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	<title>Lesetipps und Rezensionen Archive - Sylvia Tornau</title>
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	<description>Trauma verstehen, Muster verändern, Beziehungen heilen</description>
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	<title>Lesetipps und Rezensionen Archive - Sylvia Tornau</title>
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		<title>Laudatio für Ulrike Bail</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Jul 2021 23:25:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Autorin des Jahres 2020]]></category>
		<category><![CDATA[Autorinnenvereinigung]]></category>
		<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrike Bail]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Laudatio für Ulrike Bail – Autorin des Jahres 2020 der Autorinnenvereinigung e.V., dem internationalen Netzwerk deutschsprachiger Schriftstellerinnen Liebe Ulrike, Liebe Gäste, Liebe Autorinnen, Ulrike Bail wurde von der Autorinnenvereinigung e.V., dem internationalen Netzwerk deutschsprachiger Schriftstellerinnen, zur Autorin des Jahres 2020 gewählt. International meint unter anderem, wenn etwas, jemand über die Staatsgrenzen hinausgeht. Diesen Weg  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/laudatio-fuer-ulrike-bail/">Laudatio für Ulrike Bail</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-1"><h2>Laudatio für Ulrike Bail – <span style="color: #33cccc;"><a style="color: #33cccc;" href="https://autorinnenvereinigung.eu/autorin-des-jahres/">Autorin des Jahres 2020</a></span> der Autorinnenvereinigung e.V., dem internationalen Netzwerk deutschsprachiger Schriftstellerinnen</h2>
<p>Liebe Ulrike, Liebe Gäste, Liebe Autorinnen,</p>
<p>Ulrike Bail wurde von der Autorinnenvereinigung e.V., dem internationalen Netzwerk deutschsprachiger Schriftstellerinnen, zur Autorin des Jahres 2020 gewählt. International meint unter anderem, wenn etwas, jemand über die Staatsgrenzen hinausgeht. Diesen Weg ist Ulrike Bail gegangen. Geboren in Metzingen (Deutschland), lebt und schreibt sie seit 2005 in Luxemburg. Nach dem Studium der Germanistik und Evangelischen Theologie, nach Promotion und Habilitation und langjähriger Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten arbeitet sie heute als freiberufliche Schriftstellerin. Geschrieben hat die Autorin seit ihrer Jugend, doch die Jury der Autorinnenvereinigung überzeugte Ulrike Bail mit der Vielfalt ihrer lyrischen Sprachgewebe, immer verankert im Konkreten und doch symbolhaft. Kurze Momentaufnahmen, fast skizzenhaft hingeworfen, immer verdichtet. Immer einladend zum Innehalten, Verweilen, Nach-Denken und –Fühlen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Ulrike Bail und die Feinheit der Wahrnehmung</h3>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">falten<br />
schreibs dem papier<br />
auf die gefaltete haut<br />
bis in den ritzungen<br />
die tinte weint schwarz<br />
sich anschwemmt dort<br />
<em>Ulrike Bail: Sterbezettel, edition offenes feld, 2016, S.66</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: left;">Das Gedicht falten hängt seit 2016 als Schreibmotiviation an meiner Pinwand über dem Schreibtisch. Es ermutigt mich, wann immer ich am Sinn meines Schreibens zweifle, mit mir hadere. schreibs dem Papier / auf die gefaltete Haut. Was für eine Sinnlichkeit, die einlädt zum Tasten, <img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2426 alignleft" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-225x300.jpg" alt="" width="225" height="300" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-200x267.jpg 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-225x300.jpg 225w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-400x533.jpg 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-600x800.jpg 600w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-768x1024.jpg 768w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-800x1067.jpg 800w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-1152x1536.jpg 1152w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-1200x1600.jpg 1200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-1536x2048.jpg 1536w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0107044376550270524445976-scaled.jpg 1920w" sizes="(max-width: 225px) 100vw, 225px" />Betasten. Ich lausche ehrfurchtsvoll dem Wispern des Papiers. Nie fällt es mir auf, wenn ich konzentriert und fokussiert am Schreibtisch sitze. bis in den ritzungen / die Tinte weint schwarz. Diese Feinheit der Wahrnehmung. Die Ritzungen in der gefalteten Haut des Papiers. Sind es Wunden? Was entsteht durch diese Ritzungen? Was schwemmt sich an dort? Ist die Tinte schwarz, oder zeigt sich da ein Hauch von Trauer? Ich habe dem nachgefühlt und bei mir zeigt sich in diesen Anschwemmungen ein Schmerz. So viel Papier, so viel Tinte und am Ende bleibt so viel Angeschwemmtes, nicht Nutzbares. Doch Halt! Angeschwemmtes birgt mitunter kleine Schätze. Man denke nur an den Bernstein im Tang am Meeresufer. Man muss ihn nur lange genug und mit wachsamen Augen suchen. Doch manchmal ist der Tang dann doch nichts anderes als Tang und in der angeschwemmten Tinte finden sich die Buchstaben wieder in einem Wortsalat. Oder, im schlimmsten Fall, als schnöder Tintenklecks. Diese Interpretation beschreibt eher meinen Schreibprozess, doch genauso verstehe ich die Lyrik von Ulrike Bail, als Einladung und Aufforderung an mich als Leserin, die Substanz ihrer Worte mit meinem Sinn, meinen Sinnen zu erfassen. falten entstammt dem Gedichtband Sterbezettel und ist für mich der Inbegriff des Schreibvorgangs. Erst wenn die Tinte auf der gefalteten Haut des Papiers sichtbar wird, sich anschwemmt, habe ich einen Anfang, ein Material mit dem es sich arbeiten lässt, auch wenn am Ende sich das Geschriebene verliert in den zigfachen Versuchen eine bessere Formulierung zu finden.</p>
<h3 style="text-align: center;">Kurz und Klar</h3>
<p style="text-align: left;">Kurz sind die Gedichte von Ulrike Bail. In den vier Gedichtbänden finden sich pro Gedicht manchmal fünf, manchmal 8 Zeilen, selten weniger oder mehr. Was diese Gedichte auszeichnet ist ihre Klarheit. Mitunter wirken sie spröde und splittrig, als wäre der Gegenstand, der Zustand den sie beschreiben verletzt oder brüchig, irgendwie angekratzt und mit Patina überzogen. Und doch ist jeder einzelne dieser Texte auch kraftvoll, energiegeladen und manchmal eben auch ganz zart und von einer Leichtigkeit, die beflügelt.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">mit dem letzten frost wischt theodora<br />
vogelstimmen entschlafen im haar<br />
sich übers gesicht<br />
sie nimmt die fichtendecke vom grab<br />
taucht ins wurzelgeflecht<br />
unter trauerrändern liegt<br />
die erinnerung bloß<br />
<em>Ulrike Bail: wundklee streut aus. 47 gedichte über theodora, Conte Verlag, 2011, S.97</em></p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Vergangenes und Gegenwärtiges</h3>
<p>Ulrike Bails Lyrik ist gegenwärtig und gleichzeitig die Gegenwart übersteigend. In einem Augenblick fassbar und unfassbar zugleich. Die<img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2424" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-200x285.jpg 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-210x300.jpg 210w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-400x570.jpg 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-600x856.jpg 600w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-718x1024.jpg 718w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-768x1095.jpg 768w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-800x1141.jpg 800w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-1077x1536.jpg 1077w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223-1200x1711.jpg 1200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0101503799218157051225223.jpg 1380w" sizes="(max-width: 210px) 100vw, 210px" /> Worte entziehen sich nicht, sind bodenständig und haftbar, immer auf der Seite des Lebens, auch wenn sie sich der Diesseitigkeit mitunter entziehen.<br />
Vergangenes und Gegenwärtiges greift in den Gedichten Ulrike Bails ineinander, überlappt sich, trennt sich, als könne es unabhängig voneinander bestehen. Steht unabhängig nebeneinander und doch ist alles aus einem Stoff gemacht. Beispielhaft hierfür ist das Gedicht Nahtzugabe, aus dem 2020 im Conte Verlag erschienenen Gedichtband wie viele faden tief.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">Nahtzugabe<br />
die grenzen gezeichnet auf dünnem papier<br />
geschlagen am reißbrett mit stich und hieb<br />
ins niemandsland die geflüchteten leben<br />
unsichtbar eingeschlagen zwischen<br />
nahtzugabe und schnitt<br />
<em>Ulrike Bail: wie viele faden tief, Conte Verlag 2020, S. 48</em></p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Wer ist Ulrike Bail?</h3>
