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	<title>aktuelle Blogartikel Archive - Sylvia Tornau</title>
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	<description>Trauma verstehen, Muster verändern, Beziehungen heilen</description>
	<lastBuildDate>Mon, 24 Aug 2026 22:11:42 +0000</lastBuildDate>
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	<title>aktuelle Blogartikel Archive - Sylvia Tornau</title>
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		<title>Mein Körper sprach lange zu mir, doch ich konnte ihn nicht hören</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 24 Aug 2026 22:11:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aktuelle Blogartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Hinweis: Dieser Artikel enthält persönliche Erfahrungen mit Körperdissoziation und der Sehnsucht, der eigenen Körpererfahrung zu entfliehen. Wenn dich das gerade in einem schwierigen Moment trifft, lies bitte nicht, oder sorge dafür, dass du dich sicher fühlst. In meiner Jugend war ich Langstreckenläuferin an der Sportschule. Bei jedem Wettkampf habe ich gute Ergebnisse geliefert, so wie  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/koerperwahrnehmung-nach-trauma/">Mein Körper sprach lange zu mir, doch ich konnte ihn nicht hören</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph"><em>Hinweis: Dieser Artikel enthält persönliche Erfahrungen mit Körperdissoziation und der Sehnsucht, der eigenen Körpererfahrung zu entfliehen. Wenn dich das gerade in einem schwierigen Moment trifft, lies bitte nicht, oder sorge dafür, dass du dich sicher fühlst. </em></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="430" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Koerperwahrnehmung-nach-Trauma.png" alt="" class="wp-image-14180" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Koerperwahrnehmung-nach-Trauma-200x143.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Koerperwahrnehmung-nach-Trauma-300x214.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Koerperwahrnehmung-nach-Trauma-400x287.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Koerperwahrnehmung-nach-Trauma.png 600w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">In meiner Jugend war ich Langstreckenläuferin an der Sportschule. Bei jedem Wettkampf habe ich gute Ergebnisse geliefert, so wie es von mir erwartet wurde. Doch jedes Mal, sobald ich die Ziellinie überquerte, bin ich ohnmächtig geworden. Die Trainer arbeiteten mit mir an meiner Atemtechnik, doch es änderte sich nichts. Heute weiß ich, dass ich schon damals Belastungsasthma hatte. Damals habe ich die Ohnmacht so gedeutet: Nach der Anstrengung darf der Körper endlich nachgeben. Heute weiß ich, dass der Kollaps das drastische Zeichen meines Körpers war, der mich vor Überforderung warnte. Ich verstand ihn nicht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Inzwischen verstehe ich dies als eine gestörte Körperwahrnehmung nach Trauma, für das es in meinem damaligen Leben noch keine Sprache gab. Kopf und Körper verstand ich damals nicht als zueinandergehörend. Meinen Kopf mochte ich, meinen Körper lehnte ich ab, wollte ihn nicht haben.</p>



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<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="700" height="700" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent.png" alt="" class="wp-image-13112" style="width:110px;height:auto" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-66x66.png 66w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-150x150.png 150w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-200x200.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-300x300.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-400x400.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-600x600.png 600w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent.png 700w" sizes="(max-width: 700px) 100vw, 700px" /></figure>
</div>


<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Das Wichtigste in Kürze</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die Körperwahrnehmung nach einem traumatischen Ereignis ist oft abgeschaltet</strong>, weil das Nervensystem Empfindungen gezielt unterbindet, die uns überfordern.</li>



<li><strong>Der dorsale Vagusast (Polyvagaltheorie nach Stephen Porges) schaltet das Körpergefühl bei Überforderung ab</strong>, damit wir überleben können.</li>



<li><strong>Der Körper vergisst nicht</strong>: Er speichert alles in Spannungsmustern, Körperhaltung und Atemqualität, und das unterhalb der Bewusstseinsschwelle.</li>



<li><strong>Gestörte Körperwahrnehmung nach Trauma zeigt sich in einer verstärkten Fokussierung auf den Kopf</strong>, als anhaltende Erschöpfung, Schmerzen oder das Gefühl, irgendwie falsch zu sein.</li>



<li><strong>Es gibt nicht den einen richtigen Weg zurück ins Körpergefühl</strong>, sondern nur deinen individuellen.</li>
</ul>
</div>
</div>



<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<div class="wp-block-yoast-seo-table-of-contents yoast-table-of-contents"><h2>Inhaltsverzeichnis</h2><ul><li><a href="#h-wie-uberlebt-man-in-einem-korper-dem-man-die-schuld-gibt" data-level="2">Wie überlebt man in einem Körper, dem man die Schuld gibt?</a></li><li><a href="#h-was-ist-korperdissoziation-und-warum-hast-du-keinen-einfluss-darauf" data-level="2">Was ist Körperdissoziation und warum hast du keinen Einfluss darauf?</a></li><li><a href="#h-was-passiert-im-korper-wenn-trauma-das-korpergefuhl-blockiert" data-level="2">Was passiert im Körper, wenn Trauma das Körpergefühl blockiert?</a></li><li><a href="#h-was-merkt-sich-der-korper-auch-wenn-du-ihn-nicht-spuren-kannst" data-level="2">Was merkt sich der Körper, auch wenn du ihn nicht spüren kannst?</a></li><li><a href="#h-woran-erkenne-ich-eine-gestorte-korperwahrnehmung" data-level="2">Woran erkenne ich eine gestörte Körperwahrnehmung?</a></li><li><a href="#h-wann-begann-ich-meinem-korper-wieder-zu-glauben" data-level="2">Wann begann ich, meinem Körper wieder zu glauben?</a></li><li><a href="#h-gibt-es-den-richtigen-weg-zuruck-in-den-korper" data-level="2">Gibt es den richtigen Weg zurück in den Körper?</a></li><li><a href="#h-haufige-fragen-zu-korperwahrnehmung-nach-trauma" data-level="2">Häufige Fragen zu Körperwahrnehmung nach Trauma</a></li></ul></div>



<h2 id="h-wie-uberlebt-man-in-einem-korper-dem-man-die-schuld-gibt" class="wp-block-heading">Wie überlebt man in einem Körper, dem man die Schuld gibt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dein Nervensystem schützt dich, indem es alle unerträglichen Empfindungen abspaltet und irgendwann einfach nicht mehr registriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Menschen mich fragten &#8220;Wie geht es dir?&#8221;, wusste ich oft nicht, was ich antworten sollte, weil mir der echte Zugang zu mir fehlte. Ich lebte mit einem Körper, den ich nicht als zu mir gehörig erkannte. Er war da, aber ich mochte ihn nicht. Für mich war der Körper der Verräter, der schuld an dem war, was andere mir antaten. Ich nahm meinen Körper nicht wahr, blendete ihn vollkommen aus. Wenn ich ihn spürte, dann weil er sich in Extremen bei mir meldete: Regelschmerzen, die mich ohnmächtig machten, Fieber, das so hoch stieg, dass ich im Delirium lag. Eine Erschöpfung, die ich erst registrierte, weil ich beim Versuch, morgens aufzustehen, sofort wieder umfiel. <br><br>Meinen Körper habe ich in jenen Jahren als Schuldigen gesehen. Er war es, der andere verführt hatte, er war es, der zugelassen hatte, was andere mit ihm anstellten. Heute weiß ich, wie verdreht die Logik dahinter war. Doch indem ich meinem Körper die Schuld gab, musste ich den Schmerz nicht spüren, dass eine der wichtigsten Personen in meinem Kinderleben, eine Person, der ich vertraute und die mich schützen sollte, mich derart beschmutzt und verraten hatte. Es gab Zeiten in meiner Jugend, in denen ich mir wünschte, dieser Körper würde aufhören zu existieren, weil er sich so falsch anfühlte, so gar nicht zu mir gehörig und vor allem so, als hätte er keine Berechtigung in der Welt. Das war kein Wunsch nach dem Ende meines Lebens, sondern ein Wunsch nach dem Ende dieser unerträglichen Verbindung zu einem Körper, den ich nicht ertragen konnte.</p>



<p class="has-awb-color-5-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-1 wp-block-paragraph" style="background-color:#3b88b838;font-size:13px"><span dir="auto">Dir gefällt, was du liest? Hol dir Inspiration direkt in dein Postfach:</span> <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="https://3b2d642f.sibforms.com/serve/MUIFAIHk7rd8LjvuMvN93_BE4mxQmZ3pTr5t0j1c9HCUcw_DLv0-Q6vpocJs7KrbWjjDvniCLBbQ2yRVbuVvaS-X_ljzpm9titJ7lrqkgjYQqjBIyHmYsctM0ef1HjBfAjNyNIP5aQE5S6pw6NX1S-WRTTyssxV6ckr79_kxdu3aOsGOFxwvgTe42DqWHk7ECT_SSYGnIQWXwvI0">Abonniere meinen Newsletter!</a></strong></span></p>



<div style="height:26px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<h2 id="h-was-ist-korperdissoziation-und-warum-hast-du-keinen-einfluss-darauf" class="wp-block-heading">Was ist Körperdissoziation und warum hast du keinen Einfluss darauf?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Körper<a href="https://www.sylvia-tornau.de/alltagsdissoziation-symptome-und-selbstfuersorgepraktiken/"><strong>dissoziation ist eine automatische Schutzreaktion deines Nervensystems.</strong></a> Das ist keine bewusste Entscheidung, kein Versagen von dir, sondern ein Mechanismus, der von deinem Nervensystem in Gang gesetzt wird, wenn eine Erfahrung lebensbedrohlich wird.<br><br>In bedrohlichen, dich überwältigenden Situationen entscheidet dein Nervensystem, unterhalb jeder bewussten Wahrnehmung, dass die Empfindung jetzt ausgeschaltet werden muss, damit dein Überleben gesichert ist. Was dir dabei abhandenkommt, ist der Zugang zu dem, was dein Körper in Echtzeit wahrnimmt, also was er jetzt fühlt, braucht oder signalisiert. Dein Körper sendet dir diese Informationen weiter, nur ist der Empfang abgeschnitten. Du nimmst seine Signale nicht mehr wahr, außer sie sind extrem. <br><br>Das ist es, was ich in meinen jungen Jahren nicht verstanden hatte. Ich habe mir eingeredet, ich hätte keine Beziehung zu meinem Körper, weil irgendetwas mit ihm nicht stimmte. In Wirklichkeit hatte mein Nervensystem eine sehr kluge Entscheidung für mich getroffen, die ich nicht verstand und deren Langzeitwirkung ich nicht einordnen konnte.</p>



<h2 id="h-was-passiert-im-korper-wenn-trauma-das-korpergefuhl-blockiert" class="wp-block-heading">Was passiert im Körper, wenn Trauma das Körpergefühl blockiert?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Körperdissoziation ist eine Schutzreaktion des Nervensystems: Es schaltet Körperempfindungen ab, wenn eine Situation zu überwältigend war, um sie zu verarbeiten.<br><br>Was mir damals niemand erklären konnte, und was ich heute meinen Klientinnen zu erklären versuche: Das ist keine Frage des Willens, keine persönliche Schwäche, sondern das ist Biologie und in der akuten Situation eine sehr kluge Entscheidung des Nervensystems. <br><br>Wenn ein Mensch in seinen frühen Jahren Erfahrungen macht, die zu überwältigend sind, um sie zu verarbeiten, reagiert das vegetative Nervensystem mit dem ältesten Überlebensprogramm, das es kennt. Stephen Porges hat es in seiner Polyvagaltheorie beschrieben: Der sogenannte dorsale Vagusast, der phylogenetisch älteste Teil unseres Nervensystems, schaltet Empfindungen ab, wenn die Bedrohung zu groß ist, und macht das Unerträgliche erträglich, indem er es unspürbar macht. Der Körper nimmt dir das Fühlen weg, damit du überleben kannst.</p>



