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	<title>Zettelkasten Archive - Sylvia Tornau</title>
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	<description>Trauma verstehen, Muster verändern, Beziehungen heilen</description>
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	<title>Zettelkasten Archive - Sylvia Tornau</title>
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		<title>Nachdenken über eine Fahrt im Taxi</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 06 Sep 2018 19:08:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine Unterhaltung mit einem Fahrer im Taxi hat mich heute erst ein wenig wütend und dann sehr nachdenklich gemacht. Das Taxi kommt Mit viel Gepäck stand ich vor der Haustür und wartete auf das bestellte Taxi. Meine Reisetasche ist groß und wegen der Reiseliteratur ziemlich schwer. "Haben Sie da Steine drin?" fragte der Taxifahrer.  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="ai-optimize-6"><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-1 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-0 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-1"><p><img decoding="async" class="wp-image-1730 size-full aligncenter" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2018/09/img_20180723_203509-992x744-248x1862907935090975693282.jpg" width="248" height="186" /></p>
<p class="ai-optimize-7">Eine Unterhaltung mit einem Fahrer im Taxi hat mich heute erst ein wenig wütend und dann sehr nachdenklich gemacht.</p>
<h2 class="ai-optimize-8" style="text-align: center;">Das Taxi kommt</h2>
<p class="ai-optimize-9">Mit viel Gepäck stand ich vor der Haustür und wartete auf das bestellte Taxi. Meine Reisetasche ist groß und wegen der Reiseliteratur ziemlich schwer. &#8222;Haben Sie da Steine drin?&#8220; fragte der Taxifahrer. &#8222;Nein, nur Reiseliteratur&#8220; antwortete ich. &#8222;Was die Leute so mit in den Urlaub nehmen&#8220; wunderte er sich. Zwischen uns entspann sich ein Gespräch über mein Reiseziel Irland. Dort sei es ihm nicht warm genug, meinte er. Als ich seine Frage, warum ich denn nicht zum Bahnhof wolle, damit beantwortete, dass ich vor meiner Abreise noch ein paar Stunden arbeiten müsse, bekam das Gespräch eine merkwürdige Richtung.</p>
<h2 class="ai-optimize-10" style="text-align: center;">Small Talk im Taxi</h2>
<p class="ai-optimize-11">Eigentlich war es bis dahin mehr ein Frage-Antwort-Spiel. Small Talk im Taxi eben. Aber kaum hatte ich erzählt, dass ich noch arbeiten müsse (das mit dem Muss war eine Unachtsamkeit von mir, im Grunde arbeite ich sehr gern und will das auch), fing er an: Seit 35 Jahren gehe er arbeiten und er findet, dass die, die arbeiten, nie Zeit haben. Das stört ihn. Wofür arbeitet er denn, wenn das ganze Leben sowie nur aus Stress und Stress besteht. Dabei kenne er so viele Sozialschmarotzer, hat schon viele davon gefahren. Die haben Zeit, die haben immer Zeit. Die können ausschlafen und sich ein schönes Leben machen, während die, die arbeiten immer gestresst und gehetzt sind.</p>
<h2 class="ai-optimize-12" style="text-align: center;">Dicke Luft</h2>
<p class="ai-optimize-13">Meine Frage, ob er ernsthaft der Meinung sei, dass Hartz IV Empfänger ein schönes Leben haben, beantwortete er mit &#8222;Naja, die müssen schon ihre Ansprüche runterschrauben, aber ja, mit Hartz IV kann man offenbar ganz gut leben.&#8220; Als ich ihm sagte, dass ich Sozialarbeiterin bin und viele meiner KlientInnen nicht sehr entspannt und zufrieden sind, brach es aus ihm heraus: &#8222;Ach Sie sind wie meine Tochter. Mit ihren 2 Studienabschlüssen will sie die Welt retten. Aber die Welt ist nicht zu retten. Mit mir redet sie nicht mehr, nur noch mit meiner Frau.&#8220; Er erzählte dann noch, dass seine Tochter sich in der Flüchtlingshilfe engagiert, während er der Meinung ist, die ganzen Ausländer sollten zurück und die Politik habe versagt, weil sie die Probleme nicht dort löst, wo sie entstehen. Stattdessen leben die hier auf unsere Kosten.</p>