<p>In Vorbereitung auf den heutigen Abend habe ich im Internet recherchiert. Doch es gibt nur wenige Selbstauskünfte der Autorin über ihr Leben und Schreiben, ganz so, als wolle sie ihre Gedichte für sich sprechen lassen. Nicht festgemacht an der Autorin, sondern in die Welt geschickt um zu wirken. Ich fand bei meiner Recherche eine Webseite, die <img decoding="async" class="size-medium wp-image-2423 alignleft" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-211x300.jpg" alt="" width="211" height="300" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-200x284.jpg 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-211x300.jpg 211w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-400x568.jpg 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-600x852.jpg 600w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-721x1024.jpg 721w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-768x1090.jpg 768w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-800x1136.jpg 800w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-1082x1536.jpg 1082w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-1200x1703.jpg 1200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697-1443x2048.jpg 1443w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102078190482407133611697.jpg 1521w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" />Verlagsseiten, Rezensionen und die Anzeigen der Buchplattformen. Ab und an eine Information über einen Preis der ihr verliehen wurde. Schon drei Mal war sie Preisträgerin beim Concours littéraire national in Luxemburg, zuletzt 2020 mit dem Manuskript des Lyrikbandes, ‚statt einer Ankunft‘ Dieser erscheint 2021 im Conte Verlag. Wir dürfen also gespannt bleiben. Herzlichen Glückwunsch dazu!</p>
<p>In der sehr sehenswerten Sendung „Wir im Saarland – Kultur“ vom 09.12.2020 &#8211; inhaltlich geht es um den Gedichtband „wie viele faden tief“ und seine Entstehungsgeschichte &#8211; sagt Ulrike Bail „Leben und Schreiben, das geht irgendwie automatisch. Inspiration kann auch Alltag sein, kann ein Blatt sein, kann eine Zwiebel sein. Einmal habe ich übers Kochen geschrieben, über rote Beete, dass man so rote Hände bekommt. Das bedingt sich bei mir.“ Im Podcast der BuchWerkstatt von Regina Lehrkind spricht Ulrike Bail ebenfalls über ihren 2020 erschienenen Gedichtband, aber auch über ihr Warum. Warum schreibt Ulrike Bail? Die Antwort auf diese Frage, geht aus meiner Sicht konform mit dem was ich beim Lesen ihrer Lyrik erfahre. „Das Schreiben von Lyrik ist für mich eine Erkenntnisform. Ich habe es mal so formuliert: Ich habe nichts anderes als meine Gedichte, um die Welt zu verstehen. … Aber ich kann das nur in Metaphern ausdrücken. …Das ist schon analytisch, aber ein poetisch-analytisches Erkennen.“</p>
<h3 style="text-align: center;">Metaphern</h3>
<p>Mit ihren Metaphern, ihren Gedichten, entstanden in selbstorganisierter „unfragmentierter Zeit“ verhilft Ulrike Bail auch uns, ihren Lerser:innen, zu einer tieferen Lebens- und Welterkenntnis. Die erlangen wir, wenn wir uns einen Leseraum voller unfragmentierter Zeit schaffen – ich musste dieses schöne Wort jetzt einfach wiederholen. Die Gedichte Ulrike Bails<img decoding="async" class="alignright size-medium wp-image-2422" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-215x300.jpg" alt="" width="215" height="300" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-200x279.jpg 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-215x300.jpg 215w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-400x559.jpg 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-600x838.jpg 600w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-733x1024.jpg 733w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-768x1073.jpg 768w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-800x1118.jpg 800w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056-1099x1536.jpg 1099w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2021/07/img_20210706_0102254846858812189292056.jpg 1181w" sizes="(max-width: 215px) 100vw, 215px" /> sind nicht sperrig, nicht fremd, doch sie erschließen sich nur, wenn man sich darauf einlässt, sie wirken lässt und immer wieder einmal zur Hand nimmt. Sie sind zu gut komponiert, wie kleine Kunstwerke auf Alltag erbaut, um sie im Fastfood-Modus verschlingen zu können.</p>
<p>Dass die Wahl der Autorinnenvereinigung e.V. auf Dich fiel, liebe Ulrike, freut mich persönlich sehr, denn ich verfolge Deine Arbeiten, seit ich im Februar 2012 Deinen Gedichtband „<span style="color: #33cccc;">wundklee streut aus</span> – 47 gedichte über theodora“ rezensieren durfte.<br />
Damals schrieb ich: Ob Naturbetrachtung oder Kommentare aus dem Innenleben, ihre (Theodoras) Lebensschwingungen sind mal ironisch, mal ausufernd aber immer warm und über die Sprache ins Zentrum des Daseins treffend. Leichtfüßig und manchmal mit unachtsam übergeworfenen Kleidern begegnet uns in diesem Gedichtband das alltägliche Leben. in einer Poesie namens Theodora.<br />
Das für mich Faszinierende an Deinen Gedichten: Du gibt nichts vor, überlässt mich, die Leserin, ganz und gar meinen Projektionen. Ich darf mich identifizieren oder aus der Distanz betrachten. Die Gedichte lassen Raum. Den Raum für das Vibrato der Worte. Den Raum für öffnendes Denken und Fühlen und den Raum für ein Dazwischen, welches immer mitschwingt, sich aber nie aufdrängt.</p>
<p><strong>Herzlichen Glückwunsch liebe Ulrike Bail. Du bist unsere Autorin des Jahres 2020!</strong></p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>&#8222;ZwischenLand&#8220; ein Roman von Kathrin Wildenberger</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jul 2018 18:08:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In ZwischenLand erzählt Kathrin Wildenberger von einer Zeit, in der Träume entstehen und sterben. Hoffnungen ebenso schnell wachsen wie die Ängste vor all dem, was die Zukunft mit sich bringen wird. Sie erzählt von einer Zeit, in der eben noch gefeierte Revolutionäre plötzlich mit leeren Händen dastanden. Sie erzählt von Liebe und Enttäuschung, von Vertrauen  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1693 size-full" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2018/07/img_20180714_2046087143428635006795814-e1693285263804.jpg" alt="" width="475" height="600" /></p>
<p>In <a href="https://www.buecher.de/shop/wende-in-der-ddr-198990/zwischenland/wildenberger-kathrin/products_products/detail/prod_id/50748746/"><span style="color: #ff9900;"><strong>ZwischenLand </strong></span></a>erzählt <a href="http://www.montagsnaechte.de/">Kathrin Wildenberger</a> von einer Zeit, in der Träume entstehen und sterben. Hoffnungen ebenso schnell wachsen wie die Ängste vor all dem, was die Zukunft mit sich bringen wird. Sie erzählt von einer Zeit, in der eben noch gefeierte Revolutionäre plötzlich mit leeren Händen dastanden. Sie erzählt von Liebe und Enttäuschung, von Vertrauen und Verrat. Lässt uns teilhaben am politischen Geschehen einer Zeit, die längst vergangen ist und doch Leben prägte. Auch in dieser Zeit wurden Haare gefärbt, Partys gefeiert. Es wurde im Privaten ebenso gestritten, wie im Politischen. Aus einstigen Mitschülern wurden fast über Nacht Nazis. Schwestern veränderten sich, Freundschaften auch. Die eigene Zukunft war trotz allem Beteiligt-sein ein klein wenig wichtiger als das politische Geschehen.</p>
<p>In ihrem neuen Roman lässt uns die Autorin teilhaben am Leben junger Menschen in einer bewegten Zeit. Der Roman handelt in dem kurzen Zeitfenster von März 1990 bis zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Vereinigung</p>
<h2>Montagsnächte</h2>
<p>ZwischenLand ist der mittlere Teil der Montagsnächte-Trilogie. Die &#8222;<a href="https://www.lovelybooks.de/autor/Kathrin-Wildenberger/Montagsn%C3%A4chte-144002700-w/"><span style="color: #ff9900;">Montagsnächte</span></a>&#8220; (Erstveröffentlichung 2007 im Plöttnerverlag, Neuauflage 2017 im <a href="https://duotincta.de/"><span style="color: #ff9900;">duotincta Verlag</span></a>) nehmen die Leser*innen mit in den Herbst 1989 und lassen sie teilhaben an dem bewegten Aufbruch der DDR Gesellschaft aus der Sicht von Heranwachsenden. (<a href="https://www.sylvia-tornau.de/montagsnachtevon-kathrin-wildenberger/"><span style="color: #ff9900;">Hier</span></a> meine Rezension zu den Montagsnächten von 2009).</p>
<h2>Zwischenland &#8211; Worum es geht</h2>
<p>In ZwischenLand begegnen wir den Protagonistinnen und Akteuren um Ania Hochlinger wieder. Dieser Roman ist ein Entwicklungsroman und er ist doch noch so vieles mehr. Neben Anias Geschichte konzentriert sich die Autorin auf die Geschichten von Suse, Anias Freundin, und Brit, Anias jüngere Schwester. So verwoben die einzelnen Erzählstränge auch miteinander sind, so erzählt doch jeder einzelne Strang die Entwicklungsrichtung seiner Protagonistin. Gemeinsam ist den drei jungen Frauen im Verlauf des Romans der Verlust einer Liebe.</p>