<h2 id="h-was-merkt-sich-der-korper-auch-wenn-du-ihn-nicht-spuren-kannst" class="wp-block-heading">Was merkt sich der Körper, auch wenn du ihn nicht spüren kannst?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Dein Körper merkt sich alles, er vergisst nicht, sondern er speichert deine Erfahrungen in Spannungsmustern, in deiner Haltung und Atemqualität.<br><br>Bessel van der Kolk beschreibt in &#8220;<strong><a href="https://www.shortform.com/de/pdf/the-body-keeps-the-score-pdf-bessel-van-der-kolk">Der Körper behält die Rechnung</a></strong>&#8221; (2014), wie genau das geschieht: Der Körper speichert alles, aber dieser Speicher liegt unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, die durch das traumatische Erleben deutlich hochgedreht wird, weshalb ein Signal sehr laut sein muss, um überhaupt zu dir durchzukommen. Es zeigt sich dir im Schmerz, den du nicht mehr ignorieren kannst, im Kollaps deiner Organe oder deiner Psyche, oder in der Erschöpfung, die du irgendwann nicht mehr wegzuschieben kannst.<br><br>Meine Ohnmacht nach dem Überschreiten der Ziellinie war in diesem Licht betrachtet ein Zeichen meines Nervensystems, das mich vor der Überforderung meines Körpers warnen wollte. Leider hat es fast zwanzig Jahre gedauert, bis ich die Signale wirklich deuten konnte.</p>



<h2 id="h-woran-erkenne-ich-eine-gestorte-korperwahrnehmung" class="wp-block-heading">Woran erkenne ich eine gestörte Körperwahrnehmung?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gestörte Körperwahrnehmung nach Trauma zeigt sich in anhaltender Erschöpfung, in Schmerzen, die immer wiederkehren, und in dem Gefühl, irgendwie immer falsch zu sein. Du vertraust dem, was dein Kopf dir erzählt, weil du die Signale, die dein Körper dir sendet, nicht einzuordnen weißt.<br><br>Wenn Frauen zu mir ins Coaching kommen, sagen sie selten &#8220;Ich spüre meinen Körper nicht.&#8221; Was ich stattdessen höre, klingt ungefähr so: &#8220;Ich bin zu dick.&#8221; &#8220;Mein Körper quält mich mit Hormonschwankungen und Regelschmerzen.&#8221; &#8220;Ich bin permanent erschöpft, und ich weiß nicht, warum.&#8221; <br><br>Der Körper wird ausschließlich dort wahrgenommen, wo er den Erwartungen nicht entspricht, gemessen an dem, was eine Frau gesellschaftlich zu leisten hat: schlank sein und leistungsfähig, schmerzensfrei und unauffällig. Wir trimmen unseren Körper aufs Funktionieren. Und wenn er das nicht tut, sehen wir ihn als Problem an.<br><br>Mir präsentiert sich eine durchgängig negative Körperwahrnehmung, die sich so in den Köpfen eingenistet hat, dass sie sich wie Realität anfühlt. Hör- und spürbar ist für mich eine tiefe, meist unbewusste Überzeugung, dass dieser Körper so, wie er ist, falsch ist. </p>



<h2 id="h-wann-begann-ich-meinem-korper-wieder-zu-glauben" class="wp-block-heading">Wann begann ich, meinem Körper wieder zu glauben?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Offen gestanden, kann ich das gar nicht so genau beschreiben. Es entstand in all den Jahren, in denen ich mich therapeutisch begleiten ließ und in denen ich lernte, mich selbst zu reflektieren und meine Wahrnehmung zu schulen. In diesem Prozess gab es drei Eckpunkte, von denen ich weiß, dass sie mir den Kanal zur Wahrnehmung meines Körpers geöffnet haben.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine Therapeutin hat mit mir eine Reise durch meinen Körper gemacht, im Sinne von Psychoedukation. Durch sie verstand ich, warum ich meine Körperempfindungen dissoziiert hatte. Sie erklärte mir, welche Funktion mein Körper für mein Leben hat und dass es ohne meinen Körper kein Leben für mich gibt. Sie erklärte mir meinen Körper, Organ für Organ, und erklärte mir, dass mein Gehirn Sauerstoff braucht, damit ich denken kann, und meine Lungen das ermöglichen. Durch ihre Erklärung öffnete sich in mir der Zugang für meinen Körper. Ich verstand, was für ein Wunderwerk mein Körper ist. Er, den ich zu hassen gelernt hatte, arbeitete trotz meiner Ablehnung all die Jahre für mich.</li>



<li>Etwas später, in einem anderen Therapieprozess, nach der Methode des katathymen Bilderlebens, lag ich imaginativ auf einer Wiese. Mein Körper fühlte sich an wie ein Stück totes Holz, in dem ich eingesperrt war, und mich nicht bewegen konnte. In diesem Moment spürte ich zum ersten Mal bewusst die Ohnmacht und die Hilflosigkeit, in der ich seit meiner Kindheit eingesperrt war. <br>In einer anderen Sitzung erlebte ich etwas, das ich bis heute schwer in Sprache fassen kann: Ich lag wieder auf der Wiese. Meine Hände und Füße gruben sich in den Boden ein, Wurzeln wuchsen aus meinen Fingerspitzen und Zehen immer tiefer in den Boden. Ich spürte die Wärme der Erde unter mir und ich spürte die Verbindung mit diesem Boden. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich mich wirklich behütet gefühlt habe. Dieser Moment hat sich für mich nicht so angefühlt wie ein Durchbruch, doch es war der Moment, der eine Tür in mir geöffnet hat, die danach nicht mehr ganz zugegangen ist.</li>



<li>Während dieser Zeit habe ich viel experimentiert. Habe Haltungen ausprobiert. Habe beobachtet, was sich ändert, wenn ich auf der Straße auf den Boden schaue oder, den mir entgegenkommenden Menschen ins Gesicht schaue. Was ändert sich, wenn ich meinen Kiefer entspanne, die Schultern? Wie fühlt es sich an, wenn ich meinen Körper schüttle, wie ein Kind einen Hampelmann mache?</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Vor diesen Erfahrungen wollte ich damals einen anderen Körper, einen unbeschmutzteren. Aber in diesen Therapien und Selbstversuchen begann sich etwas in mir zu verändern. Ich begann vorsichtig und ein wenig misstrauisch anzuerkennen, dass dieser Körper mich am Leben gehalten hat, und zwar völlig unabhängig davon, ob ich ihn mochte oder nicht.</p>



<h2 id="h-gibt-es-den-richtigen-weg-zuruck-in-den-korper" class="wp-block-heading">Gibt es den richtigen Weg zurück in den Körper?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gibt leider (oder zum Glück?) nicht den einen richtigen Weg, wie du dich deinem Körper annähern kannst. Der Weg ist immer individuell, weil deine Geschichte individuell ist. <br><br>Was ich in meiner Arbeit als systemische Therapeutin und Trauma-Coach erlebe, ist, dass es so viele Wege gibt, wie es Frauen gibt, die diesen Weg gehen wollen. Für einige beginnt der Weg über die Wahrnehmung ihres Atems. Sie bemerken zum ersten Mal, wie flach oder wie tief er ist, und was das mit ihrem inneren Zustand zu tun hat. Andere spüren ihren Körper zum ersten Mal im Schaukelstuhl, der einen beruhigenden Rhythmus erzeugt, der sich für sie wie Sicherheit anfühlt. Wieder andere berühren ihren Körper zum ersten Mal bewusst, ertasten mit neugierigen Fingern ihre Hand, ihre Schulter, spüren die Weichheit und Wärme ihrer Haut und staunen darüber, was das in ihnen auslöst.<br><br>Was mich dabei immer wieder überrascht, ist, wie bereitwillig sich viele Frauen auf diese Übungen einlassen, auch wenn sie ihnen skeptisch gegenüberstehen. Manchmal wirkt es auf mich, als hätte etwas in ihnen schon lange auf diese Einladung gewartet.<br><br>Inzwischen kann ich voller Überzeugung sagen: &#8220;Ich mag meinen Körper und ich mag sogar die Falten in meinem Gesicht, die ihm Ausdruck verleihen.&#8221; Vor allem aber mag ich an ihm, wie er mich warnt, wenn ich mich mal wieder überschätze, und wie er trotzdem für mich sorgt, auch wenn ich viele seiner Warnungen noch immer übergehe. Heute ist mein Körper für mich kein Feind mehr, sondern er ist mein Zuhause und gleichzeitig mein Weggefährte, auf den ich vertrauen kann. </p>



<h2 id="h-haufige-fragen-zu-korperwahrnehmung-nach-trauma" class="wp-block-heading">Häufige Fragen zu Körperwahrnehmung nach Trauma</h2>



<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block"><div class="schema-faq-section" id="faq-question-1787607348934"><strong class="schema-faq-question">Was ist Körperdissoziation nach Trauma?</strong> <p class="schema-faq-answer">Körperdissoziation nach Trauma bedeutet, dass das Nervensystem die Wahrnehmung innerer Körperzustände abschwächt oder abschneidet. Das ist eine automatische Schutzreaktion auf überfordernde Erfahrungen. Betroffene spüren ihren Körper oft nur in Extremen, wie durch starke Schmerzen, Erschöpfung oder im Kollaps, während das alltägliche Körpergefühl kaum zugänglich ist.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1787607482059"><strong class="schema-faq-question">Warum verlieren Menschen mit Traumageschichte das Körpergefühl?</strong> <p class="schema-faq-answer">Das vegetative Nervensystem schaltet Körperempfindungen gezielt ab, wenn eine Situation zu überwältigend war. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Polyvagal-Theorie"><strong>Stephen Porges beschreibt diesen Mechanismus in seiner Polyvagaltheorie</strong></a>: Der dorsale Vagusast versetzt den Körper in eine Art Erstarrung, die Empfindungen dämpft, um das Überleben zu ermöglichen. </p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1787607538938"><strong class="schema-faq-question">Kann sich Körperwahrnehmung nach einem Trauma wieder entwickeln?</strong> <p class="schema-faq-answer">Ja, doch es ist immer ein individueller Weg dorthin. Manche finden den Zugang über ihren Atem, andere über Bewegung, Berührung oder geleitete Imagination. In meiner Arbeit mit der TraumaBalance-Methode erlebe ich immer wieder, wie unterschiedlich die Zugänge zum eigenen Körpergefühl sein können und wie bereitwillig viele Frauen sich auf diese Reise einlassen, auch wenn sie anfangs skeptisch sind.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1787607656330"><strong class="schema-faq-question">Was hat die Polyvagaltheorie mit dem Verlust von Körpergefühl zu tun?</strong> <p class="schema-faq-answer">Die Polyvagaltheorie erklärt, warum das Nervensystem bei Trauma in einen Abschaltzustand wechselt. Der dorsale Vagusast, der evolutionär älteste Teil des Nervensystems, schaltet die Körperwahrnehmung herunter, wenn Flucht oder Kampf nicht mehr möglich sind. Das Verstehen dieses Mechanismus ist oft der erste Schritt, um dir selbst mit mehr Wohlwollen zu begegnen: Dein Körpergefühl ist nicht verschwunden, weil du &#8220;kaputt&#8221; bist, sondern es hat sich abgeschalten, damit du überleben konntest.</p> </div> </div>



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<p class="has-awb-color-1-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-2 wp-block-paragraph" style="background-color:#3d567c;font-size:14px"><strong>Dir hat dieser Blogartikel gefallen und du überlegst, mit mir zusammenzuarbeiten? Buche dir kostenfrei ein 30-minütiges Online-Kennenlerngespräch.<br>Ich freue mich auf dich!</strong></p>