<h2 class="ai-optimize-14" style="text-align: center;">Kommunikationsknoten</h2>
<p class="ai-optimize-15">Es war verrückt, immer wenn ich einen Einwand machte, zum Beispiel, dass wir Westeuropäer doch einen großen Anteil haben, an den Problemen in Afrika (ehemalige Kolonien, unsere Abfälle die dort landen, die Ausbeutung der Bodenschätze), ruderte er ein wenig zurück, kam mir auf seine verschrobene Weise ein Stück entgegen: &#8222;Ich kenne auch ganz tolle Ausländer, die hier geboren sind, die sind auch genervt von dem Ganzen.&#8220; Meinen Einwand &#8222;aber wenn sie hier geboren sind, dann sind das doch Deutsche und keine Ausländer&#8220;, ignorierte er. Es war ein merkwürdig waberndes Gespräch, in dem der Themenkreis immer enger und kleiner wurde, auch weil er nach jeder Gegenrede von mir, das vorherige Thema zu vermeiden suchte. Kurz vor der Ankunft am Ziel sagte er &#8222;Ich weiß doch auch nicht, alles geht den Bach runter. In fünf Jahren gibt es kein Europa mehr. Dann ist Bürgerkrieg und wahrscheinlich vielleicht ist das gut so.&#8220; Auf mein &#8222;dann ist doch wirklich alles vorbei. Was hinterlassen wir dann unseren Kindern und Enkelkindern?&#8220;, antwortete er ziemlich traurig, &#8222;Ich habe keine Enkel und meine Tochter redet nicht mehr mit mir.&#8220;</p>
<h2 class="ai-optimize-16" style="text-align: center;">Die Lösung liegt in den Fragen</h2>
<p class="ai-optimize-17">So wütend, wie mich das Gespräch zwischendurch machte, habe ich schnell gemerkt, dass ich meinen Gefühlen nicht nachgeben sollte. Sondern lieber Fragen stellen. Dadurch kamen immer mehr differenzierte Antworten von ihm, die genauer beschrieben, was ihn eigentlich bewegt. Ein vom Leben enttäuschter und dadurch verbitterter Mann ohne Hoffnung und sehr verletzt. Ich konnte die <a href="https://www.sylvia-tornau.de/weihnachtseinsamkeit-ueberwinden/"><span style="color: #ff9900;">Einsamkeit</span> </a>hinter den Mauern und abwertenden Worten des Mannes fast körperlich spüren.</p>
<p class="ai-optimize-18">Zum Abschied waren wir uns einig, dass wir in verschiedenen Welten leben, unterschiedliche, sehr konträre Haltungen haben. Dass es schwer ist, miteinander zu reden, aber irgendwie auch notwendig.</p>
<h2 class="ai-optimize-19" style="text-align: center;">Nachklang</h2>
<p class="ai-optimize-20">Jetzt sitze ich im Zug, es sind 6 Stunden seit dieser Fahrt mit dem Taxi vergangen und die Begegnung beschäftigt mich noch immer. Die harte Trauer hinter den Worten des Mannes über den Verlust der Tochter. Hätte ich meinen Emotionen nachgegeben, hätten wir uns vermutlich angebrüllt und wären wir beide ein wenig bitterer geworden. So war es ein schweres Gespräch, aber wir konnten uns gut voneinander verabschieden. Er wünschte mir einen schönen Urlaub und ich dankte für das Gespräch.</p>
<p class="ai-optimize-21">Jetzt, wo ich Zeit habe, über die Begegnung nachzudenken, habe ich einmal mehr das Gefühl, dass wir alle aus unseren sozialen Blasen herausfinden sollten. Das Gespräch suchen. So wie unser Gespräch heute begann, kann ich mir gut vorstellen, dass die Tochter nach vielen vergeblichen Versuchen, mit dem Vater zu reden, das Weite suchte und resigniert aufgab. So wie ich den Mann erlebt habe, kann ich mir gut vorstellen, dass er versucht hat, mit aller ihm zur Verfügung stehenden Autorität, die Tochter zur Vernunft zu bringen. Durch die emotionale Verbindung dürfte das sehr explosiv gewesen sein. Auf der Ebene ist der Zugang wohl erst einmal versperrt.</p>
<h2 class="ai-optimize-22" style="text-align: center;">Wir sollten reden</h2>