<p>Doch die Schwerpunkte der Erzählstränge sind andere. Geht es bei Ania um die Verarbeitung der Trauer über den Verlust der ersten Liebe, liegt der Schwerpunkt bei Suse auf dem Aspekt der Zukunftsorientierung. Wie will ich leben? Was will ich erreichen? Das sind die zugrunde liegenden Fragen. Mit Brit wiederum erleben wir das Auf und Ab der Pubertät, die Suche nach der eigenen Identität, mit allen Wirrungen und Verirrungen, die eine pubertäre Identitätssuche in sich birgt. In diese drei Entwicklungsgeschichten, die an sich schon Material genug für einen Jugendroman bieten, webt die Autorin geschickt die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen jener Zeit ein.</p>
<h2>Die Zeit ab März 1990</h2>
<p>Der Blick der Jugendlichen auf die Zeit, in der sie leben, ihr Beteiligt-sein, ihr Mittendrin sein, lässt diese Zeit für die Leser*innen lebendig, fühlbar und aus der Distanz verstehbar werden. Zeitgeschichte wird in diesem Roman zum Leben erweckt. Der Roman beginnt mit einer Kundgebung am 14. März 1990 auf dem damals noch Karl-Marx-Platz, heute Augustusplatz, in Leipzig. Bundeskanzler Helmut Kohl warb vor der Oper Leipzig für die Wiedervereinigung.</p>
<p>Spätestens an diesem Tag starb die Hoffnung auf eine andere, freiere DDR. Spätestens an diesem Tag erlebten jene, die mit ihren Montagsdemonstrationen lange vor dem Oktober 1989 den Stein der Veränderung ins Rollen brachten, dass sie eine kleine Minderheit waren. Plötzlich wurden die, die da wirklich viel riskiert hatten, zur Seite gedrängt, herumgeschubst. Die &#8222;Helmut! Helmut!&#8220; Rufer*innen wollten zu diesem Zeitpunkt längst nur noch das eine: den schnellen Anschluss an die Bundesrepublik, an die so geliebte D-Mark und damit freien Zugang zu den Lockungen des Marktes. Ohne Wertung und dennoch sehr eindrücklich wird dies von Kathrin Wildenberger in einer Szene geschildert, in der Ania auf dem Platz sich ihre DDR-Fahne um die Schulter legt, angepöbelt, an den Rand gedrängt und bedroht wird.</p>
<h2>Hausbesetzer in Leipzig</h2>
<p>Ebenfalls sehr lebendig schildert die Autorin die damalige Hausbesetzerszene. Für die wenigsten Hausbesetzer*innen war das Häuser-besetzen damals ein politischer Akt. Für die meisten der jungen Menschen war es eine Notwendigkeit. Im Alter der Protagonistinnen und Akteure des Romans wohnten die meisten jungen Menschen damals entweder zu Hause bei den Eltern, oder sie wohnten, wenn sie zur Ausbildung in einer anderen Stadt waren, in einem Internat. Wohnraum für junge Menschen ohne Kind war nicht vorgesehen. Ein Zusammenleben in einer WG schon gar nicht. Den jungen Menschen, die endlich eigenständig, der Kontrolle durch Erwachsene entzogen, leben wollten, blieb oft gar nichts anderes übrig, als Häuser zu besetzen.</p>
<p>Daraus entwickelt sich eine freie und lustvolle Lebensart, neben all den Unannehmlichkeiten und Gefahren, die es durchaus gab &#8211; schließlich waren die Häuser damals durchaus auch vom Einsturz gefährdet und das unfreiwillige Zusammenleben mit Mäusen und Ratten wurde in Kauf genommen. Freund*innen informierten einander, sobald sie mitbekamen, hörten, dass irgendwo eine Wohnung frei geworden war. In der Zeit der Ausreise und kurz nach der Maueröffnung war es keine Seltenheit, dass Menschen einfach in den Westen verschwanden und alles stehen und liegen ließen, durchaus auch den Müll und die Reste der letzten Mahlzeit. All das schildert die Autorin eher nebenbei, es prägt sehr eindrücklich als Lokalkolorit die Stimmung des Romans.</p>
<h2>Meine Meinung</h2>
<p>Kathrin Wildenberger gelingt es, mit ihrem Roman diese kurze Zeitspanne zwischen Maueröffnung und Wiedervereinigung lebendig werden zu lassen. Wer es selbst erlebt hat, wird hineingezogen in den Sog der Erinnerung. Steht neben Ania auf dem Karl-Marx-Platz, zieht sich mit ihr in der Kabine der Badeanstalt um. Sitzt mit Ania und Brit in Alex Café, auf einem Connewitzer Hinterhof. Spürt noch einmal die Vorfreude auf das The-Cure-Konzert, weiß plötzlich wieder, wie die Stimmung am Tag der Währungsunion war, spürt die aufsteigende Panik bei der Erinnerung einer eigenen Begegnung mit den Glatzen.</p>
<p>Wer es nicht selbst erlebt hat, wird hineingezogen in diese intensive, von Hoffnung und Verunsicherung zugleich geprägte Zeit. Kathrin Wildenberger gelingt, was selbst einem Dokumentarfilm nur schwer gelingt: über Ania, Brit, Suse, Alex, Sascha, Wolfgang und all die anderen, haben wir die Möglichkeit uns zu identifizieren und 341 Seiten lang gemeinsam mit ihnen diese Zeit zu erleben, und mit all ihren Widersprüchlichkeiten zu erfühlen.</p>
<p>Auch wenn die Protagonistinnen und Akteure dieses Romans Jugendliche sind, ist dieses Buch weit mehr als ein Entwicklungsroman. Es ist eine Art fiktives Zeitzeugnis einer Generation, die das alles erlebte, für die das alles real war und die doch noch jung genug war, diese Veränderungen nicht als Bruch der eigenen Biografie zu erleben, sondern die sich als Teil der Veränderung verstehen konnte. Das alles war furchtbar ernst, aber es war gleichzeitig auch ein großes Abenteuer und es ist nur ein Stück der eigenen Biografie auf dem Weg ins Erwachsenenleben.</p>
<p>Danke an Kathrin Wildenberger für diesen gelungenen Roman, der auch der Roman meines Lebens in dieser Zeit sein könnte.</p>
<p>Kathrin Wildenberger, ZwischenLand, Verlag duotinca, Berlin 2018, 344 Seiten, 17 €</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/zwischenland/">&#8222;ZwischenLand&#8220; ein Roman von Kathrin Wildenberger</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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		<title>Mach mal Pause &#8211; Café Hannah lädt ein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Mar 2017 17:25:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rezension zu Ann E. Hackers Café Hannah. Der Episodenroman ist bisher als eBook in 2 Teilen bei ullsteinverlage.de erschienen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/cafe-hannah-laedt-ein/">Mach mal Pause &#8211; Café Hannah lädt ein</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-2"><p><img decoding="async" class="alignnone wp-image-494" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/3001200800t1-300x225.jpg" alt="Café Hannah Rezension" width="277" height="208" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/3001200800t1-300x225.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/3001200800t1-800x600.jpg 800w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/3001200800t1-1024x768.jpg 1024w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/3001200800t1.jpg 1600w" sizes="(max-width: 277px) 100vw, 277px" /></p>
<h2 style="text-align: center;">Café<strong> Hannah Teil 1 und 2</strong></h2>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/autor/name/ann%20e.-hacker.html">von Ann E. Hacker</a> </strong></p>
<p>Wie ließe sich vom Leben und den großen und kleinen Problemen Einzelner und ihrer Verwobenheit miteinander in einer modernen Großstadt besser erzählen, als in einem Episodenroman, in dem sich alles um das Café Hannah dreht. Um es vorwegzunehmen, der Autorin Ann E. Hacker gelingt mit dieser Form des episodischen Erzählens ein Spiegelbild des Großstadtlebens. Eine einzelne Ameise macht keinen Ameisenberg. Aber gäbe es nicht die Anstrengungen der vielen einzelnen Ameisen und das Zusammenspiel ihrer Anstrengungen, gäbe es den Berg nicht. So ist es auch mit dem Leben in unseren Städten.</p>
<p>Die einzelne Person mit ihren ureigenen Bemühungen und Verwicklungen charakterisiert das Leben in dieser bestimmten Stadt, in diesem bestimmten Stadtteil erst durch die Interaktionen mit anderen Einzelnen. Erst diese Verwobenheit der Handlungen miteinander lässt aus der Entfernung Rückschlüsse zu, über das Leben in der Gemeinschaft. Denn auch in der Gemeinschaft bleibt der Einzelne ein Einzelner, wenn auch ein mit anderen Einzelnen durch Interessen, Gefühle, Handlungen verbundener Einzelner. Ann E. Hacker lässt uns in ihren Romanen teilhaben am Leben ausgewählter Einzelner, in dem sie wie mit der Lupe in den einzelnen Episoden von deren Alltag und Leben erzählt. Ausgangspunkt der Verbindung der Einzelnen ist dabei das in der fiktiven Blumengasse in München gelegene Café Hannah und dessen Namensgeberin Hannah Jensen. Jede der in den beiden Romanen auftauchenden Personen steht in irgendeiner Weise in Verbindung mit Hannah und ihrem Café.</p>
<h2 style="text-align: center;">Café Hannah Teil 1</h2>
<p>Im ersten Teil lernen wir Hannah kennen, eine weltgewandte Frau, die nach einem Leben in verschiedenen Ländern, mit verschiedenen Lieben, sich mit der Eröffnung des Cafés einen Lebenstraum erfüllt. Mit Hannah gemeinsam erschließen wir uns – gefühlt in Echtzeit – die Blumengasse mit den anliegenden Geschäften wie Friseursalon, Blumenladen, Nagelstudio, Zeitungsladen, Restaurant Litanei. Durch Hannah lernen wir die Menschen in der Straße kennen, spüren mit ihr die Intensität angehender Freundschaften, planen mit ihr die Eröffnung des Cafés, spüren den Schmerz über Verzögerungen, die fast existenzielle Angst nach einem Brand.</p>