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<p class="wp-block-paragraph"><br><br></p>
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		<title>Sie weinte die Tränen, die ich nicht weinen konnte – was Frauensolidarität wirklich bedeutet</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/sie-weinte-die-traenen-die-ich-nicht-weinen-konnte-was-frauensolidaritaet-wirklich-bedeutet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2026 16:28:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aktuelle Blogartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frauensolidarität beginnt oft bei der Frage, ob ich einer anderen Frau überhaupt vertrauen kann. In diesem Artikel erzähle ich vom Abend, der für mich alles verändert hat, warum dieses Vertrauen so schwer fällt und was Solidarität im ganz normalen Alltag bedeuten kann.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/sie-weinte-die-traenen-die-ich-nicht-weinen-konnte-was-frauensolidaritaet-wirklich-bedeutet/">Sie weinte die Tränen, die ich nicht weinen konnte – was Frauensolidarität wirklich bedeutet</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-block-image wp-duotone-unset-1">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="600" height="430" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/frauensolidaritaet-frauen-unterstuetzen-sich1.jpg" alt="Was Frauensolidarität bedeutet erklärt Trauma-Coach Sylvia Tornau" class="wp-image-14101" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/frauensolidaritaet-frauen-unterstuetzen-sich1-200x143.jpg 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/frauensolidaritaet-frauen-unterstuetzen-sich1-300x214.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/frauensolidaritaet-frauen-unterstuetzen-sich1-400x287.jpg 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/frauensolidaritaet-frauen-unterstuetzen-sich1.jpg 600w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>
</div>


<p class="wp-block-paragraph">Mein Beitrag zur<em> </em><a href="https://www.sylvia-tornau.de/aufruf-zur-blogparade-frauensolidaritaet/"><strong>Blogparade „Frauensolidarität – Müssen wir wirklich allein stark sein?</strong></a><em>&#8220;</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit 19 Jahren wohnte ich mit einer Freundin zusammen, und erst das Miteinanderleben führte dazu, dass wir uns wirklich kennenlernten. Eines Nachts saßen wir gemeinsam auf der Couch, teilten uns eine Flasche Rotwein, und irgendetwas in dieser Nacht brachte uns dazu, uns unsere Lebensgeschichten zu erzählen. Ich war damals noch voll im Dissoziationsmodus und habe ziemlich unbeteiligt über all das gesprochen, was mir in meiner Kindheit und Jugend widerfahren ist. Die Gewalt und die Vernachlässigung, das Nichtbeachtetwerden, außer als Vorzeigeobjekt. Heike saß mir damals gegenüber, und während ich erzählte, hielt sie die ganze Zeit über meine Hand und weinte. Sie weinte die Tränen, die ich noch gar nicht zulassen konnte. &nbsp;<br><br>Als ich fertig war, sah sie mich an und sagte: „Jetzt weiß ich, warum du manchmal versuchst, dir das Leben zu nehmen.&#8221;<br><br>Ich weiß noch, wie sich dieser Satz angefühlt hat. Es war, als würde ich mich im Spiegel erkennen. Zum ersten Mal in meinem Leben sah mich jemand wirklich, ohne mich zu bewerten und ohne mich abzuwerten für all die Verwirrung und Orientierungslosigkeit, die in mir wohnten. Heike hat meinen Schmerz gehalten, den ich selbst abgetrennt hatte. Heute sage ich: Das war Frauensolidarität.&nbsp;</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>Frauensolidarität bedeutet für mich, gesehen zu werden, ohne bewertet zu werden, und selbst die Bereitschaft mitzubringen, andere Frauen zu sehen, ohne sie zu bewerten, und für sie da zu sein, wenn es notwendig ist.</strong> &#8211; Sylvia Tornau</p>
</blockquote>



<div class="wp-block-yoast-seo-table-of-contents yoast-table-of-contents"><h2>Inhaltsverzeichnis</h2><ul><li><a href="#h-warum-fallt-vertrauen-zu-anderen-frauen-manchmal-so-schwer" data-level="2">Warum fällt Vertrauen zu anderen Frauen manchmal so schwer?</a></li><li><a href="#h-konkurrenz-statt-verbundenheit-eine-alte-lektion" data-level="2">Konkurrenz statt Verbundenheit – eine alte Lektion</a></li><li><a href="#h-was-passiert-wenn-frauen-anfangen-unterstutzung-wirklich-wahrzunehmen" data-level="2">Was passiert, wenn Frauen anfangen, Unterstützung wirklich wahrzunehmen?</a></li><li><a href="#h-wie-kann-frauensolidaritat-im-alltag-konkret-aussehen" data-level="2">Wie kann Frauensolidarität im Alltag konkret aussehen?</a></li><li><a href="#h-frauensolidaritat-heisst-mutig-zu-sein-ohne-zu-fragen-ob-die-andere-es-verdient" data-level="2">Frauensolidarität heißt, mutig zu sein, ohne zu fragen, ob die andere es verdient</a></li><li><a href="#h-haufige-fragen-zur-frauensolidaritat" data-level="2">Häufige Fragen zur Frauensolidarität</a></li></ul></div>



<p class="has-awb-color-5-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-3 wp-block-paragraph" style="background-color:#3b88b838;font-size:13px"><span dir="auto">Dir gefällt, was du liest? Hol dir Inspiration direkt in dein Postfach:</span> <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="https://3b2d642f.sibforms.com/serve/MUIFAIHk7rd8LjvuMvN93_BE4mxQmZ3pTr5t0j1c9HCUcw_DLv0-Q6vpocJs7KrbWjjDvniCLBbQ2yRVbuVvaS-X_ljzpm9titJ7lrqkgjYQqjBIyHmYsctM0ef1HjBfAjNyNIP5aQE5S6pw6NX1S-WRTTyssxV6ckr79_kxdu3aOsGOFxwvgTe42DqWHk7ECT_SSYGnIQWXwvI0">Abonniere meinen Newsletter!</a></strong></span></p>



<h2 id="h-warum-fallt-vertrauen-zu-anderen-frauen-manchmal-so-schwer" class="wp-block-heading">Warum fällt Vertrauen zu anderen Frauen manchmal so schwer?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Häufig sind es die Mütter, die bagatellisieren oder wie in meinem Fall, das Kind vorschicken, zu dem der Ehemann ganz offensichtlich eine &#8220;besondere&#8221; Beziehung hat. Sie nehmen die Zeichen und Emotionen ihrer Kinder nicht wahr, weil sie selbst nicht wahrhaben wollen oder können, was vor sich geht, oder weil sie sich davon bedroht fühlen.&nbsp;<br><br>Ich habe meiner Mutter viele Jahre lang genau diesen Verrat, sehr übel genommen. Damit habe ich einerseits den eigentlichen Täter, meinen Vater, geschützt, und andererseits ist durch ihr Ignorieren und Wegsehen in mir das Misstrauen gegen Frauen gewachsen. Das Schweigen meiner Mutter hat mich damals tiefer verletzt als vieles andere, und die Lektion, die ich dadurch lernte, war: Frauen schauen weg, sie halten nicht zu mir und sie lassen mich allein.<br><br>Das war die Selbsterzählung, basierend auf einer frühen Erfahrung, mit der ich aufgewachsen bin. <strong><a href="https://www.sylvia-tornau.de/alltagsdissoziation-symptome-und-selbstfuersorgepraktiken/" data-type="post" data-id="6876">Und sie saß lange so fest in mir,</a> </strong>dass die Frage, ob ich einer anderen Frau überhaupt vertrauen kann, viele meiner Begegnungen unbewusst begleitet hat. Ich wusste nicht, wie ein anderes Bild aussehen sollte, weil mir die Gegenbilder fehlten: Räume, in denen ich hätte erleben können, wie Frauen füreinander einstehen, wie sie sich wirklich wahrnehmen. Diese Räume kamen erst in meinen Zwanzigern in mein Leben.<br><br>Wenn Klientinnen mir heute von ähnlichen Erfahrungen erzählen, erkenne ich mich in ihnen wieder. Und ich weiß, wie viel Geduld es braucht, dieses erlernte Frauenbild langsam und vorsichtig zu weiten.&nbsp;&nbsp;</p>



<h2 id="h-konkurrenz-statt-verbundenheit-eine-alte-lektion" class="wp-block-heading">Konkurrenz statt Verbundenheit – eine alte Lektion</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab in meiner Kindheit und Jugend immer eine Schönste, eine Klügste, eine Begabteste, eine Sportlichste. Das war aus heutiger Sicht die patriarchale Erziehungslogik. Sie besagt: Für dich ist nur dann Platz, wenn du dich von den anderen abhebst, denn es kann nur eine geben. In dieser Logik wurden viele Frauen meiner Generation groß, und ich fürchte, sie sitzt noch heute in den Räumen, in denen Frauen miteinander arbeiten, konkurrieren und sich gegenseitig bewerten.&nbsp;<br><br>Diese Prägung wirkt weit über die Kindheit und weit über die Schulzeit hinaus, manchmal bis tief in das Erwachsenenleben hinein. Ich erlebe das in meiner Arbeit immer wieder: <a href="https://alltagsfeminismus.de/blog/stutenbissigkeit-wie-wird-aus-konkurrenz-kooperation/"><strong>Frauen, die anderen Frauen gegenüber misstrauisch sind</strong></a>, die neidisch sind auf das, was die andere hat oder kann. Und das erzählen sie sich noch lange, auch wenn sie bereits mehrfach erlebt haben, dass andere Frauen sie unterstützt und zu ihnen gestanden haben, für sie eingetreten sind. Diese Unterstützerinnen werden nicht selten als Ausnahmen abgespeichert, als die wenigen Freundinnen oder die besonderen Frauen.<br><br>Dieses vorsichtige Abwägen, das von klein auf erlernte Misstrauen gegen andere Frauen, schiebt sich vor eine mögliche Verbindung, bevor diese überhaupt entstehen kann.</p>



<h2 id="h-was-passiert-wenn-frauen-anfangen-unterstutzung-wirklich-wahrzunehmen" class="wp-block-heading">Was passiert, wenn Frauen anfangen, Unterstützung wirklich wahrzunehmen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://www.sylvia-tornau.de/traumabalance-methode/" data-type="post" data-id="10974"><strong>Im Coaching</strong></a> mache ich manchmal eine einfache Übung: Wir sammeln gemeinsam, wie oft andere Frauen die Klientin unterstützt haben, in kleinen Dingen und in großen. Wir schauen uns an, was wirklich war, auch auf die scheinbar kleinen Momente: die Kollegin, die einen Kaffee hingestellt hat; die Fremde, die im Zug gefragt hat, ob alles in Ordnung ist; die Freundin, die zugehört hat, ohne gleich Ratschläge zu geben.<br><br>Bei dieser Übung passiert manchmal etwas Wesentliches. Es macht plötzlich Klick und es wird erkannt, dass die Unterstützung durch andere Frauen durchaus vorhanden ist. Dadurch beginnt sich der Blick auf andere Frauen zu weiten, und damit öffnen sich neue Möglichkeiten der Begegnung. Hier zwei Beispiele dafür:&nbsp;<br><br>Eine Klientin hat sich nach einer solchen Sitzung angewöhnt, Frauen anzusprechen, deren Lächeln, Haltung oder Kleidung ihr gefällt. Sie verteilt ernst gemeinte Komplimente. Manchmal reagieren die angesprochenen Frauen irritiert darauf, viel häufiger jedoch dankbar und vergnügt. Aus einigen solcher Begegnungen haben sich Freundschaften entwickelt.<br><br>Eine andere Klientin war in einer Selbsthilfegruppe, in der sich die Frauen immer tiefer in ihre Elendsgeschichten hineinzogen. Sie war es müde, weil sie spürte, dass sie dort alle miteinander festhingen. Im Coaching haben wir für diese Treffen eine Struktur erarbeitet, die sie den anderen Frauen später vorgeschlagen hat: Wie können sie einander wirklich stützen? Was würde es bedeuten, nicht nur die finsteren Momente zu teilen, sondern auch gute Erfahrungen miteinander zu machen, etwas zu erleben, das verbindet? Heute ist aus dieser Gruppe ein lebendiges Netzwerk geworden. Ratschläge bleiben bei den Treffen außen vor, außer jemand bittet explizit darum.</p>



