiter an den Start gegangen (der Westdeutsche Chef empfand meine Arbeitszeit von einem dreiviertel Jahr bei einer Konkurrenz-Firma als ausreichende Qualifizierung). Dort hätte ich sicherlich Karriere machen können und materiell wäre es meiner Familie und mir auch gut gegangen. Es war aber nicht mein Ding, ich war abhängig (letztendlich ist man immer von irgendwas abhängig) vom Chef, von seiner Art eine Firma zu leiten, von seinen Ansichten. Dabei hat mich nicht das sogenannte kapitalistische System gestört, ich mache mich krumm und mein Chef trinkt Champagner, was sowieso so nicht stimmt, sondern die Grenzen, die mir auferlegt wurden.<br />
Also machte ich mich im Oktober 1991 selbstständig und gründete eine Werbetechnik-Firma. Was in Westdeutschland gang und gäbe ist sollte doch auch in Leipzig möglich sein, ohne Illegalität und mit sehr viel Elan und mit der DDR-Erfahrung, Kümmere Dich selber.<br />
Die Anfangszeit war extrem unsicher, was ist Mehrwertsteuer? Was bedeutet Prolongation? Was ist ein Carnet ATA? Diese Fragen tauchten auf. Wie bekomme ich Aufträge. Wie wird bezahlt. Was muss alles auf der Rechnung stehen.<br />
Die Erfahrungen, die ich im Kirow-Werk und bei den zwei Firmen als Angestellter gemacht hatte, halfen mir sehr, Arbeit ist Arbeit und Verwaltung ist Verwaltung, das ist überall auf der Welt so.<br />
Enorme Unterstützung kam von der Familie, ein Wohnzimmer mit Telefonanschluss wurde kurzfristig abgegeben, bei Montageaufträgen wurde gegen einen kleinen Obolus mitgeholfen, Aufträge wurden über Verwandte und Bekannte vermittelt. Ich hatte tatsächlich die Freiheit, selbstständig zu arbeiten, mein Leben selbst zu bestimmen, das war eine tiefgreifende Erfahrung<br />
Es war und ist kein Zuckerschlecken und gewisse kriminelle Energie braucht man auch, aber die Chance, die sich geboten hat, wurde genutzt, das ist, bei allen Vor- und Nachteilen der jetzigen Gesellschaft, nicht hoch genug zu bewerten.</p>
<p>Abschließendes Fazit zum Blog-Thema:<br />
Das Leben verläuft eigentlich linear, wobei es zum Beispiel bei einer Hochzeit ein davor und ein danach gibt. Also auch eine Teilung. Genauso war es im Herbst 89, es gab ein davor in der DDR und ein danach in der BRD &#8211; das teilt das Leben ebenfalls. Die Identität ändert sich aber nicht, wenn ich gefragt werde, wo ich herkomme, sage ich mit stolzer Stimme, aus Leipzig der schönsten Stadt der Welt.</p>
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		Von: Sylvia Tornau		</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45228</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Aug 2024 14:17:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45226&quot;&gt;Birgit Buchmayer&lt;/a&gt;.

Danke fürs Lesen und kommentieren, liebe Birgit.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45226">Birgit Buchmayer</a>.</p>
<p>Danke fürs Lesen und kommentieren, liebe Birgit.</p>
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		<title>
		Von: Birgit Buchmayer		</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birgit Buchmayer]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Aug 2024 20:59:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Liebe Sylvia, 
ich bin ja ein Wessie und habe keinerlei Verbindung zur ehemaligen DDR gehabt. Klar habe ich mich über die Wende damals gefreut und dass wir nun wieder ein Land sind. Was das letztendlich für die Menschen bedeutet habe ich ehrlicherweise nie hinterfragt. 
Deshalb habe deinen Artikel mit großem Interesse gelesen. Durch deine Geschichte kann ich jede Menge lernen. Vielen Dank und liebe Grüße, Birgit]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Sylvia,<br />
ich bin ja ein Wessie und habe keinerlei Verbindung zur ehemaligen DDR gehabt. Klar habe ich mich über die Wende damals gefreut und dass wir nun wieder ein Land sind. Was das letztendlich für die Menschen bedeutet habe ich ehrlicherweise nie hinterfragt.<br />
Deshalb habe deinen Artikel mit großem Interesse gelesen. Durch deine Geschichte kann ich jede Menge lernen. Vielen Dank und liebe Grüße, Birgit</p>
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			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sylvia Tornau		</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45225</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 21:56:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45221&quot;&gt;Ingrid Dankwart&lt;/a&gt;.