<p>Mit ihrer knappen und unprätentiösen Art des Erzählens gelingt es der Autorin die Leserin in die Geschichte hineinzuziehen. Sie lässt uns nicht nur teilhaben sondern miterleben. Obwohl das Café erst am Ende von Teil 1 eröffnet wird, ist die Wahl des Ortes Café die perfekte Wahl. Die Geschichten lassen sich so lesen, als würde die Leserin im Café sitzen. Inmitten der Menschen, Geräusche, Gerüche und Empfindungen. Und wie im Café hat sie die Wahl, sich z.B. in einen Zeitungsartikel zu vertiefen und das Geschehen um sie herum weitgehend auszublenden. Oder sie lehnt sich genüsslich, einen Latte schlürfend, zurück. Dabei beobachtet sie die Menschen, sieht ihnen zu, hört zu. Mal lächelnd, mal kopfschüttelnd.<br />
Bei meinem ersten Besuch im Café ist um mich herum noch alles fremd, ich kenne die Menschen nicht. Aber mit jedem weiteren Besuch, mit jeder weiteren Episode, wird alles um mich herum vertrauter, bis ich irgendwann das Gefühl habe, ich gehöre dazu. So erging es mir beim Lesen von Café Hannah Teil 1. Ich war auf dem besten Weg Stammgast zu werden, da machte das Café wieder zu, die letzte Seite war gelesen. Das Bedauern darüber war ebenso groß, wie mein Bedauern bei tatsächlicher Schließung meines Stammcafés wäre.</p>
<h2 style="text-align: center;">Café Hannah Teil 2</h2>
<p>In Café Hannah Teil 2 begegnen wir den Personen aus Teil 1 wieder. Noch immer bilden Hannah und ihr Café die zentralen Verbindungslinien und die Leserin erfährt mehr über Hannahs Leben, ihre Lieben, kann teilhaben an ihren Sorgen und Nöten, die oft mit den Menschen die uns im Café begegnen zu tun haben. Aber etwas ist anders an diesem zweiten Teil. In den einzelnen Episoden liegt der Erzählfokus mehr auf der jeweiligen Person, über die erzählt wird und weniger auf Hannah, wodurch die Protagonisten der Leserin noch näher kommen. Aus guten Bekannten werden so vertraute Menschen.</p>
<p>Jede Episode ist wie ein intensives Gespräch mit einem Freund, einer Freundin. Sie vertrauen sich uns an und wir möchten teilhaben. Wir wollen wissen, wie geht es weiter, mit der Liebe, dem Job, dem Leben dieser Menschen. Durch diese Fokuserweiterung war es der Autorin möglich, auch andere Themen in die Episoden einzuflechten. Mit Bassam, Petra und Halim lässt sie uns an den Sorgen, Zweifeln und dem Selbstverständnis eines Flüchtlingshelfers teilhaben. Bassam verliert durch seine Aktivitäten als Flüchtlingshelfer fast seine Ehe. Ihn bei seinem inneren Ringen, das Richtige zu tun, begleiten zu dürfen, stellt für mich eine der stärksten Episoden dar. Dass die Autorin sich nicht scheut, Themen wie dieses oder den Amoklauf von München in die Episoden einfließen zu lassen, gibt dem Roman Tiefe und Glaubwürdigkeit. Das ist nichts Ausgedachtes, das ist auch etwas, was das Leben in einer Großstadt ausmacht, prägt. Dieses Nebeneinander von Banalitäten und existenziell Bedrohlichem.</p>
<h3 style="text-align: center;">Offene Fragen</h3>
<p>Der zweite Teil lässt wie der erste am Ende viele Fragen offen. Geht die Fernbeziehung zwischen Hannah und Klaus gut? Hat Andy eine Chance bei Hannah? Gelingt es Hubertus noch einmal an seine alte Schaffenskraft als Künstler anzuknüpfen, gar ein Spätwerk zu kreieren? Finden sich Svenja und Ben? Werden Bruno, Kassie und Ben nach den Erlebnissen des Münchener Amoklaufs wieder eine Familie? Findet Halim seinen Bruder Jussuf? All dies und noch viel mehr, will die Leserin wissen. Und auch wenn das Bedauern über die Endlichkeit des Lesestoffes nach dem Lesen der letzten Sätze auch dieses Mal wieder groß war, so lassen all die offenen Fragen doch hoffen. Hoffen auf Teil 3.</p>
<h2 style="text-align: center;">Mein Fazit</h2>
<p>Süchtig machender Lesestoff. Real Life in schön. Denn das ist einer der wesentlichen Vorzüge dieser Romane, es gibt kein schwarz weiß, keine der Figuren ist nur sympathisch oder unsympathisch sondern alle haben Licht und Schattenseiten, sind Menschen mit Ängsten, Zweifeln, Mut und in jedem Moment anders. Dass es der Autorin gelingt ihre Figuren in keinem Moment zu denunzieren ist aus meiner Sicht eine der größten Stärken des Buches. Einziges Manko, aber das schmälert in keiner Weise das Lesevergnügen, ist Hannahs Heiligenschein. Hier dürfte es künftig gern noch ein paar realistische Brüche mehr in Hannahs Persönlichkeit geben.</p>
<p><a href="https://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/autor/name/ann%20e.-hacker.html">Ann E. Hacker</a>: Café Hannah, eBook, Teil 1 und Teil 2 je 3,99 €, ullsteinbuchverlage</p>
<p><a href="https://www.cafe-hannah.de" target="_blank" rel="noopener noreferrer">https://www.cafe-hannah.de</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/cafe-hannah-laedt-ein/">Mach mal Pause &#8211; Café Hannah lädt ein</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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		<title>Alles ändert sich in der Ideenkammer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2016 22:06:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kaminski, Strupp und dem Suseldrusel von Nikola Huppertz Gleich vorab, dieses Kinderbuch über den Jungen Wenzel hat alles, was von einem guten Kinderbuch zu erwarten ist. Spannung, hohen Unterhaltungswert, Witz, Liebe und ein sehr eigenwilliges Fantasieleben. Die Warnung der Autorin auf der ersten Seite ist sehr, sehr  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/wenzel-in-der-ideenkammer/">Alles ändert sich in der Ideenkammer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-3 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-3"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5716.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1073 size-medium" title="IMG_5716" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5716-300x224.jpg" alt="Rezension zu Nikola Huppertz &quot;Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kaminsik, Strupp und dem Suseldrusel&quot; " width="300" height="224" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5716-300x224.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5716-1024x764.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kaminski, Strupp und dem Suseldrusel</strong></h2>
<p style="text-align: center;"><strong>von <a href="https://nikola-huppertz.de/"><span style="color: #ff9900;">Nikola Huppertz</span></a></strong></p>
<p>Gleich vorab, dieses Kinderbuch über den Jungen Wenzel hat alles, was von einem guten Kinderbuch zu erwarten ist. Spannung, hohen Unterhaltungswert, Witz, Liebe und ein sehr eigenwilliges Fantasieleben. Die Warnung der Autorin auf der ersten Seite ist sehr, sehr ernst zu nehmen:</p>
<blockquote>
<p>Achtung! In diesem Buch geht es manchmal ziemlich verrückt zu. Das liegt nun mal in der Natur der Dinge, wenn ein Schriftsteller und ein Kind unter einer Decke stecken.</p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Die Pläne der Eltern</h3>
<p>Mit dieser Ankündigung geht die Autorin auch gleich zur Sache und führt die beiden Hauptfiguren ein: das Kind – Wenzel Könemann und dessen Onkel, den Schriftsteller Nikolai Ruthard. Wenzels Eltern gewinnen bei einem Preisausschreiben eine Reise für zwei Personen auf die Malediven. Also wird nach einigem hin-und-her-überlegen eine, vielleicht für die Kinderbetreuung nicht ganz passende, aber in ihrer Verschrobenheit die einzig zusagende Person gefunden, eben jener Onkel Nikolai.</p>
<p>Wenzel ist mit den Plänen der Eltern so ganz und gar nicht einverstanden, denn eigentlich sieht er gar nicht ein, warum seine Eltern ihn nicht mitnehmen auf die große Reise. Aber so sind Eltern eben manchmal, ganz egoistisch denken sie nur an sich und einmal beschlossen heißt für Wenzel, er verbringt seine Ferien beim Schriftsteller.</p>
<blockquote>
<p>Der, wie sein Papa ihm erklärt hatte, dringend nach einem Testleser für sein neues Buch suchte. Oder besser: einem Lesesklaven für sein blödes, pupiges, langweiliges Rumgeschreibsel.</p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Wenzels Dilemma</h3>
<p>Von den Eltern unbemerkt, steckte Wenzel in einem richtigen Dilemma, denn Lesen war nun wirklich das allerletzte von all den Dingen, die ein Junge so tat in seinem Leben. Nicht viel besser wurde die Situation, als Wenzel bei seiner Ankunft schlagartig klar wurde, dass sein Onkel, keineswegs dringend auf einen Testleser gewartet hatte, sondern sich eher in seinem Schreiben, seinem Rückzug in seine Ideenkammer, von einem Kind gestört fühlte. Aber trotzdem,</p>
<blockquote>
<p>…kaum hatte er das Haus betreten, hatte er gespürt, dass hier etwas Unerhörtes auf ihn wartete, etwas Abenteuerliches und durch und durch Außergewöhnliches… Es strömte aus dieser Ideenkammer…</p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Wenzels Abenteuer mit Onkel Nikolai</h3>
<p>Kaum sind die Eltern verabschiedet, beginnt für Wenzel und Onkel Nikolai ein außergewöhnliches Abenteuer. Vor allem für Wenzel, den Lesemuffel, der sich bisher noch nie in das Eigenleben einer Geschichte hatte verwickeln lassen. Schon gar nicht in das einer gerade entstehenden Geschichte. Im Verlauf der weiteren Handlung wollen Figuren, die auf einmal lebendig geworden waren und sich als äußerst gefährlich entpuppten, wieder eingefangen und gebändigt werden. Hierbei finden Wenzel und Nikolai unerwartet Unterstützung und Freunde. Aber das muss der Leser, die Leserin lesen und selbst herausfinden.</p>