<h2 id="h-wie-kann-frauensolidaritat-im-alltag-konkret-aussehen" class="wp-block-heading">Wie kann Frauensolidarität im Alltag konkret aussehen?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Was ich mir wünsche, für dich, für uns alle und für mich, beginnt damit, Freundlichkeit wirklich wahr- und anzunehmen: &nbsp;</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Du trägst schwer an deinen Einkäufen und eine andere Frau hält dir die Tür auf.</li>



<li>Du siehst Trauer im Gesicht einer anderen Frau und schenkst ihr ein ermutigendes Lächeln.</li>



<li>Du wirkst unsicher und eine Frau, bleibt neben dir stehen, und fragt dich, ob alles in Ordnung ist.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Dinge passieren uns allen viel öfter, als wir sie wahrnehmen, denn häufig rauschen sie an uns vorbei, weil wir sie nicht bemerken, sie als Selbstverständlichkeiten abtun oder gar als etwas, was uns selbstverständlich zusteht.<br><br>Freundlichkeit ist nicht selbstverständlich und sie steht mir auch nicht zu. Ähnlich ist es bei dem Thema Unterstützung. Ich kann um Unterstützung bitten, aber ich kann Unterstützung nicht erwarten. Deshalb ist es aus meiner Sicht so wichtig, die eigene Wahrnehmung dafür zu schulen, was mir wirklich tagtäglich begegnet, und so meinen Erfahrungshorizont zu weiten, sodass ich mich irgendwann wirklich vom Leben und von anderen Frauen überraschen lassen kann.</p>



<h2 id="h-frauensolidaritat-heisst-mutig-zu-sein-ohne-zu-fragen-ob-die-andere-es-verdient" class="wp-block-heading">Frauensolidarität heißt, mutig zu sein, ohne zu fragen, ob die andere es verdient</h2>



<p class="wp-block-paragraph" id="h-frauensolidaritat-heisst-mutig-zu-sein-ohne-zu-fragen-ob-die-andere-es-verdientgenauso-wichtig-ist-mir-aber-auch-das-thema-selbstwahrnehmung-wann-unterstutzt-du-andere-frauen-und-warum-weil-du-dir-davon-etwas-erhoffst-oder-weil-die-andere-gerade-etwas-braucht-das-du-ihr-geben-kannst-und-willst-gerade-auch-im-offentlichen-raum-finde-ich-es-wichtig-dass-wir-aufeinander-achten-wenn-ich-merke-die-andere-wirkt-verstort-oder-angstlich-kann-ich-sie-fragen-ob-sie-unterstutzung-braucht-und-ich-kann-einschreiten-wenn-eine-andere-frau-in-der-strassenbahn-belastigt-oder-betatscht-wird-braucht-das-mut-ja-aber-ich-glaube-dass-dieser-mut-leichter-fliesst-wenn-wir-aufhoren-zu-fragen-ob-die-andere-das-verdient-und-einfach-sehen-da-ist-eine-in-bedrangnis-und-wenn-wir-uns-gegenseitig-so-unterstutzen-dann-ist-das-gelebte-frauensolidaritat-wenn-wir-alle-das-als-selbstverstandlich-ansehen-wurden-unabhangig-davon-ob-uns-die-andere-sympathisch-ist-ob-sie-schon-ist-ob-sie-uns-ahnelt-dann-machten-wir-alle-zusammen-die-welt-fur-uns-frauen-ein-kleines-stuck-sicherer-die-frau-auf-dem-fahrrad-aus-meinem-aufruf-zur-blogparade-hat-das-getan-sie-hat-eine-frau-bemerkt-die-nachts-auf-der-strasse-offensichtlich-angst-hatte-sie-hat-angehalten-und-die-frau-begleitet-bis-der-mann-der-sie-verfolgte-sich-zuruckzog">Genauso wichtig ist mir aber auch das Thema Selbstwahrnehmung: Wann unterstützt du andere Frauen? Und warum? Weil du dir davon etwas erhoffst? Oder weil die andere gerade etwas braucht, das du ihr geben kannst und willst? Gerade auch im öffentlichen Raum finde ich es wichtig, dass wir aufeinander achten. Wenn ich merke, die andere wirkt verstört oder ängstlich, kann ich sie fragen, ob sie Unterstützung braucht, und ich kann einschreiten, wenn eine andere Frau in der Straßenbahn belästigt oder betatscht wird.&nbsp;<br><br>Braucht das Mut? Ja. Aber ich glaube, dass dieser Mut leichter fließt, wenn wir aufhören zu fragen, ob die andere das verdient, und einfach sehen: Da ist eine in Bedrängnis. Und wenn wir uns gegenseitig so unterstützen, dann ist das gelebte <a href="https://www.forum-csr.net/News/12826/Frauensolidaritaet.html"><strong>Frauensolidarität</strong></a>.<br><br>Wenn wir alle das als selbstverständlich ansehen würden, unabhängig davon, ob uns die andere sympathisch ist, ob sie schön ist, ob sie uns ähnelt, dann machten wir alle zusammen die Welt für uns Frauen ein kleines Stück sicherer. Die Frau auf dem Fahrrad aus meinem <a href="https://www.sylvia-tornau.de/aufruf-zur-blogparade-frauensolidaritaet/"><strong>Aufruf zur Blogparade</strong></a> hat das getan. Sie hat eine Frau bemerkt, die nachts auf der Straße offensichtlich Angst hatte. Sie hat angehalten und die Frau begleitet, bis der Mann, der sie verfolgte, sich zurückzog.</p>



<h2 id="h-haufige-fragen-zur-frauensolidaritat" class="wp-block-heading">Häufige Fragen zur Frauensolidarität</h2>



<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block"><div class="schema-faq-section" id="faq-question-1786538261480"><strong class="schema-faq-question"><strong>Was bedeutet Frauensolidarität?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Frauensolidarität bedeutet für mich, eine andere Frau wirklich wahrzunehmen, ihr zuzuhören, ohne sie zu bewerten. Es bedeutet, anzuhalten und möglichst unterstützend einzugreifen, wenn eine andere Frau in Bedrängnis gerät. <br></p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1786538521023"><strong class="schema-faq-question"><strong>Warum fällt es Frauen mit Traumaerfahrungen schwer, anderen Frauen zu vertrauen?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Wenn die meist weiblichen Bezugspersonen, von denen wir als Kinder Schutz erwarten, wegschauen oder schweigen, dann hinterlässt das eine tiefe Spur. Das Vertrauen wurde verletzt, bevor es sich überhaupt festigen konnte. Dazu kommt, dass Frauen gesellschaftlich auf Konkurrenz trainiert wurden, sodass andere Frauen unbewusst als Bedrohung wahrgenommen werden statt als mögliche Verbündete.</p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1786538625399"><strong class="schema-faq-question"><strong>Wie kann ich Frauensolidarität im Alltag leben, wenn ich doch skeptisch bin?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Skepsis ist in vielen Fällen eine kluge Antwort auf echte Erfahrungen, und sie verdient Respekt. Was ich als hilfreich erlebe: den Fokus verschieben. Also weniger Fragen stellen wie „Warum vertraue ich Frauen nicht?&#8221; und mehr Fragen wie „Wann hat eine Frau für mich etwas getan, das ich gar nicht erwartet hätte?&#8221;<br></p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1786538870990"><strong class="schema-faq-question"><strong>Was tun, wenn eine Frau im öffentlichen Raum in Bedrängnis gerät?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Hinschauen und nicht wegsehen. Eine Möglichkeit ist, dich neben die betroffene Person zu stellen und sie direkt anzusprechen, als würdest du sie kennen: „Alles gut bei dir?&#8221;<br>Eine andere Möglichkeit ist es, andere konkret anzusprechen, etwa in der Art: „Sehen Sie auch, was da gerade passiert? Ich traue mich nicht allein, aber zusammen könnten wir der Frau helfen.”<br></p> </div> <div class="schema-faq-section" id="faq-question-1786539161081"><strong class="schema-faq-question"><strong>Müssen wir als Frauen wirklich allein stark sein?</strong></strong> <p class="schema-faq-answer">Ich bin überzeugt davon, dass wir das nicht müssen, weil andere da sind, die uns unterstützen. Wir müssen aber lernen, sie wahrzunehmen. Stärke entsteht in der Verbindung, und Verbindung schaffen wir, indem wir uns gegenseitig wahrnehmen und füreinander eintreten.<br></p> </div> </div>



<div class="wp-block-group"><div class="wp-block-group__inner-container is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained">
<div class="wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile has-awb-color-custom-17-background-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-4" style="color:#3d567c;grid-template-columns:auto 44%"><div class="wp-block-media-text__content">
<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-normal-font-size wp-block-paragraph">Wenn dich das, was du gerade gelesen hast, innerlich angesprochen hat und du spürst, dass du damit tiefer gehen möchtest, dann ist der Minikompass für dich da.</p>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" width="51" height="91" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/image.png" alt="" class="wp-image-14090" style="width:29px;height:auto"/></figure>
</div>


<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color wp-elements-5 wp-block-paragraph" style="color:#3d567c"></p>



<div class="wp-block-buttons has-awb-color-custom-17-background-color has-background is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-100"><a class="wp-block-button__link has-background wp-element-button" style="background-color:#3d567c">Hol dir den Minikompass für 0 €</a></div>
</div>



<div style="height:20px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
</div><figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="600" height="430" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Minikompass-1.png" alt="" class="wp-image-14080 size-full" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Minikompass-1-200x143.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Minikompass-1-300x214.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Minikompass-1-400x287.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/Minikompass-1.png 600w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure></div>
</div></div>



<div style="height:30px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>


<ul class="wp-block-latest-posts__list is-grid wp-block-latest-posts is-layout-flow wp-block-latest-posts-is-layout-flow"><li><div class="wp-block-latest-posts__featured-image"><a href="https://www.sylvia-tornau.de/weltfrauentag-2026-zwischen-muedigkeit-und-wut/" aria-label="Weltfrauentag 2026 – zwischen Müdigkeit und Wut"><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/03/Weltfrauentag-150x150.png" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="" style="" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/03/Weltfrauentag-66x66.png 66w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/03/Weltfrauentag-150x150.png 150w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a></div><a class="wp-block-latest-posts__post-title" href="https://www.sylvia-tornau.de/weltfrauentag-2026-zwischen-muedigkeit-und-wut/">Weltfrauentag 2026 – zwischen Müdigkeit und Wut</a><div class="wp-block-latest-posts__post-excerpt">Der Weltfrauentag 2026 hat mich erschöpft und gleichzeitig neu entzündet. Mein Kampfgeist ist ruhiger geworden, aber er ist immer noch da und ein Konzert der Schweizer Punkband Les Reines Prochaines hat in mir etwas freigesetzt, das ich für eine Weile nicht mehr gespürt hatte. Was mich das über Müdigkeit, Haltung und innere Drachinnen gelehrt hat.</div></li>
<li><div class="wp-block-latest-posts__featured-image"><a href="https://www.sylvia-tornau.de/innere-sicherheit-finden/" aria-label="Aufhören zu hoffen, anfangen zu leben: warum ich die wichtigste Person in meinem Leben wurde"><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2025/11/innere-Sicherheit2-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="" style="" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2025/11/innere-Sicherheit2-66x66.jpg 66w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2025/11/innere-Sicherheit2-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a></div><a class="wp-block-latest-posts__post-title" href="https://www.sylvia-tornau.de/innere-sicherheit-finden/">Aufhören zu hoffen, anfangen zu leben: warum ich die wichtigste Person in meinem Leben wurde</a><div class="wp-block-latest-posts__post-excerpt">Lange habe ich gewartet, dass andere erkennen, was mir angetan wurde. Doch dieses Warten hielt mich fest. Der Weg zu innerer Sicherheit begann für mich dort, wo ich aufhörte zu hoffen, und die wichtigste Person in meinem Leben wurde. Warum das schwer ist und was das konkret bedeutet, erfährst du in diesem Beitrag.</div></li>
<li><div class="wp-block-latest-posts__featured-image"><a href="https://www.sylvia-tornau.de/trauma-ist-politisch/" aria-label="Trauma ist politisch: Warum Schweigen keine Option mehr ist"><img decoding="async" width="150" height="150" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2025/06/Trauma-ist-politisch-150x150.jpg" class="attachment-thumbnail size-thumbnail wp-post-image" alt="" style="" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2025/06/Trauma-ist-politisch-66x66.jpg 66w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2025/06/Trauma-ist-politisch-150x150.jpg 150w" sizes="(max-width: 150px) 100vw, 150px" /></a></div><a class="wp-block-latest-posts__post-title" href="https://www.sylvia-tornau.de/trauma-ist-politisch/">Trauma ist politisch: Warum Schweigen keine Option mehr ist</a><div class="wp-block-latest-posts__post-excerpt">Trauma ist politisch – das behaupte ich, und ich meine es ernst. Es entsteht in gesellschaftlichen Strukturen, die Gewalt zulassen, Schweigen schützen und Betroffene allein lassen. In diesem Beitrag schreibe ich darüber, was mich wütend macht, was sich ändern muss und warum Schweigen für mich keine Option mehr ist.</div></li>
</ul>