Oh Oh, liebe Ingrid. Da machst du ja ein Thema auf. Identität. Zum Glück ist es bis zur nächsten Blogparade ja noch ein Stück hin ?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45221">Ingrid Dankwart</a>.</p>
<p>Oh Oh, liebe Ingrid. Da machst du ja ein Thema auf. Identität. Zum Glück ist es bis zur nächsten Blogparade ja noch ein Stück hin ?</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Sylvia Tornau		</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45222</link>

		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 21:29:37 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Als Antwort auf &lt;a href=&quot;https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45218&quot;&gt;Karina Schuh&lt;/a&gt;.

Liebe Karina, Danke fürs Teilhabenlassen an deiner Geschichte!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Antwort auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45218">Karina Schuh</a>.</p>
<p>Liebe Karina, Danke fürs Teilhabenlassen an deiner Geschichte!</p>
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			</item>
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		<title>
		Von: Ingrid Dankwart		</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45221</link>

		<dc:creator><![CDATA[Ingrid Dankwart]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 31 Jul 2024 14:32:17 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Wow, mit dem Beitrag hast du mich voll abgeholt als ehemaliges Ostkind. Ich kann vieles unterschreiben. Mir geht es wie dir, das Gefühl für Ungerechtigkeit und Nicht-Authentisch-Sein ist sehr ausgeprägt. Das verstehen einige nicht.

Danke für diesen wertvollen Beitrag und ich denke, er ruft nach einer Blogparade zum Thema Identität. ;-)

Viele liebe Grüße Ingrid]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wow, mit dem Beitrag hast du mich voll abgeholt als ehemaliges Ostkind. Ich kann vieles unterschreiben. Mir geht es wie dir, das Gefühl für Ungerechtigkeit und Nicht-Authentisch-Sein ist sehr ausgeprägt. Das verstehen einige nicht.</p>
<p>Danke für diesen wertvollen Beitrag und ich denke, er ruft nach einer Blogparade zum Thema Identität. 😉</p>
<p>Viele liebe Grüße Ingrid</p>
]]></content:encoded>
		
			</item>
		<item>
		<title>
		Von: Karina Schuh		</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/geteiltes-leben-die-suche-nach-der-identitaet-zwischen-ddr-und-brd/#comment-45218</link>

		<dc:creator><![CDATA[Karina Schuh]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Jul 2024 19:06:38 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">https://www.sylvia-tornau.de/?p=10103#comment-45218</guid>

					<description><![CDATA[Danke liebe Sylvia für diese Inspiration, über unsere Vergangenheit in der DDR nachzudenken und dies festzuhalten. 
Gerade dieses Wochenende habe ich meine Familie besucht und auch diesen Artikel dazu geschrieben.
https://karinaschuhphotography.com/wie-die-ddr-meine-jugend-praegte-und-die-wende-mir-freiheit-schenkte/]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Danke liebe Sylvia für diese Inspiration, über unsere Vergangenheit in der DDR nachzudenken und dies festzuhalten.<br />
Gerade dieses Wochenende habe ich meine Familie besucht und auch diesen Artikel dazu geschrieben.<br />
<a href="https://karinaschuhphotography.com/wie-die-ddr-meine-jugend-praegte-und-die-wende-mir-freiheit-schenkte/" rel="nofollow ugc">https://karinaschuhphotography.com/wie-die-ddr-meine-jugend-praegte-und-die-wende-mir-freiheit-schenkte/</a></p>
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