<h3 style="text-align: center;">Der Subtext</h3>
<p>&#8222;Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kaminski, Strupp und dem Suseldrusel&#8220; von Nikola Huppertz zu lesen, macht einfach Freude. Es ist leicht lesbar, leicht verständlich und doch irgendwie auch chaotisch, eigentümlich und herrlich verschroben. Im Subtext beschreibt es auf fantasievolle Weise die Entstehungsgeschichte einer Geschichte. Wie fremd einem zu Beginn die selbst erfundenen Figuren sind. Wie sie immer vertrauter werden und sich genau in dem Augenblick, in dem man denkt, sie ganz und gar erfasst zu haben, selbstständig machen. Bedrohlich aufgeblasen das eigene Dasein bedrohen oder einfach abhauen.</p>
<p>So bleibt dem Schriftsteller &#8211; in diesem Fall Onkel Nikolai, mithilfe von Wenzel – nichts als die gefährliche Suche, um ebendiese Figuren wieder einzufangen. Dies ist aber nur die eine Seite der Gefahren beim Schreiben von Geschichten. Die andere ist, dass einem so überhaupt nichts einfallen will oder das, was einem einfällt, einfach nicht für eine gute Geschichte taugt. Eine ganz andere Gefahr besteht darin, dass man selbst in die Geschichte hineinfällt und plötzlich nicht mehr weiß, wie man den Weg wieder hinaus in die normale Welt finden soll. Ganz abgesehen davon, dass ein Schriftsteller in der Regel kaum mit einem Menschen der normalen Welt über all diese Abenteuer sprechen kann. Weil, wer diese Abenteuer nie erlebt hat, wird über so wirres Zeug nur den Kopf schütteln.</p>
<h3 style="text-align: center;">Mein Fazit</h3>
<p>Ein wunderbares Kinderbuch, zum Vorlesen für Lesemuffel ebenso geeignet, wie zum heimlich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke weiter schmökern. Einfach weil die Geschichte so mitreißend ist, dass man immer noch eine und noch eine Seite lesen muss. Und plötzlich sind Wenzels Eltern aus dem Urlaub zurück, sodass die Leserin bei der letzten Zeile nur bedauernd blinzeln und seufzend das Buch zuschlagen kann. Während die Gedanken langsam von der Geschichte Abschied nehmen, streichelt die Hand noch eine Weile den glatten Buchrücken.</p>
<p>Nikola Huppertz: <a href="https://nikola-huppertz.de/project/die-unglaubliche-geschichte-von-wenzel-dem-raeuber-kawinski-strupp-und-dem-suseldrusel/">Die unglaubliche Geschichte von Wenzel, dem Räuber Kaminsik, Strupp und dem Suseldrusel.</a> Mixtvision Verlagsges., 13,90 €, 312 Seiten</p>
</div></div></div></div></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/wenzel-in-der-ideenkammer/">Alles ändert sich in der Ideenkammer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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		<title>Von den anderen Seiten des Lebens</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Feb 2016 22:00:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Abrisse im Viertel. Gedichte 2010-2015 Autorin: Monika Walther. Fotografien: Henning Berkefeld. Die Seelen im Ganzen geteilt fallen die Sonnenflecken schwarz auf Gesichter Wände es geht um Welt und die Wirklichkeit. (Drei Seiten der Medaille, S.31) Ich verstehe nicht alles, was Monika Walther mir mit ihren Texten sagt. Doch jedes Mal, wenn ich mich einlasse  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-4 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-4"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5876.jpg"><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-1070" title="IMG_5876" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5876-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5876-150x150.jpg 150w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5876-300x300.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5876-1024x1024.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Abrisse im Viertel. Gedichte 2010-2015</strong></h2>
<p style="text-align: center;"><strong>Autorin: Monika Walther. Fotografien: Henning Berkefeld.</strong></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">Die Seelen im Ganzen geteilt<br />
fallen die Sonnenflecken schwarz<br />
auf Gesichter Wände es geht<br />
um Welt und die Wirklichkeit.</p>
<p style="text-align: center;">(Drei Seiten der Medaille, S.31)</p>
</blockquote>
<p>Ich verstehe nicht alles, was Monika Walther mir mit ihren Texten sagt. Doch jedes Mal, wenn ich mich einlasse auf ihre Worte, ihre Sprachbilder, öffne ich mich dem Schmerz von Sehnsucht und Trauer. Ich werde berührt in meiner Seele. Es strömt eine Lebendigkeit, jenseits von Funktionieren und Abarbeiten in mich ein. Brachial bahnt sich da mittels Worten Lebenszartheit mit schneidender Kälte den Weg in nicht wahrgenommene, vom Alltag überlagerte Regionen meines Seins. Lasse ich mich ein, lasse ich die Berührung zu, dann durchdringen diese wortgewebten Geschichtensplitter und wärmen. In all der entstehenden Einsamkeit schafft es die Autorin Verbindung herzustellen, von Seele zu Seele. Sie konfrontiert die Leserin mit kleinsten gemeinsamen Nenner des Seins: Wir alle sind im Grunde einsam und das verbindet uns.</p>
<h3 style="text-align: center;">Monika Walther Gedichte sind eine Einladung</h3>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">… Was in mir denkt ist ohne Heimat<br />
Wer fragt nach dem Ort<br />
Wenn Fluchten und Mauern<br />
Die Wege versperren …</p>
<p style="text-align: center;">(Lebenszimmer, S. 55)</p>
</blockquote>
<p>Monika Walthers Gedichte sind eine Einladung zu Wachsamkeit, zu Liebe. Eine Einladung zum reisenden Blick auf Gewohntes, Eigenes und Fremdes. Beim Lesen bin ich zu Hause im Unbehausten. Ich lehne mich zurück und fühle. Was war, was ist, was mag noch kommen. Da ist nichts Geradliniges, einfaches. Nicht im Weiß, Grau oder Schwarz und schon gar nicht im Bunt.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">… Ein Mann entzündet<br />
sein Herz mit einem glitzernden<br />
Feuerzeug und brennt so lichterloh<br />
dass er Ja sagt …</p>
</blockquote>
<p style="text-align: center;">(Die Tränen der Fotografin, S. 105)</p>
<p>Eines überlagert das Andere und das wird wieder überlagert von etwas Neuem, aus dem Alten geboren. Geradlinig ist bei dieser Autorin nur der Schmerz, der alte und der neue und der geht Hand in Hand mit gelebter Lebenswachheit. Mit ihren Gedichten klopft die Autorin ans Eingemachte und weckt damit die schlafende Neugier und die verborgene Leidenschaft fürs Sein.</p>
<h3 style="text-align: center;">Die Fotografien</h3>
<p>Die durchweg in Sepia gehaltenen Fotografien von Henning Berkefeld sind weit mehr als Illustrationen. Sie sind Einladungen zum genauer Hinschauen. Abbildungen einer bestimmten Idee von Gewesenem. Dennoch wirken sie sehr bewusst ausgewählt für diesen Gedichtband von Monika Walther. Sie korrelieren mit den Gedichten. Auch sie singen das Lied des Lebens, geprägt von Abschied, Sehnsucht, Vertrautem und Fremden. Sie bringen etwas zum Klingen, was vordergründig nicht auf ihnen zu sehen ist. Vielleicht hat die Autorin beim folgenden Gedicht auch an diese Bilder gedacht.</p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">Getrennt im Himmel<br />
Ist ewig wahr<br />
Die Ruhe der Dinge<br />
Beschrieben<br />
Auf der Rückseite<br />
Der Bilder</p>
<p style="text-align: center;">(Unentgeltlich, S. 185)</p>
</blockquote>
<h3 style="text-align: center;">Meine Empfehlung</h3>
<p>Unbedingt Lesens- und Betrachtenswert.</p>
<p><a href="https://www.jmonikawalther.de/"><span style="color: #ff9900;">J. Monika Walther</span></a>: <a href="https://geest-verlag.de/shop/walther-j-monika-abrisse-im-viertel-gedichte-2010-bis-2015-fotos-von-henning-berkefeld"><span style="color: #ff9900;">Abrisse im Viertel</span></a>. Gedichte 2010-2015; Fotografien: Henning Berkefeld; Geest-Verlag, 12,50 €, 218 Seiten</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Vom Leben an anderen Orten</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2016 23:01:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Electronic Harem Erzählungen von Jutta Weber-Bock  Manche der Erzählungen von Jutta Weber-Bock lesen sich wie die Beschreibungen der Suche nach einem authentischen und guten Lebensgefühl. Untermalt wird die Suche, durch das Neu- und Wiederentdecken mittels Landschafts- und Lebensmittelgenuss (Feigenküsse). Andere Erzählungen wirken wie Splitter aus dem Gesamtbild Leben: das heute geprägt vom gestern, angenommen  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-5 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-4 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-5"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5621.jpg"><img decoding="async" class="alignnone wp-image-1065 size-medium" title="IMG_5621" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5621-300x224.jpg" alt="Rezension zu Electronic Harem. Erzählungen von Jutta Weber-Bock " width="300" height="224" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5621-300x224.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5621-1024x764.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Electronic Harem</strong></h2>