<p class="wp-block-paragraph"><br></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Authentisch sein: Was es bedeutet und warum das positive Selbstbild uns täuscht</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/authentisch-was-es-bedeutet/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Aug 2026 19:02:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aktuelle Blogartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Authentisch sein ist für mich schon lange ein wichtiger Wert und doch hat mich der Kommentar einer Leserin zu meinem Artikel „Vom Trauma zur Freiheit: Lebensfreude im Alter" dazu inspiriert, noch einmal tiefer in das Thema einzutauchen. Sie schrieb, sie frage sich, ob Frauen wirklich Vorbilder fürs Älterwerden brauchen. Und: "Ist nicht eher Authentizität  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/authentisch-was-es-bedeutet/">Authentisch sein: Was es bedeutet und warum das positive Selbstbild uns täuscht</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-1"><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img decoding="async" width="600" height="430" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/authentisch-sein.png" alt="Authentisch sein - Sylvia am Teich inmitten von Sommerblumen" class="wp-image-14055" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/authentisch-sein-200x143.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/authentisch-sein-300x215.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/authentisch-sein-400x287.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/08/authentisch-sein.png 600w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>
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<p class="wp-block-paragraph">Authentisch sein ist für mich schon lange ein wichtiger Wert und doch hat mich der Kommentar einer Leserin zu meinem Artikel „<a href="https://www.sylvia-tornau.de/vom-trauma-zur-freiheit-im-alter/"><strong>Vom Trauma zur Freiheit: Lebensfreude im Alter</strong></a>&#8221; dazu inspiriert, noch einmal tiefer in das Thema einzutauchen. Sie schrieb, sie frage sich, ob Frauen wirklich Vorbilder fürs Älterwerden brauchen. Und: &#8220;Ist nicht eher Authentizität der Schlüssel?&#8221; Ihren Kommentar beendete sie mit den Worten: “Und mal Hand aufs Herz: Auch die strahlendsten Menschen haben ihre schwarzen Momente und kleine Lebenslügen, oder?”</p>
<p>Ich gebe zu, im ersten Moment fühlte ich mich angegriffen. Vielleicht war der Kommentar so gemeint, vielleicht auch nicht. Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß: Nach der ersten Reaktion der Abwehr spürte ich Neugier in mir und ich fragte mich: Was bedeutet authentisch sein wirklich? Wie entsteht es? Und ist es für Frauen, die früh Traumatisches erlebt haben, eine vollständig andere Frage als für alle anderen?</p>
<p>Diesen Fragen und Gedanken widme ich diesen Blogartikel. Danke, Susann, für deinen anregenden Kommentar.</p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8220;<strong>Wenn ich mich nicht selbst definiere, werde ich von den Fantasien anderer über mich zerquetscht und aufgefressen.</strong>&#8221; – Audre Lorde</p>
</blockquote>
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<div class="wp-block-column has-custom-css is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow wp-custom-css-db4d1e56" style="flex-basis:700px">
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-fusion-200 is-resized"><img decoding="async" width="200" height="200" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-200x200.png" alt="" class="wp-image-13112" style="width:106px;height:auto" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-66x66.png 66w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-150x150.png 150w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-200x200.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-300x300.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-400x400.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent-600x600.png 600w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2023/07/Hinweis-transparent.png 700w" sizes="(max-width: 200px) 100vw, 200px" /></figure>
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<p class="has-text-align-center has-text-color has-link-color wp-elements-6 wp-block-paragraph" style="color:#3d567c"><strong>Das Wichtigste in Kürze</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li class="has-text-color has-link-color wp-elements-7" style="color:#3d567c"><strong>Authentisch sein</strong> <strong>ist kein Zustand, den man erreicht</strong>, sondern es ist ein momentanes und ehrliches Verhältnis zu sich selbst.</li>
<li><strong>Authentizität wird häufig mit dem positiven Selbstbild verwechselt</strong>, dem ich entsprechen möchte, doch das ist oft nicht real.</li>
<li class="has-text-color has-link-color wp-elements-8" style="color:#3d567c"><strong>Wer versucht, authentisch zu wirken</strong>, <strong>verliert genau das</strong>, denn der Druck, echt zu sein, macht uns unecht.</li>
<li class="has-text-color has-link-color wp-elements-9" style="color:#3d567c"><strong>Für traumatisierte Frauen ist Authentizität keine Frage des Mutes</strong>, sondern des Zugangs zum eigenen Erleben.</li>
<li><strong>Das Nervensystem entscheidet</strong>, welche Wahrheiten wir gerade tragen können. Das ist ein Schutzmechanismus.</li>
<li class="has-text-color has-link-color wp-elements-10" style="color:#3d567c"><strong>Vorbilder helfen nicht, indem sie zeigen, wer wir sein sollen</strong>, sondern indem sie zeigen, was alles möglich ist.</li>
<li class="has-text-color has-link-color wp-elements-11" style="color:#3d567c"><strong>Der erste Schritt</strong>: Unterscheide, was dein eigenes Erleben ist und was eine fremde Erwartung.</li>
</ul>
</div>
</div>
<p class="has-awb-color-5-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-12 wp-block-paragraph" style="background-color:#3b88b838;font-size:13px"><span dir="auto">Dir gefällt, was du liest? Hol dir Inspiration direkt in dein Postfach:</span> <span style="text-decoration: underline;"><strong><a href="https://3b2d642f.sibforms.com/serve/MUIFAIHk7rd8LjvuMvN93_BE4mxQmZ3pTr5t0j1c9HCUcw_DLv0-Q6vpocJs7KrbWjjDvniCLBbQ2yRVbuVvaS-X_ljzpm9titJ7lrqkgjYQqjBIyHmYsctM0ef1HjBfAjNyNIP5aQE5S6pw6NX1S-WRTTyssxV6ckr79_kxdu3aOsGOFxwvgTe42DqWHk7ECT_SSYGnIQWXwvI0">Abonniere meinen Newsletter!</a></strong></span></p>
<div class="wp-block-yoast-seo-table-of-contents yoast-table-of-contents">
<h2>Inhaltsverzeichnis</h2>
<ul>
<li><a href="#h-warum-ist-authentizitat-kein-optimierungsziel" data-level="2">Warum ist Authentizität kein Optimierungsziel?</a></li>
<li><a href="#h-wenn-selbstbild-und-authentizitat-verwechselt-werden" data-level="2">Wenn Selbstbild und Authentizität verwechselt werden</a></li>
<li><a href="#h-was-bedeutet-authentisch-sein" data-level="2">Was bedeutet authentisch sein?</a></li>
<li><a href="#h-gibt-es-das-wahre-selbst-uberhaupt" data-level="2">Gibt es das wahre Selbst überhaupt?</a></li>
<li><a href="#h-warum-ist-authentisch-sein-fur-traumatisierte-frauen-besonders-schwer" data-level="2">Warum ist authentisch sein für traumatisierte Frauen besonders schwer?</a></li>
<li><a href="#h-funf-schritte-wie-dein-heimweg-beginnen-kann" data-level="2">Fünf Schritte, wie dein Heimweg beginnen kann</a></li>
<li><a href="#h-brauchen-wir-vorbilder-um-authentisch-zu-leben" data-level="2">Brauchen wir Vorbilder, um authentisch zu leben?</a></li>
<li><a href="#h-was-ist-der-unterschied-zwischen-einer-lebensluge-und-einer-schutzwahrheit" data-level="2">Was ist der Unterschied zwischen einer Lebenslüge und einer Schutzwahrheit?</a></li>
<li><a href="#h-was-dieser-kommentar-mir-gezeigt-hat" data-level="2">Was dieser Kommentar mir gezeigt hat</a></li>
<li><a href="#h-haufige-fragen-zu-authentizitat-und-trauma" data-level="2">Häufige Fragen zu Authentizität und Trauma</a></li>
</ul>
</div>
<h2 id="h-warum-ist-authentizitat-kein-optimierungsziel" class="wp-block-heading">Warum ist Authentizität kein Optimierungsziel?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Authentisch sein wird meiner Ansicht nach zum Problem, sobald es zur Anforderung wird, denn dann ist es keine Authentizität mehr, sondern eine Anpassungsleistung.</p>
<p>Die Anforderung hast du bestimmt schon auf Tassen gelesen, in Podcasts, auf Instagram oder in Coaching-Programmen gehört: &#8220;Lebe authentisch.&#8221; &#8220;Sei du selbst.&#8221; &#8220;Zeig dich so, wie du wirklich bist.&#8221; Prinzipiell klingt das gut und befreiend. Und trotzdem beschleicht mich beim Lesen und Hören manchmal ein seltsames Unbehagen.</p>
<p>Denn was passiert, wenn Authentizität selbst zum Anspruch wird, zu einer weiteren Aufgabe auf der langen Liste, auf der wir uns verbessern, optimieren, entwickeln sollen? Wenn dahinter die Forderung steht, dass ich nicht nur funktionieren, sondern dabei auch noch echt sein muss? Dann wird Authentizität zur Leistung und das ist für mich das Gegenteil von dem, was sie sein soll.</p>
<p>Ich habe das selbst erlebt, diese anstrengende Suche nach dem &#8220;wahren Selbst&#8221;, als wäre es ein Ort, den man finden und dann für immer bewohnen kann. Nur: Je mehr ich danach gesucht habe, desto weiter weg schien es zu rücken, und trotzdem gab es Momente, in denen ich mich authentisch fühlte.</p>
<p>Im Anspruch an die eigene Authentizität ist also ein Paradox eingebaut: Wer versucht, authentisch zu wirken, ist es schon nicht mehr. Deshalb gefällt es mir als Wert für mein Leben besser: Ein Wert ist eine Orientierungshilfe, weil ich mich daran ausrichten kann, auch wenn ich weiß, dass ich ihn nicht in jedem Moment meines Lebens halten werde.</p>
<h2 id="h-wenn-selbstbild-und-authentizitat-verwechselt-werden" class="wp-block-heading">Wenn Selbstbild und Authentizität verwechselt werden</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Es gibt noch eine zweite Verwechslung, die ich immer wieder beobachte: Authentizität wird nicht nur mit einem äußeren Anspruch verwechselt, sondern auch mit einem inneren. Mit einem positiven Selbstbild, dem ich entsprechen möchte. Einem Bild von mir, das stimmig ist und das glänzt, das sich aber, wenn ich ehrlich bin, gar nicht immer real anfühlt.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Und dann ertappe ich mich dabei, diesem positiven Selbstbild nicht zu entsprechen. Manchmal reagiere ich gereizt, obwohl ich doch jemand sein will, der gelassen ist. Oder ich ziehe mich von anderen zurück, obwohl ich mich doch als offenen Menschen wahrnehme. Es kann auch sein, dass ich erschöpft bin, obwohl mein Selbstbild von mir erwartet, &#8220;kraftvoll&#8221; zu sein. In den Momenten, in denen mir diese Diskrepanz auffällt, denke ich: &#8220;Ich bin nicht authentisch.&#8221;</p>
<p class="wp-block-paragraph">Aber ist das wirklich so? Was, wenn genau diese Gereiztheit, dieser Rückzug, diese Erschöpfung der authentischste Ausdruck von mir in diesem Moment ist?</p>
<p class="wp-block-paragraph">Das positive Selbstbild, dem ich entsprechen möchte, ist kein Abbild meiner Wirklichkeit – es ist ein Ideal. Und Ideale sind keine zuverlässigen Maßstäbe für Echtheit. Der erste Schritt zur Authentizität ist manchmal schlicht: loszulassen, wer ich sein sollte – um wahrzunehmen, wer ich gerade wirklich bin.</p>
<h2 id="h-was-bedeutet-authentisch-sein" class="wp-block-heading">Was bedeutet authentisch sein?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Für mich bedeutet authentisch sein vor allem, Widersprüche auszuhalten. Ich kann etwas von ganzem Herzen wollen und es gleichzeitig infrage stellen. Ich kann eine Überzeugung vertreten und den Zweifel daran kennen. Authentisch bin ich, wenn ich mich dir so zeige, wie ich im Moment wirklich bin, ohne mich zu verstellen und ohne mich an den Bewertungen anderer auszurichten. Das gelingt mir mal mehr und mal weniger. Und in Strukturen, in denen das nicht erwünscht ist, stoße ich schnell an Grenzen.</p>
<p>Authentizität ist für mich also kein Zustand, den man einmal erreicht. Sie ist ein Verhältnis zu sich selbst, zum Moment und zur anderen Person.</p>
<p>Der Moment der Authentizität entsteht genau dann, wenn ich aufgehört habe, ihn zu suchen. Wenn ich nicht mehr frage &#8220;Bin ich jetzt echt genug?&#8221;, sondern einfach sage, was ich wirklich meine oder was ich wirklich fühle. Ohne es für mein Gegenüber zu formen und zu glätten und für die Wirkung herzurichten. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Warum das so ist, wird klarer, wenn du verstehst, was frühe Verletzungen mit dem Kontakt zu dir selbst machen.</p>
<h2 id="h-gibt-es-das-wahre-selbst-uberhaupt" class="wp-block-heading">Gibt es das wahre Selbst überhaupt?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Bevor ich weitergehe, möchte ich bei einem Begriff innehalten, den ich vorhin schon genannt habe und den du wahrscheinlich oft gehört hast: das wahre Selbst. <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/donald-winnicott-1896-1971-wegbereiter-der-kinderpsychotherapie-8529ada9-0230-48f4-8630-5f46a266bd3e"><strong>Donald Winnicott, britischer Kinderarzt und Psychoanalytiker</strong></a>, prägte ihn in den 1960er Jahren aus seiner Beobachtung von Müttern und ihren Säuglingen.</p>
<p>Was er im Kind beobachtete: Wenn eine Mutter auf die spontanen Gesten ihres Kindes eingeht, auf seinen Hunger, seine Neugier und seine Lebendigkeit, darf das Kind bei sich bleiben. Es lernt: Mein Erleben ist willkommen. Was sich dann entfaltet, nannte Winnicott das wahre Selbst. Er beschreibt es nicht als eine feste Figur, sondern eher als eine Qualität: das Erleben von Spontaneität, von Echtheit und von lebendigem Kontakt mit sich selbst.</p>
<p>Passt die Mutter das Kind hingegen an ihre eigene Gestimmtheit an, lernt das Kind etwas anderes: Mein echtes Erleben ist hier nicht sicher. Es entwickelt eine Schutzschicht, nach Winnicott das falsche Selbst, damit die Beziehung zur Mutter (und den Bezugspersonen) erhalten bleibt. Diese Schutzschicht funktioniert und hält das Kind in der Verbindung. Aber sie kostet auch viel: Im späteren Leben sorgt sie dafür, dass wir funktionieren, uns dabei aber irgendwie unwirklich fühlen.</p>
<p>Ich finde dieses Bild treffend und möchte trotzdem etwas ergänzen. Ich glaube nicht, dass es einen festen Kern in uns gibt, der nur darauf wartet, freigelegt zu werden. Was ich stattdessen erlebe, in mir selbst und in der Arbeit mit Frauen: Es gibt Momente der Stimmigkeit. Momente, in denen das, was ich denke, fühle und tue, zusammenpasst.</p>
<p>Auch <a href="https://www.sylvia-tornau.de/arbeit-mit-inneren-anteilen/"><strong>aus der Anteilearbeit kenne ich das gut</strong></a>: Es gibt nicht ein wahres Selbst und ein anderes, das falsch ist. Es gibt viele Anteile in uns, auch sich widersprechende, und das, was manchmal &#8220;Selbst&#8221; genannt wird, ist keine Figur, sondern eine Fähigkeit. Die Fähigkeit, innezuhalten, zu beobachten und mitzufühlen, auch mit sich selbst.</p>
<p>Authentisch sein heißt dann nicht, ein verborgenes Selbst zu finden. Es heißt, in Kontakt zu sein mit dem, was gerade in dir ist. Auch wenn es sich morgen schon wieder anders anfühlt.</p>
<h2 id="h-warum-ist-authentisch-sein-fur-traumatisierte-frauen-besonders-schwer" class="wp-block-heading">Warum ist authentisch sein für traumatisierte Frauen besonders schwer?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Hier liegt, glaube ich, das Missverständnis, das mich an &#8220;Sei einfach du selbst&#8221; schon so lange stört. Authentizität wird oft als Frage von Mut behandelt. Als ob es nur darum ginge, sich zu trauen. Aber für viele Frauen ist das keine Frage des Mutes, sondern es ist eine Frage des Zugangs zum eigenen Erleben.</p>
<p>Wer in der Kindheit Traumatisches erlebt hat, emotionale Vernachlässigung, Übergriffe, das Aufwachsen in einem Umfeld, das keinen Raum für das eigene Erleben und die eigene Wahrnehmung ließ, hat das sogenannte &#8220;wahre Selbst&#8221; oft früh verborgen. Manchmal so früh, dass man als Erwachsene kaum weiß, dass da etwas verborgen liegt.</p>
<p>Ich kenne Momente, in denen ich gefragt wurde: &#8220;Was willst du eigentlich?&#8221; und in mir war nichts. Keine Antwort. In meiner Kindheit war das Wollen selbst zu gefährlich. Ich lernte, es zu ignorieren, und ich lernte, mich unsichtbar zu machen.</p>
<p>Das ist verwirrend und es ist eine Überlebensleistung. Aber sie hat eine Konsequenz: Authentizität für traumatisierte Frauen ist nicht dieselbe Aufgabe wie für jemanden, der weitgehend sicher aufgewachsen ist. Für die eine ist es ein Mut-Problem, während es für die andere ein Heimweg ist.</p>
<p>Dieser Heimweg fühlt sich meist nicht nach der großen, alles verändernden Ankunft an, sondern eher wie kleine Verschiebungen. Deine Stimmung, hebt sich, ohne dass du weißt, warum. Dein Körper entspannt sich und du bist froh und stolz auf dich, wenn es dir gelingt, zu einem eigenen Bedürfnis zu stehen, obwohl dir das Angst macht. Wenn du dir selbst näher kommst, merkst du am Anfang meistens nur, dass sich etwas leichter anfühlt als vorher. <strong><a href="https://www.sylvia-tornau.de/radikale-selbstfuersorge-ist-mehr-als-wellness-und-wohlfuehlen/">Zu deinen Bedürfnissen zu stehen, hat übrigens viel mit Selbstfürsorge zu tun</a>.</strong></p>
<h2 id="h-funf-schritte-wie-dein-heimweg-beginnen-kann" class="wp-block-heading">Fünf Schritte, wie dein Heimweg beginnen kann</h2>
<ol class="wp-block-list">
<li><strong>Unterscheiden lernen</strong>: Was fühle ich wirklich, und was fühle ich, weil jemand anderes es erwartet?</li>
<li><strong>Innere Anteile kennenlernen:</strong> Welcher Teil von dir meldet sich, wenn du Angst hast? Welcher, wenn du dich sicher fühlst?</li>
<li><strong>Entscheidungen treffen, die wirklich deine sind:</strong> Was willst du wirklich, was wollen andere? Triff deine Entscheidung für dich.</li>
<li><strong>Spüren lernen, bevor du regulierst:</strong> Was nimmt dein Körper wahr, bevor du es wegdrückst oder erklärst?</li>
<li><strong>Körperwahrnehmung schulen:</strong> Auch dein Kopf plappert ununterbrochen und übertönt dabei, was der Körper längst weiß. Bevor du deinem Körper vertrauen kannst, lerne, ihn überhaupt wahrzunehmen.</li>
</ol>
<h2 id="h-brauchen-wir-vorbilder-um-authentisch-zu-leben" class="wp-block-heading">Brauchen wir Vorbilder, um authentisch zu leben?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Vorbilder machen uns nicht authentisch, aber sie zeigen uns, dass möglich ist, was wir uns für uns selbst bislang nicht vorstellen konnten. </p>
<p>Ich muss noch einmal zurück zur Frage meiner Leserin, denn ich glaube, sie hat etwas Richtiges gespürt, es aber etwas zu schnell formuliert. Vorbilder machen uns nicht authentisch. Das stimmt. Kein Mensch von außen kann dir zeigen, wer du innen bist, aber Vorbilder können dir zeigen, dass etwas möglich ist.</p>
<p>Da gibt es die Frau, die mit 63 noch einmal ganz neu anfängt. Die plötzlich ihre Geschichte erzählt, ohne sich dafür zu entschuldigen. Wenn ich sie sehe, erkenne ich manchmal etwas in mir selbst, das ich bis jetzt nicht benennen konnte. Dabei geht es nicht darum, dass ich so sein will wie sie, sondern es ist eher die Erkenntnis: &#8220;Ach, das darf ich auch.&#8221;</p>
<p>Für Frauen, deren inneres Bild von &#8220;wer ich sein könnte&#8221; durch frühe Verletzungen begrenzt wurde, ist dieser Unterschied entscheidend. Ein Vorbild gibt dir keine Schablone vor, sondern es öffnet dir einen Raum der Möglichkeiten, von dem du davor vielleicht nicht wusstest, dass es ihn gibt.</p>
<h2 id="h-was-ist-der-unterschied-zwischen-einer-lebensluge-und-einer-schutzwahrheit" class="wp-block-heading">Was ist der Unterschied zwischen einer Lebenslüge und einer Schutzwahrheit?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Eine Schutzwahrheit ist eine innere Wahrheit, die das psychische System bewacht, weil ihre volle Wucht im Moment noch zu viel für mich oder dich wäre. Mit einer Lebenslüge vermeide ich es, die Verantwortung für mein Reagieren und Agieren zu übernehmen.</p>
<p>Meine Leserin hat geschrieben, dass auch die strahlendsten Menschen ihre kleinen Lebenslügen haben. Ich stimme ihr zu, würde es aber auf andere Art benennen. Lebenslüge, das klingt nach Versagen, nach Feigheit und nach Selbstbetrug. Was ich stattdessen beobachte, in mir und in der Arbeit mit traumatisierten Frauen, ist etwas anderes: Das innere System entscheidet, welche Wahrheiten wir über uns selbst ertragen können, welchen Schmerz und welchen noch nicht.</p>
<p>Dahinter verbirgt sich aus meiner Sicht also kein moralisches Versagen, sondern das ist die geniale, uns schützende Regulation unseres Körpers und unseres Nervensystems.</p>
<figure class="wp-block-table">
<table class="has-fixed-layout">
<tbody>
<tr>
<td>&nbsp;</td>
<td><strong>Schutzwahrheit</strong></td>
<td><strong>Lebenslüge</strong></td>
</tr>
<tr>
<td>Funktion</td>
<td>Schützt vor emotionaler Überwältigung</td>
<td>Vermeidet Verantwortung</td>
</tr>
<tr>
<td>Starrheit</td>
<td>Kann langsam berührt und befragt werden</td>
<td>Wird rigide verteidigt</td>
</tr>
<tr>
<td>Entstehung</td>
<td>Überlebensstrategie aus frühen Verletzungen</td>
<td>Bewusste oder unbewusste Vermeidung</td>
</tr>
</tbody>
</table>
</figure>
<p class="wp-block-paragraph">Das Ziel meiner Arbeit ist nie, diese Schutzschichten wegzureißen. Es geht darum, in einem sicheren Rahmen vorsichtig herauszufinden, was darunter liegt und ob es möglicherweise mehr Raum braucht, als es bisher hatte.</p>
<p>Authentizität entsteht nicht durch Enthüllung, sondern durch Annäherung. Enthüllung schafft neue Verletzungen, während Annäherung den Raum schafft für verdrängte Emotionen und Erinnerungen, ohne in Ohnmacht oder Schmerz erstarren zu müssen.</p>