<p style="text-align: center;"><strong>Erzählungen von Jutta Weber-Bock </strong></p>
<p>Manche der Erzählungen von Jutta Weber-Bock lesen sich wie die Beschreibungen der Suche nach einem authentischen und guten Lebensgefühl. Untermalt wird die Suche, durch das Neu- und Wiederentdecken mittels Landschafts- und Lebensmittelgenuss (Feigenküsse). Andere Erzählungen wirken wie Splitter aus dem Gesamtbild Leben: das heute geprägt vom gestern, angenommen ohne Schuld und Scham (Italienische Verhältnisse, Schwedische Socken). Das bedeutet es, wirklich etwas vom Vergangenen gelernt zu haben.</p>
<h3 style="text-align: center;">Darum geht es</h3>
<p>Grob gefasst geht es in diesen Erzählungen um das Reisen, das Lieben, das Laufen. Es geht um Lebendigkeit, darum dem Leben mehr oder etwas anderes als das Bisherige abzugewinnen, das Leben herausfordern. Das Lesen dieses Buches verführt zum Abtauchen in das (Liebes-)Leben anderer Seelen und jede dieser Geschichten hallt in der eigenen Seele nach.</p>
<h3 style="text-align: center;">Die Schreibart der Autorin Jutta Weber-Bock</h3>
<p>Jutta Weber-Bock ist eine Autorin, die sich inspirieren lässt von allem Lebendigen. Von Genüssen, von Landschaften, von Bedürfnissen und die den verschlungenen, manchmal verworrenen Wegen der Liebe folgt. Sie ist eine, die hinschaut und das tut, was eine Autorin im besten Sinne tun sollte: Sie erzählt. Ohne moralischen Zeigefinger, ohne Wertung. Sie überlässt es der Leserin eigene Schlüsse zu ziehen und sie zeigt mit ihren Erzählungen ein wahres Prisma an Beziehungsmöglichkeiten und –Unmöglichkeiten. Dabei ist der Tod manchmal die fast logische Konsequenz einer Dreiecksgeschichte (Der letzte Krokus). Dann wieder treffen zwei Frauen das Agreement, sich einen Mann zu teilen (Das grüne Jackett).</p>
<p>Dabei scheint für die Autorin das gewählte Genre (Miniatur, Krimi, Fantasie, Kurzgeschichte) der einzelnen Erzählung, das jeweils geeignete Transportmittel für die Transformation der Inhalte in Stimmung/Gefühl zu sein. Da gibt es bspw. ein zuwendungsbedürftiges Haus, dessen großes Geheimnis aufgedeckt wird und das am Ende beruhigt und befreit aufatmen kann (Das Brunnenhaus).</p>
<h3 style="text-align: center;">Marion</h3>
<p>In mehreren Erzählungen gibt es die Protagonistin Marion. Aufgerieben zwischen Hoffen und Bangen bleibt sie sich treu, auch wenn sie dafür vor allem eines tun muss: Laufen. Laufen um das Leben zusammenzuhalten, Laufen um sich am Leben zu halten und Laufen um etwas zu spüren. Zu spüren, dass sie noch mit beiden Beinen auf dem Boden verhaftet ist, auch wenn das Liebesleben längst die elektronischen Flure moderner Kommunikationsmittel entlang hastet (Laufen Leben).</p>
<h3 style="text-align: center;">Mein Fazit</h3>
<p>Die Erzählungen von Jutta Weber-Bock entführen teilweise an Traumorte, vorzugsweise mit Mittelmeerflair. Manchmal entführen sie aber auch in den Kopf einer Protagonistin. Eines aber ist all diesen Erzählungen gemein: Aus allen klingt die grummelnde, summende, rauschende Sehnsucht nach Liebe in all ihren Formen, Selbstliebe eingeschlossen. Was diese Erzählungen zusammenhält und sie zu etwas Besonderem macht, ist die große Achtung vor allem Sein. Dem Dasein, Hiersein, So-sein und der allem Lebendigen immanenten Suche nach dem Anderssein, besser sein, wieder gut sein. Am Ende ist es manchmal auch nur das überaus wertvolle Mit-sich-selbst-versöhnt-sein.</p>
<p>Ein leises, ein berührendes Buch für sehnsuchtsvolle Herbstabende bei Kerzenschein und Rotwein.</p>
<p><a href="https://weber-bock.de/"><span style="color: #ff9900;">Jutta Weber-Bock</span></a>: <a href="https://weber-bock.de/electronic-harem-2/"><span style="color: #ff9900;">Electronic Harem</span></a>. Erzählungen. Schweikert Bonn Verlag. 160 S., 12 €</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Mobbing auf dem Schulhof</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2016 22:56:59 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Helga Gutowski: Graukatze. Kinderbuch mit Illustrationen von Kerstin Meyer Helga Gutowskis zweites Kinderbuch „Graukatze“ spielt in einer Plattenbausiedlung. Die Hauptfiguren: die zehnjährige Helen, ihre Oma, ihre neue Freundin Antonia, der fünfzehnjährige Ben und seine Totenkopf-Bande, ein Kanarienvogel namens Paule und, wie der Titel des Buches schon verrät, eine Katze. Graukatze - um wen es  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-6 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-5 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-6"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5612.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1060 aligncenter" title="IMG_5612" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5612-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5612-300x224.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5612-1024x764.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Helga Gutowski: Graukatze. Kinderbuch</strong></h2>
<p style="text-align: center;"><strong>mit Illustrationen von Kerstin Meyer<br />
</strong><br />
Helga Gutowskis zweites Kinderbuch „Graukatze“ spielt in einer Plattenbausiedlung. Die Hauptfiguren: die zehnjährige Helen, ihre Oma, ihre neue Freundin Antonia, der fünfzehnjährige Ben und seine Totenkopf-Bande, ein Kanarienvogel namens Paule und, wie der Titel des Buches schon verrät, eine Katze.</p>
<h3 style="text-align: center;">Graukatze &#8211; um wen es geht</h3>
<p>Eigentlich ist Helen mit ihrem Leben ganz zufrieden. Sie lebt in einem großen Haus, mag ihre Nachbarn, vor allem den alten Herrn Petrus und dessen Kanarienvogel Paule, das Baby Kuddel, den Hausmeister Herrn Specht und dessen Hund Hasso. Vor allem aber mag Helen ihre Oma. Bei dieser lebt sie seit dem Tod ihrer Mutter, an die sie sich kaum noch erinnern kann. Bei Oma fühlt sie sich aufgehoben und behütet, auch wenn sie sich manchmal heimlich eine Mutter wünscht, auch obwohl sie weiß, dass Oma von vielen Dingen, die Helen bewegen, keine Ahnung hat und davon mitunter auch gar nichts wissen will. Die Oma singt sich manchmal das Leben schön, so schön wie es eben geht, wenn das einzige Lied, welches ihr in den Sinn kommt, Brechts Haifischsong ist. Den mag Helen nicht sonderlich, auch wenn er zum Leben in der Plattenbausiedlung durchaus passt.</p>
<h3 style="text-align: center;">Mobbing unter Kindern</h3>
<p>Das Leben dort ist gefährlich geworden für Helen, seit Ben und die Totenkopf-Bande ihr Unwesen treiben. Da werden jüngere Schüler drangsaliert und abgezogen. Der Bande scheint nichts etwas zu bedeuten. Auch Helen wurde mehrfach das Opfer dieser Bande. Einmal folgt Ben ihr sogar bis in die Wohnung, wo sie ihm unter Androhung von Prügel zwei Euro gibt. Die hatte sie von Oma für eine Bastelschere in der Schule bekommen. Helen beobachtet, dass selbst Erwachsene, die von der Bande bedroht werden, sich nicht zur Wehr setzen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Freundschaft macht mutig</h3>
<p>Die neue Klassenkameradin Antonia wird Helens neue Freundin, auch wenn Helen gar nicht so richtig weiß, wie man mit einer Freundin umgehen soll. Darf sie nein sagen, wenn ihr etwas nicht gefällt, sie etwas nicht möchte? Darf sie ihr gegenüber grantig und ungerecht sein, so wie sie es manchmal gegenüber der Oma ist? Obwohl diese Fragen sie beschäftigen, ist Helen sich über eines gewiss. In Antonias Beisein fühlt sie sich wohl und viel mutiger. Das hilft ihr im Verlauf der Geschichte, eine wichtige Entscheidung zu treffen und damit mehr Mut zu zeigen, als alle anderen im Viertel.  Doch das wahre Leben entpuppt sich nur selten als Märchen und so bekommt Helen bald die Rache der Totenkopf-Bande zu spüren.</p>
<h3 style="text-align: center;">Graukatze &#8211; altersgerechte Erzählung von schwierigen Lebenslagen</h3>
<p>Die Autorin Helga Gutowski wagt sich mit diesem Kinderbuch für die Altersgruppe ab 8 an ein heikles Thema. Das Leben einer Halbwaise in einer Plattenbausiedlung, deren Bewohner sich von einer Kinderbande terrorisieren lassen. Dabei gelingt der Autorin der Spagat zwischen realistischer Zeichnung der Problemlagen, die in so einer Siedlung vorzufinden sind (Armut, Alkoholismus, Kindesvernachlässigung) und der altersgerechten Ansprache ihrer Lesergruppe. Die Autorin psychologisiert nicht, sie beschreibt aus der Sicht einer Zehnjährigen. Dabei ist sie immer nah an ihren Figuren und nah an ihrer Zielgruppe. Die Monologe und Dialoge sind altersgerecht und wirken an keiner Stelle überzogen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Der Kanarienvogel Paule</h3>
<p>Eine besondere Rolle kommt in diesem Kinderbuch dem Kanarienvogel Paule zu. Sein Gesang sorgt an den richtigen Textstellen für Entspannung für Helen und den Leser. Er taucht immer dann auf, wenn sich die schweren Gedanken in Helens Kopf festzusetzen scheinen, wenn die Geschichte düster und schmerzhaft wird.  Ein kleiner Vogel im Einsatz gegen die Schwere des Lebens. Ein liebenswerter Einfall der Autorin, ihre jungen Leser trotz aller beschriebenen Probleme immer wieder an die Leichtigkeit und Schönheit des Lebens zu erinnern.</p>
<h3 style="text-align: center;"><strong>Graukatze &#8211; di</strong><strong>e Illustrationen von Kerstin Meyer</strong></h3>
<p>Die Bleistiftskizzen von <a href="https://www.penguin.de/autoren/kerstin-meyer/757996"><span style="color: #ff9900;">Kerstin Meyer</span></a> illustrieren die Geschichte unaufdringlich und mit Humor. Sie sind einer vom Lesefluss unabhängigen Betrachtung wert und bieten den jungen Lesern, so wie Kanarienvogel Paule, die Möglichkeit, den Geist von der Schwere freizumachen.</p>
<h3 style="text-align: center;">Meine Empfehlung</h3>
<p>Ich kann mich dem Klappentext auf der Rückseite des Buches nur anschließen: „Ein wichtiges Buch über Zivilcourage, Mut und die Bedeutung von Freundschaft.“</p>
<p><a href="https://www.rowohlt.de/autor/helga-gutowski-1965"><span style="color: #ff9900;">Helga Gutowski</span></a>: Graukatze. Kinderbuch. Rowohlt Verlag, 175 S., 9,99 €</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Pension Vera: Ein Blick in das Innere des Bösen</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/pension-vera/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2016 22:52:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ursula Maria Wartmann: Pension Vera. Roman Kurz zusammengefasst lässt sich der Plot von Ursula Maria Wartmanns neuen Roman „Pension Vera“ wie folgt beschreiben: Unzufriedene Alte, die Mutter Vera, tyrannisiert seit über fünf Jahrzehnten ihren etwas aus der Form geratenen, nach Liebe und Zuneigung suchenden Sohn Marek. Mit seinen 59 Lebensjahren ist es diesem nicht  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/pension-vera/">Pension Vera: Ein Blick in das Innere des Bösen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-7 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-6 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-7"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5601.jpg"><img decoding="async" class="size-medium wp-image-1056 aligncenter" title="IMG_5601" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5601-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5601-300x224.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5601-1024x764.jpg 1024w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></p>
<h2 style="text-align: center;"><strong>Ursula Maria Wartmann: Pension Vera. Roman<br />
</strong></h2>
<p style="text-align: left;">Kurz zusammengefasst lässt sich der Plot von Ursula Maria Wartmanns neuen Roman „Pension Vera“ wie folgt beschreiben: Unzufriedene Alte, die Mutter Vera, tyrannisiert seit über fünf Jahrzehnten ihren etwas aus der Form geratenen, nach Liebe und Zuneigung suchenden Sohn Marek. Mit seinen 59 Lebensjahren ist es diesem nicht gelingen, eine Frau, eine Liebe zu finden. Er ist ein Mörder, dessen Mörderlaufbahn eher zufällig beginnt. Diese Lesart von „Pension Vera“ ist eine, die sich auf den ersten Blick, nach dem ersten Lesen aufdrängt und die eindeutig zu kurz greift.</p>
<h3 style="text-align: center;">Die zweite Lesart von &#8222;Pension Vera&#8220;</h3>
<p style="text-align: left;">Eine weitere Lesart ist die eines Kriminalromans. Marga, Mittfünfzigerin, Bibliothekarin und Schriftstellerin, mietet sich für drei Wochen in die Pension Vera ein. Sie will die Zeit in Dortmund nutzen, um ihren zweiten Kriminalroman zu schreiben und um Zeit mit Tante Körnchen zu verbringen. Der Kosename Körnchen ist Programm. So verwundert es nicht, dass die selbstbewusste alte Dame eine ist, die das Leben genießt und die gelegentlich Geschmack an etwas Hochprozentigem findet. Auch Marga hat ein ganz eigenes Verhältnis zu Alkohol. Sie nutzt ihn in „homöopathischen“ Dosen, um Schreibblockaden zu überwinden.</p>
<h3 style="text-align: center;">Marga</h3>
<p style="text-align: left;">Marga nähert sich Marek an. In seiner Zerrissenheit bietet er eine wunderbar geeignete Vorlage für den Gegenspieler der Hauptfigur ihres Romans. Nach einer ersten Annäherung an Marek flüchtet sie vor diesem aus der Pension. Ehe sie sich versieht, steckt sie mittendrin, in einem Krimi. Sie hilft dem pubertierenden Sohn einer aus der Pension verschwundenen polnischen Putzfrau, bei der Suche nach seiner Mutter. Im Verlauf der Handlung begreift Marga, dass sie sich nicht immer aus allem heraushalten kann. Manchmal muss sie den Zuschauerplatz am Rande des Lebens auch verlassen. Sei es auch nur, um ein Leben zu retten.</p>
<h3 style="text-align: center;">&#8222;Pension Vera&#8220; &#8211; eine Reise in die Tiefen des Miteinander</h3>
<p>Wie von einem guten Roman erwartet, nimmt die Autorin die Leserin mit auf eine Reise. Eine Reise nach Dortmund, eine Reise in die verhängnisvollen Dimensionen des Daseins. Die Dimensionen, die wir alle ahnen, von denen wir im wirklichen Leben allerdings nicht allzu viel wissen wollen. Dabei gelingt es Ursula Maria Wartmann ihre Hauptfiguren Marek und Marga so zu zeichnen, dass man das Gefühl hat, die beiden zu kennen. Unauffällige Menschen, die es in jedem Bekanntenkreis gibt. Solche, die irgendwie dazu gehören und irgendwie auch nicht. Die eine und andere befremdliche Handlungsweise wird in das Geschehen so eingeflochten. So entsteht ein immer genaueres Bild. Die anfangs ganz tough wirkende Marga erweist sich als sehr zögerlich. Der zu Beginn als schwammig-hässlich konturierte Marek bekommt durchaus liebenswerte Züge.</p>
<h3 style="text-align: center;">Meine Empfehlung</h3>
<p>Durch die immer detailliertere Figurenzeichnung gelingt es der Autorin, die Leserin vom schwarz/weiß Denken und Fühlen wegzulocken. Anfänglich gefällte Urteile werden immer wieder hinterfragt.</p>
<p>Ein sprachlich leicht lesbares Buch mit (ge-)wichtigem Inhalt. Unbedingt empfehlenswert als Lektüre nicht nur an verregneten Sommertagen.</p>
<p><span style="color: #ff9900;">Ursula Maria Wartmann</span>: <a href="https://www.buecher.de/shop/buecher/pension-vera/wartmann-ursula-maria/products_products/detail/prod_id/42161346/"><span style="color: #ff9900;">Pension Vera</span></a>. Roman. Brockmeyer Verlag, 231 S., 12,90 €</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Wahrnehmungslyrik von Eva Förster</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2016 22:46:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eva Förster: "Das Gedächtnis des Handrückens" Gedichte. Der dritte Gedichtband von Eva Förster "Das Gedächtnis des Handrückens", geht unter die Haut, thematisch und sprachlich. Da ist eine Autorin, die scheinbar gemächlich durch die Großstadt Berlin schlendert, die Sinne weit auf für alles, was einem in so einer Stadt begegnen kann. Wie eine Fischerin zieht  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-8 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-7 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-8"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5588.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1051" title="IMG_5588" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5588-300x224.jpg" alt="" width="600" height="448" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5588-300x224.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5588-1024x764.jpg 1024w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></a></p>
<h2><strong>Eva Förster: &#8222;Das Gedächtnis des Handrückens&#8220; Gedichte.</strong></h2>
<p>Der dritte Gedichtband von Eva Förster &#8222;Das Gedächtnis des Handrückens&#8220;, geht unter die Haut, thematisch und sprachlich. Da ist eine Autorin, die scheinbar gemächlich durch die Großstadt Berlin schlendert, die Sinne weit auf für alles, was einem in so einer Stadt begegnen kann. Wie eine Fischerin zieht sie mit dem Netz ihrer Aufmerksamkeit durch die Straßen und fängt dabei Liegengebliebenes ebenso ein wie Erinnerungsfetzen, Weggeworfenes. So mancher Auswurf des Lebens landet in ihrem Netz ebenso wie kleine Samen vom Wegesrand, die neue Hoffnung in sich tragen. Begleitet wird dieser Akt des Fischens von Eindrücken vom aggressiven Summen des menschlichen Miteinanders, gemischt mit dem Stöhnen alter Mauern und verbunden vom Rauschen des Möglichen und Unmöglichen, des Schmerzhaften und des Lustvollen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Momente, eingefangen wie von einer Kamera</h2>
<p>Eva Förster gelingt es, die Leserin mit auf eine Reise zu nehmen. Eine Entdeckungsreise, auf der sich Altbekanntes noch einmal neu zusammensetzt. In den beiden Zyklen „Berliner Viertel“ und „Meine Stadt und ihre Bewohner“ nimmt uns die Autorin mit auf ihren Streifzug durch das Berlin ihrer Wahrnehmung. Es ist, als würden wir immer zwei Schritte hinter ihr laufen und auf eine Kamera blicken, die eingestellt ist von den Licht- und Sichtverhältnissen der Autorin. Mal sehen wir in Sepia, mal in Graustufen, mal Grellbunt. Manchmal schmerzen die Augen vom Hinsehen, mal werden sie Sehnsuchtsweit oder das Bild verschwimmt durch die aufsteigenden Tränen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Vielfalt der Themen</h2>