<h2 id="h-was-dieser-kommentar-mir-gezeigt-hat" class="wp-block-heading">Was dieser Kommentar mir gezeigt hat</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Während ich das schreibe, merke ich: Mein erster Impuls, mich gekränkt zu fühlen, war ein Signal dafür, dass mich das Thema wirklich etwas angeht. Dass ich Festlegungen, die ich über mich getroffen habe und die mir wohlgefallen, immer wieder einmal hinterfragen darf.</p>
<p>Und das ist vielleicht für sich genommen schon ein Bild von dem, was Authentizität sein kann: hinschauen, wenn etwas in mir reagiert, es nicht wegschieben, sondern mich den Fragen stellen, die in mir aufkommen.</p>
<p>Wenn Authentizität sich für dich schwer anfühlt und wenn du nicht weißt, was du wirklich willst, fühlst oder denkst, dann kann dies ein Zeichen dafür sein, dass früh etwas Wichtiges in dir – deine Lebendigkeit? –&nbsp;geschützt werden musste. Und dass es jetzt, langsam, mehr Raum braucht.</p>
<p>Du darfst dir Zeit lassen auf diesem Weg. Er führt zu dir.</p>
<h2 id="h-haufige-fragen-zu-authentizitat-und-trauma" class="wp-block-heading">Häufige Fragen zu Authentizität und Trauma</h2>
<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block">
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785955457617"><strong class="schema-faq-question">Was bedeutet authentisch sein?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Authentisch sein bedeutet, in einem echten Kontakt mit dem zu sein, was gerade in mir vorgeht. Das ist kein Zustand, den man einmal erreicht. Es ist ein momentanes Verhältnis zu mir selbst, das sich immer wieder neu zeigt.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785955515223"><strong class="schema-faq-question">Was hat Trauma mit Authentizität zu tun?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Trauma kann dazu führen, dass wir den Zugang zu unserem eigenen Erleben verlieren. Das Nervensystem schützt uns, manchmal durch Dissoziation, manchmal durch Schutzwahrheiten. Authentisch zu werden bedeutet für traumatisierte Frauen deshalb oft: erst den Weg zurück zum eigenen Körper und Erleben finden, bevor man sich &#8220;zeigen&#8221; kann.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785955624383"><strong class="schema-faq-question">Was ist der Unterschied zwischen einer Lebenslüge und einer Schutzwahrheit?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Eine Lebenslüge verleugnet bewusst eine innere Realität und erzeugt Spannung. Eine Schutzwahrheit entsteht aus dem Nervensystem heraus: Sie reguliert, welche Wahrheiten wir gerade ertragen können. Das ist kein Betrug an uns selbst, sondern ein Überlebensmechanismus.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785955704077"><strong class="schema-faq-question">Warum fühle ich mich unecht, obwohl ich authentisch sein will?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Oft liegt das daran, dass wir Authentizität mit einem positiven Selbstbild verwechseln, dem wir entsprechen möchten. Wenn wir uns dabei ertappen, gereizt, erschöpft oder ängstlich zu sein, obwohl wir doch &#8220;eigentlich&#8221; anders sind, fühlt sich das wie ein Versagen an. </p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785955753746"><strong class="schema-faq-question">Wie komme ich meiner inneren Wahrheit näher?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Der erste Schritt ist, zu unterscheiden: Was ist wirklich mein Erleben und was ist eine Erwartung von außen oder innen? Körperwahrnehmung ist dabei ein verlässlicherer Kompass als deine Gedanken. Frag dich: Was spüre ich gerade wirklich,  bevor ich es bewertet habe?</p>
</p></div>
</p></div>
<div class="wp-block-media-text has-media-on-the-right is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-center has-background" style="background-color:#6e90a9;grid-template-columns:auto 30%">
<div class="wp-block-media-text__content">
<div class="wp-block-spacer" style="height: 28px;" aria-hidden="true"> </div>
<p class="has-awb-color-1-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-13 wp-block-paragraph" style="background-color:#3d567c;font-size:14px"><strong>Dir hat dieser Blogartikel gefallen und du überlegst, mit mir zusammenzuarbeiten? Buche dir kostenfrei ein 30-minütiges Online-Kennenlerngespräch.<br>Ich freue mich auf dich!</strong></p>
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<p class="wp-block-paragraph" id="h-was-bedeutet-authentizitat">&nbsp;</p>
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		<title>Radikale Selbstfürsorge ist mehr als Wellness und Wohlfühlen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 21:07:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[aktuelle Blogartikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Vor fünfzehn Jahren badete ich mich durch eine schwere Zeit. Manchmal badete ich dreimal am Tag, meist mit Kerzen auf dem Wannenrand und einem Badeöl, das nach Lavendel roch. Nach meiner Trennung wurde die Badewanne mein verlässlichster Zufluchtsort, und trotzdem warteten die Einsamkeit, die Minderwertigkeitsgefühle und das Gefühl der Verlorenheit jedes Mal auf  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-2"><div class="wp-block-image">
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</div>
<p>&nbsp;</p>
<p class="wp-block-paragraph">Vor fünfzehn Jahren badete ich mich durch eine schwere Zeit. Manchmal badete ich dreimal am Tag, meist mit Kerzen auf dem Wannenrand und einem Badeöl, das nach Lavendel roch. Nach meiner Trennung wurde die Badewanne mein verlässlichster Zufluchtsort, und trotzdem warteten die Einsamkeit, die Minderwertigkeitsgefühle und das Gefühl der Verlorenheit jedes Mal auf mich, wenn ich wieder ausstieg.</p>
<p>Diese Bäder trösteten mich, doch sie veränderten nichts. Genau das ist der Unterschied, über den ich heute schreiben will, über den Unterschied zwischen Trost und radikaler Selbstfürsorge.</p>
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</div>
<p class="has-text-align-center wp-block-paragraph"><strong>Das Wichtigste in Kürze</strong></p>
<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Radikale Selbstfürsorge bedeutet</strong>, die eigenen Bedürfnisse klar zu benennen und aufzuhören, sie zu verhandeln, ganz unabhängig von fremden Erwartungen.</li>
<li><strong>Trost (Bäder, Kerzen, Me-Time) ist wertvoll</strong>, aber er verändert weder Situationen noch die eigene innere Haltung.</li>
<li><strong>Das Radikale an dieser Form der Selbstfürsorge ist</strong>, dass du unausgesprochene Erwartungen nicht mehr vorauseilend erfüllst und bei ausgesprochenen Erwartungen bewusst entscheidest, ob du sie erfüllen willst oder nicht.</li>
<li><strong>Das Bambi-Prinzip</strong>: Wer „Ich möchte“ sagt, legt den Kopf schief und bittet um Erlaubnis. Wer „Ich will“ sagt, steht aufrecht und entscheidet.</li>
<li><strong>Widerstand gegen diese Form der Selbstermächtigung</strong>, aus dem Umfeld gehört zum Weg und ist ein Zeichen dafür, dass echte Veränderung passiert.</li>
</ul>
</div>
</div>
<div style="height:33px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
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<h2>Inhaltsverzeichnis</h2>
<ul>
<li><a href="#h-was-trostet-und-was-verandert-wirklich" data-level="2">Was tröstet und was verändert wirklich?</a></li>
<li><a href="#h-was-hat-mir-damals-wirklich-geholfen" data-level="2">Was hat mir damals wirklich geholfen?</a></li>
<li><a href="#h-was-macht-selbstfursorge-radikal" data-level="2">Was macht Selbstfürsorge radikal?</a></li>
<li><a href="#h-wollen-statt-mochten-die-bambi-haltung" data-level="2">Wollen statt möchten: die Bambi-Haltung</a></li>
<li><a href="#h-was-passiert-wenn-du-mit-radikaler-selbstfursorge-beginnst" data-level="2">Was passiert, wenn du mit radikaler Selbstfürsorge beginnst?</a></li>
<li><a href="#h-was-ich-dir-mitgeben-will" data-level="2">Was ich dir mitgeben will</a></li>
<li><a href="#h-haufige-fragen-zur-radikalen-selbstfursorge" data-level="2">Häufige Fragen zur radikalen Selbstfürsorge</a></li>
</ul>
</div>
<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>
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<div style="height:33px" aria-hidden="true" class="wp-block-spacer"></div>
<h2 id="h-was-trostet-und-was-verandert-wirklich" class="wp-block-heading">Was tröstet und was verändert wirklich?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Radikale Selbstfürsorge ist für mich die Praxis, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, zu kennen, klar zu benennen und dafür einzustehen, auch dann, wenn es andere stört. Trost ist wichtig, denn er hält uns aufrecht, wenn der Boden unter uns wegbricht. Eine warme Badewanne, eine Tasse Tee, ein guter Film, die Umarmung eines vertrauten Menschen&nbsp;– all das sind Mittel, um durch schwierige Momente zu kommen. Ich nutze sie bis heute, besonders in Zeiten, in denen der Berufsalltag mit seinen unzähligen ausgesprochenen und unausgesprochenen Erwartungen an mir zieht.</p>
<p>Aber Trost ist kein Fundament für ein gutes Lebensgefühl. Er ist eine Brücke über den Graben zwischen dem, was du dir gibst, und dem, was du wirklich brauchst.</p>
<p>Radikale Selbstfürsorge beginnt, wenn du aufhörst, für alles die Brücke zu nutzen, und in den Graben steigst, um aufzuräumen, was dort auf dich wartet.</p>
<h2 id="h-was-hat-mir-damals-wirklich-geholfen" class="wp-block-heading">Was hat mir damals wirklich geholfen?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">In den Wochen nach meiner Trennung habe ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas getan, das sich ungewohnt anfühlte und gleichzeitig so wichtig war: Ich habe klar gesagt, was ich brauche.</p>
<p>Ich habe zwei Freundinnen gefragt, ob ich ein paar Tage bei ihnen wohnen kann. Dabei wollte ich weder reden, noch aufgeheitert werden. Was ich brauchte, war das Gefühl, nicht allein zu sein und trauern zu können. Ich sagte den beiden, dass ich mitleidige Blicke und aufmunternde Gesten in dieser Situation nicht aushalten könne.</p>
<p>Sie haben das akzeptiert. Die eine hat für mich gekocht und mir Tee ans Bett gebracht. Die andere hat darauf bestanden, dass ich jeden Tag mindestens eine halbe Stunde in den Park gehe, ohne Hörbuch oder sonstige Ablenkung. Sie hat mich aufgefordert, den Wind zu spüren, die Sonne oder den Regen, um mich wieder mit mir selbst zu verbinden, mit meinem Körper, der in der Trauer gefangen war. Das hat mich nicht sofort, aber langsam und stetig ins Leben zurückgebracht.</p>
<p>Und dann war da noch das Gespräch mit meinem Chef. Ich bin zu ihm gegangen und habe gesagt: Ich weiß nicht, ob ich gerade wirklich produktiv bin. Aber es tut mir gut, auf der Arbeit zu sein. Wir haben zwei Möglichkeiten: Entweder ich lasse mich krankschreiben und falle komplett aus, oder ich komme jeden Tag, solange ich kann, und gehe, sobald die Traurigkeit mich überrollt. Ich wollte nicht im Büro sitzen und weinen, das ist für mich ein intimer Moment, und da bin ich lieber allein. Er hat dem zugestimmt und ich habe ein Vierteljahr Trauerzeit bekommen.</p>
<p>Was all das verbindet: Ich habe meine Bedürfnisse nicht mehr verhandelt. Ich habe sie benannt, klar und ohne Entschuldigung, und damit anderen ermöglicht, wirklich für mich da zu sein. Nicht als meine Retterinnen, sondern als Wegbegleiterinnen.</p>
<h2 id="h-was-macht-selbstfursorge-radikal" class="wp-block-heading">Was macht Selbstfürsorge radikal?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Audre Lorde – Schriftstellerin, Aktivistin und Schwarze Feministin – schrieb 1988, während sie an Krebs erkrankt war:</p>
<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph"><strong>&#8220;Für mich selbst zu sorgen ist keine Selbstgefälligkeit, es ist Selbsterhaltung, und das ist ein Akt des politischen Krieges.&#8221;</strong> – Audre Lorde, A Burst of Light (1988)</p>
</blockquote>
<p class="wp-block-paragraph">Für sich zu sorgen in einer Gesellschaft, die das von bestimmten Menschen nicht erwartet, das war für Audre Lorde ein Akt des Widerstands. Radikal daran war für sie die politische Kampfansage. Diesen politischen Kampf unterstütze ich, weil er noch immer relevant ist für Millionen, wenn nicht gar Milliarden von Frauen weltweit. </p>
<p>Für mich ist die Radikalität daran etwas anderes, etwas Persönlicheres, und ich glaube, für viele Frauen, die ich in meiner Arbeit begleite, ist es das auch. Ich meine den endgültigen Bruch mit dem, was andere von uns erwarten. </p>
<p>Besonders mit den unausgesprochenen Erwartungen hatte ich lange meine Probleme, denn ich war darauf geeicht. Heute ignoriere ich diese. Ich habe keine Lust mehr auf Rätselraten, und in die Köpfe anderer Menschen kann ich zum Glück nicht hineinsehen. Wenn jemand eine Erwartung hat, darf diese gern ausgesprochen werden, doch ich entscheide, ob ich sie erfüllen will und kann.</p>
<p>Diesen Satz – ob ich sie erfüllen will und kann – sage ich bewusst. Ich sage bewusst nicht, ob ich muss oder soll. Ich sage, ob ich will.</p>
<h2 id="h-wollen-statt-mochten-die-bambi-haltung" class="wp-block-heading">Wollen statt möchten: die Bambi-Haltung</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Für mich ist das Wollen eine Frage der Haltung, des Zu-meinen-Bedürfnissen-Stehen. Gleichzeitig ist es der Unterschied zwischen einem <a href="https://www.sylvia-tornau.de/verhaltensmuster-erkennen/">Muster, das uns einmal geschützt hat</a>, und einer freien Entscheidung.</p>
<p>Die Bambi-Haltung, so nenne ich diese Körperhaltung der Bedürfnisbitte. Wenn Frauen etwas möchten, legen sie oft den Kopf schief. Die Stimme wird ein wenig weicher. Die Schultern sinken minimal. Eine Geste, die sagt: Ich stelle eine Bitte, bitte sei gnädig mit mir. Bei traumatisierten Frauen ist das nicht selten eine Traumareaktion, die sogenannte <a href="https://www.meine-krankenkasse.de/ratgeber/mentale-gesundheit/fawn-response-wenn-du-es-allen-recht-machen-willst">Fawn-Response, auf Deutsch auch der Bambi-Reflex</a> genannt.<br>Wenn du mehr darüber wissen willst, hol dir gern mein kostenfreies PDF „<a href="https://www.sylvia-tornau.de/zurueck-zu-mir/">Zurück zu mir</a>&#8220;. </p>
<p>Wenn ich etwas will, stehe ich aufrecht, weil ich zu meinem Bedürfnis stehe und nicht mehr danach frage, ob mir das zusteht oder ob ich das darf. Es kommt vor, dass andere, die mich bisher als für ihre Bedürfnisse engagiert erlebt haben, mein „Ich will“ als vermessen oder aggressiv bewerten. Heute sehe ich das als deren Problem. Ich bin noch immer gern für andere da, aber nicht zu meinen Lasten.</p>
<p>Tatsächlich finde ich es furchtbar, dass wir Kindern beibringen, &#8220;ich möchte&#8221; zu sagen, wenn sie etwas wollen, als wäre das eine Form von Höflichkeit. Dabei lehren wir sie damit nur, sich kleinzumachen, bevor jemand anderes es tut.</p>
<p>Radikale Selbstfürsorge bedeutet für mich: den eigenen Bedürfnissen mit Würde zu begegnen, ganz ohne Entschuldigung.</p>
<h2 id="h-was-passiert-wenn-du-mit-radikaler-selbstfursorge-beginnst" class="wp-block-heading">Was passiert, wenn du mit radikaler Selbstfürsorge beginnst?</h2>
<p class="wp-block-paragraph">In meiner Arbeit mit Frauen beobachte ich immer wieder denselben Prozess.</p>
<ul class="wp-block-list">
<li><strong>Die erste Reaktion</strong>, wenn jemand beginnt, echte Selbstfürsorge zu üben, also wirklich für sich einzustehen, die Erwartungen anderer loszulassen und klar zu sagen, was er oder sie will, ist oft ein Erschrecken: Darf ich das? Steht mir das zu?</li>
<li>Kurz darauf kommt die zweite Welle: <strong>die Konfrontation mit dem Widerstand von außen. </strong>Da gibt es die Freundin, die beleidigt reagiert, weil sie plötzlich eine Absage bekommt. Oder dem Partner, wird die neue Eigenständigkeit unbequem oder die Kollegin reagiert zickig, weil sie ihre Arbeit nicht länger auf deinem Schreibtisch abladen darf. Das heißt, das Umfeld vermisst die vertraute, verfügbare und immer funktionierende Version von dir. Viele machen dann einen Schritt zurück. Aus Angst, als egoistisch zu gelten, und aus Angst, am Ende allein dazustehen.</li>
<li><strong>Weitermachen:</strong> Es dauert eine Weile, bis der Schmerz über die Ablehnung verarbeitet ist, und es braucht ein bisschen Mut, aber dann trauen sich fast alle, die es einmal ausprobiert haben, wieder. Weil sie gespürt haben, wie es sich anfühlt, für sich einzustehen und die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse nicht mehr von der Reaktion anderer abhängig zu machen.</li>
</ul>
<h2 id="h-was-ich-dir-mitgeben-will" class="wp-block-heading">Was ich dir mitgeben will</h2>
<p class="wp-block-paragraph">Radikale Selbstfürsorge ist weder ein Programm noch eine Methode. Sie ist eine Haltung und eine Entscheidung, die du immer wieder neu treffen darfst.<br>Es ist die Entscheidung, deine Bedürfnisse nicht mehr zu rechtfertigen, und unausgesprochene Erwartungen ziehen zu lassen. Und es ist die Entscheidung, aufrechtzustehen, wenn du etwas willst.</p>
<p class="wp-block-paragraph">Bäder und Kerzen sind schön. Me-Time ist essenziell. Ich schaffe mir seit Jahren ein Wochenende im Monat, das nur mir gehört. Es ist mein persönlicher Ausbruch aus dem Müssen. An diesem Wochenende mache ich wirklich nur, was ich in dem Moment gerade will. Auch Trost hat seinen Platz in meinem Leben. Aber echte Selbstfürsorge beginnt dort, wo du aufhörst zu fragen, ob du das darfst.</p>
<p>Das darfst du. Das steht dir zu. Immer!</p>
<h2 id="h-haufige-fragen-zur-radikalen-selbstfursorge" class="wp-block-heading">Häufige Fragen zur radikalen Selbstfürsorge</h2>
<div class="schema-faq wp-block-yoast-faq-block">
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785185958016"><strong class="schema-faq-question">Was bedeutet radikale Selbstfürsorge?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Radikale Selbstfürsorge bedeutet, die eigenen Bedürfnisse zu kennen, klar zu benennen und konsequent für ihre Erfüllung einzustehen, unabhängig von fremden Erwartungen. Es geht um eine innere Haltung, nicht um eine Methode oder ein Programm.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785186000992"><strong class="schema-faq-question">Was ist der Unterschied zwischen Trost und radikaler Selbstfürsorge?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Trost hilft, schwierige Momente zu überbrücken. Radikale Selbstfürsorge geht tiefer: Sie verändert die eigene Haltung dir selbst gegenüber und die Art, wie du mit deinen Bedürfnissen umgehst.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785186027307"><strong class="schema-faq-question">Was ist die Bambi-Haltung?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Es ist die Körperhaltung einer Bedürfnisbitte: Kopf schief, Stimme weich, zitternde Knie und auf Erlaubnis wartend. Das kann eine Traumafolge sein, die sogenannte Fawn-Response.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785186059785"><strong class="schema-faq-question">Wie reagiert das Umfeld auf radikale Selbstfürsorge?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Häufig mit Irritation oder Widerstand, besonders von Menschen, die an die verfügbare oder immer funktionierende Version von dir gewöhnt waren. Dieser Widerstand ist schmerzhaft, aber auch ein Zeichen für dich: Es ist echte Veränderung.</p>
</p></div>
<div class="schema-faq-section" id="faq-question-1785186102795"><strong class="schema-faq-question">Ist Selbstfürsorge dasselbe wie Egoismus?</strong> </p>
<p class="schema-faq-answer">Das Erschrecken „Darf ich das überhaupt?&#8221; ist der erste Schritt und die häufigste Frage meiner Klientinnen. Echte Selbstfürsorge ist kein Egoismus. Sie ist die Voraussetzung dafür, langfristig für andere da sein zu können, ohne den Kontakt zu dir dabei zu verlieren.</p>
</p></div>
</p></div>
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<div class="wp-block-media-text__content">
<div class="wp-block-spacer" style="height: 28px;" aria-hidden="true"> </div>
<p class="has-awb-color-1-color has-text-color has-background has-link-color wp-elements-14 wp-block-paragraph" style="background-color:#3d567c;font-size:14px"><strong>Dir hat dieser Blogartikel gefallen und du überlegst, mit mir zusammenzuarbeiten? Buche dir kostenfrei ein 30-minütiges Online-Kennenlerngespräch.<br>Ich freue mich auf dich!</strong></p>
<div class="wp-block-spacer" style="height: 27px;" aria-hidden="true"> </div>
<div class="wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex">
<div class="wp-block-button"><a class="wp-block-button__link has-background has-custom-font-size wp-element-button" style="background-color:#3d567c;font-size:15px"><strong>Buche hier deinen Kennenlerntermin!</strong></a></div>
</div>
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<figure class="wp-block-media-text__media"><img decoding="async" width="450" height="450" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4.png" alt="" class="wp-image-13920 size-full" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4-66x66.png 66w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4-150x150.png 150w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4-200x200.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4-300x300.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4-400x400.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2026/07/4.png 450w" sizes="(max-width: 450px) 100vw, 450px" /></figure>
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</div></div></div></div></div><p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/radikale-selbstfuersorge-ist-mehr-als-wellness-und-wohlfuehlen/">Radikale Selbstfürsorge ist mehr als Wellness und Wohlfühlen</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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