<p>Jedes einzelne dieser Gedichte erzählt eine (Lebens-)Geschichte. Es geht um Verlust und Schmerz (Hangover), um Dummheit (Kulturarbeiter) und Wachstum, Tod und Armut (Meine Stadt und ihre Bewohner), Vergangenes und Kommendes (Berliner Viertel). In diesen Gedichten werden Ehen geschlossen und geschieden (Ehe, Scheidungszyklus) und Kinder verletzt, sich selbst überlassen (Reise, für Erika Mann). Es wird geschimpft und geflucht (Alt-Berlin), gejammert (Anbetung) und geliebt (Mama), einfach weitergemacht (Illegal) und geträumt (Wustrow). Ein Kaleidoskop des Daseins und der Spuren, die wir im Miteinander, ineinander hinterlassen.</p>
<p>Die Stadt, die Welt, die die Autorin uns zeigt, ist düster, ist muffig, ist eng und böse, mitunter fast lebensfeindlich und doch bleiben die Gedichte immer auch lebendig, sehnsuchtsvoll, liebend. Auch wenn im Gesehenen keine Liebe ist, jedes einzelne dieser Gedichte lässt die Leserin Liebe atmen. Liebe zu allem Lebendigen, zu allem, was uns umgibt, den Menschen, den Tieren, dem Wind, den Bäumen, den Jahreszeiten.</p>
<h2 style="text-align: center;">Fazit</h2>
<p>Eva Förster ist kein Rilke, sie ist keine Else Lasker-Schüler, keine Ingeborg Bachmann. Am ehesten vergleichbar sind ihre Gedichte für mich mit den sprach- und bildgewaltigen Filmen des russischen Meisters Andrei Arsenjewitsch Tarkowski.<br />
Meine Empfehlung für alle, die keine Angst haben vor dem (Weiter-)Leben, egal welche Facetten es uns gerade zeigt.</p>
<p><span style="color: #ff9900;">Eva Förster</span>: &#8222;Das Gedächtnis des Handrückens&#8220; Gedichte. Verlag Hans Schiller, 84 S., 16 €</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Anja Liedtke: Vom Reisen, vom Leben und der Hoffnung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2016 22:26:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Lesetipps und Rezensionen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anja Liedtke: Stern über Europa Ein wenig Anlauf braucht die politisch uninformierte Leserin, wenn sie sich auf den Roman von Anja Liedtke einlässt, aber es braucht nicht lange und dann steckt sie mittendrin in der Geschichte von Hanna und will unbedingt wissen, wie diese Geschichte weitergeht. Worum es geht Hanna ist eine Journalistin, die  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-9 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-8 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-9"><p><strong><br />
<a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5003.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1044" title="IMG_5003" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5003-300x224.jpg" alt="" width="500" height="373" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5003-300x224.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_5003-1024x764.jpg 1024w" sizes="(max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a></strong></p>
<h2 style="text-align: center;">Anja Liedtke: Stern über Europa</h2>
<p>Ein wenig Anlauf braucht die politisch uninformierte Leserin, wenn sie sich auf den Roman von Anja Liedtke einlässt, aber es braucht nicht lange und dann steckt sie mittendrin in der Geschichte von Hanna und will unbedingt wissen, wie diese Geschichte weitergeht.</p>
<h2 style="text-align: center;">Worum es geht</h2>
<p>Hanna ist eine Journalistin, die rund um den Globus reist und noch immer, auch wenn sie dies nach außen schon lange nicht mehr äußert, von der Motivation getrieben wird, aus der heraus sie den Beruf einmal erlernt hatte: „… Weil das Leid anderer Lebewesen sie in ihrem Wohlbefinden störte und gegen ihr Rechtsempfinden verstieß. Insbesondere, wenn Menschen gedemütigt und in ihrer Gesundheit gefährdet wurden, und wenn ihnen ihre Lebensgrundlage, die Erde, genommen wurde.“</p>
<p>Neben Hanna gibt es noch den Fotografen Jens. Die Beziehung der beiden geht weit über eine Arbeitsbeziehung hinaus und hangelt sich irgendwo zwischen Freundschaft und Liebe entlang. Auf den vielen gemeinsamen Reisen haben sie einander besser kennengelernt, als sich die meisten Paare kennen. Sie akzeptieren die jeweiligen Macken des Anderen und können sich in Ruhe lassen, wenn einer Ruhe benötigt. Jens ist ein Ästhet, dessen Augen das Licht messen und den jeweils passenden Bildausschnitt finden. Hanna ist getrieben von Neugier. Sie will wissen, wie die Welt beschaffen ist und wie sie sich verändern, verbessern lässt. Beide haben in Deutschland, Essen, nicht nur eine Redaktion für die sie unterwegs sind, sondern auch ihre Lieben.</p>
<h2 style="text-align: center;">Beziehungsspiele bilden den Rahmen</h2>
<p>Jens liebt Karin und Karin will nicht, dass Jens allein, sprich ohne Karin, in der Welt unterwegs ist. Hanna liebt Sebastian, aber wirklich nah fühlt sie sich ihm vorwiegend, wenn sie viele tausend Kilometer von ihm entfernt ist.</p>
<p>Dieses Beziehungsgeflecht zwischen Hanna, Jens und Karin, und zwischen Hanna, Sebastian und Karin bildet den Rahmen dieses Romans, das Gerüst, welches die Handlung zusammenhält. Dazwischen gibt es knallhartes politisches Wissen. Die Weltwirtschaft und der Kapitalismus einerseits, Agenda 21 und Utopien von bürgerlicher Mitgestaltung und Mitbestimmung andererseits.</p>
<h2 style="text-align: center;">Hanna sucht Pablo</h2>
<p>Der Roman nimmt die Leserin mit auf die Reise. Es geht von Marokko nach Essen und von Essen nach Sotschi am Schwarzen Meer. In Marokko suchen Hanna und Jens den alten Spanienkämpfer Pablo Aventura. Er lebt versteckt irgendwo in den Bergen, möchte kein Aufsehen auf sich ziehen. Hanna und Jens nehmen einiges auf sich, um den Mann, von dem sie nicht einmal wissen, ob er noch am Leben ist, zu interviewen. Mehr durch Zufall und vielleicht auch, weil er von Hanna gefunden werden will, begegnen sie sich. Der alte Kämpfer, der von den wenigen Monaten einer ‚bis heute in Europa einzigartigen, vollkommenen Demokratie‘ zu berichten weiß und von den vielen Jahren seiner Flucht. Ein Mann, der sich trotz all seiner Erfahrungen und Enttäuschungen, Würde bewahrt hat. (Anmerkung der Rezensentin: und von der Autorin so liebevoll und glaubwürdig gezeichnet wurde, dass er zu meiner Lieblingsfigur in diesem Roman avancierte.)</p>
<h2 style="text-align: center;">Pablo</h2>
<p>Die Figur des Pablo Aventura und seine Lebenserfahrungen, sein Wissen über gelebte Demokratie, ihr Entstehen und die gefährlichen Widerstände, denen sie ausgesetzt ist, zieht sich wie ein Orientierungsfaden durch den Roman. Anhand seiner Geschichte und der Geschichte des spanischen Bürgerkrieges knüpft die Autorin Faden für Faden die Utopie eines achtsamen Miteinanders, welches die Umwelt schont und die Erde nutzt, ohne sie zu zerstören, was letztendlich einen langsamen, von den Bürgern getragenen Ausstieg aus dem Kapitalismus bedeutet.</p>
<p>Unterstützt von ihrem großen Chef, dem durch die Überlebenskämpfe der Printmedien gebeutelten und trotzdem integren Herausgeber der Essener Zeitung, für die Hanna arbeitet, gelingt es Hanna einer Einladung nach Sotschi zu folgen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Sotschi</h2>
<p>Sotschi steht in Anja Liedtkes Roman für die konsequente und für die restliche Welt vorbildhafte Umsetzung einer Lokalen Agenda 21. Dieses Sotschi steht aber auch für eine unerwartete Wiederbegegnung zwischen Aventura und Hanna und es steht für eine Klärung der Beziehungen der Hauptfiguren zueinander und der Beziehung von Hanna zu sich selbst. Vor allem aber steht es für Hoffnung. Die Hoffnung, dass es sich lohnt, auch weiter nach Lösungen aus unserer angespannten ökologischen und ökonomischen Misere zu suchen. Dass es sich lohnt, mitzudenken, mitzuhandeln und mitzufühlen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Fazit</h2>
<p>Anja Liedtkes Roman ist kein Roman im klassischen Sinne, es ist ein Bildungsroman, in dem die Leserin Hintergründe über aktuelles politisches Geschehen erfährt. Es ist ein Motivationsroman, einer, der einlädt, unsere Zukunft mitzugestalten und nicht alles Geschehen dem Markt und den Gesetzen des Kapitalismus zu überlassen. Es ist aber auch ein Entwicklungsroman. Hanna verliert auf ihrer immerwährenden Reise die Zuversicht und findet sie im zu-sich-selbst-stehen in Sotschi wieder.</p>
<p>Keine leichte, aber auf jeden Fall eine Mut machende Lektüre, mit etwas kauzigen, aber durchaus liebenswerten Protagonisten und einem realistischen Einblick in die durchaus nicht immer idyllischen Arbeitsbedingungen von Journalisten im In- und Ausland.</p>
<p><a href="https://anja-liedtke.de/"><span style="color: #ff9900;">Anja Liedtke</span></a>: Stern über Europa. Asso-Verlag, 251 Seiten, 19,90 Euro</p>
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