<p class="ai-optimize-23">Hier im Zug kam mir die Idee, was wäre, wenn sich Menschen zusammen fänden, denen es ähnlich geht. Die Generation der Eltern und Großeltern ist vermutlich noch weniger in der Lage, die eigene Situation zu reflektieren und Auswege zu finden. Wenn jetzt eine Freundin zu mir käme und mir erzählte, sie hätte den Kontakt zu ihrem Vater abgebrochen, weil er AFD Anhänger ist und ich habe auch aus diesem Grund den Kontakt abgebrochen und eigentlich sind wir beide, so enttäuscht und wütend wir auch sind, darüber insgeheim auch traurig. Was würde passieren, wenn wir mit dem Elternteil der jeweils anderen das Gespräch suchten? Erst einmal nicht vordergründig, um die <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/debatte-um-erklaerung-2018-was-verraet-der-beruf-ueber-die-100.html"><span style="color: #ff9900;">politische Haltung</span></a> des anderen zu verändern. Sondern um ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Wege zu suchen (so der Vater das noch will), die den Zugang zueinander ermöglichen. Mit einem fremden Vater lässt es sich besser diskutieren als mit dem eigenen. Es ist viel zu gewinnen und wenig zu verlieren. Eine nicht mehr vorhandene Beziehung kann man nicht mehr zerstören. Aber man kann Wege aufeinander zu finden. Das wäre dann schon mal ein Anfang.</p>
<p class="ai-optimize-24">
</div></div></div></div></div></p>
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		<title>Begegnungen Texten von mit Hilde Domin</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 12 Jul 2018 13:00:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug.  Hilde Domin  Hilde Domin begleitet mich seit vielen Jahren. Regelmäßig lese ich ihre Lyrik und was sie über Lyrik schrieb. Hilde Domin, die Vertriebene, die Zurückgekehrte, die uns Nachgeborenen so viel zu sagen hat, auch wenn ihre Stimme längst verstummt ist. Ihre Texte sind  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-2 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-1 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-2"><blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug. </span></span></strong><br />
<span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Hilde Domin </span></span></p>
</blockquote>
<p>Hilde Domin begleitet mich seit vielen Jahren. Regelmäßig lese ich ihre Lyrik und was sie über Lyrik schrieb. Hilde Domin, die Vertriebene, die Zurückgekehrte, die uns Nachgeborenen so viel zu sagen hat, auch wenn ihre Stimme längst verstummt ist. Ihre Texte sind es nicht.</p>
<h2 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ein Traum in dem Hilde Domin vorkommt</span></span></h2>
<h3 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">12.07. 2018 Zeit für mich</span></span></h3>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ich renne. Renne. Atemlos renne ich in den Supermarkt, Brot, Butter, Obst kaufen. Renne zurück ins Büro, um den Bericht noch rechtzeitig zum Termin abzugeben. Renne, um die Stapel an Arbeit zu verteilen, Fertiges abzuliefern, noch Benötigtes zu besorgen. Ich renne Informationen hinterher, um das sich permanent erneuernde Wissen zu erhaschen. Ich renne, um fit zu bleiben, Fett zu verbrennen, den Alterungsprozess hinauszuzögern. Ewig renne und renne ich, bis ich nicht mehr weiß, warum ich renne. Trotzdem laufe ich weiter, automatisch, weil ich nicht anders kann. Weil ich mir nicht vorstellen kann, nicht mehr zu rennen. Ich renne. Bis zu jenem Moment, an dem ich jeglichen Bezug zum eigenen Handeln, zu den Aufgaben, die ich erledigen wollte, zu den Menschen um mich herum verloren habe.</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Alles um mich scheint stillzustehen, obwohl ich doch sehe, höre, dass da nichts stillsteht. Um mich herum flirrt, rennt, kreist es in permanenter Bewegung. Ich stehe im still Inneren all dieser Bewegungen, all dieses Flirrens. Sehe die Schatten der Anderen an mir vorbeirauschen. Es wirbelt, kreist. Ich stehe still im Auge dieses Hurrikans, der Leben heißt. Aus all dem Wirbeln um mich herum löst sich ein Schatten. Steuert auf mich zu, nimmt Gestalt an, zeigt sich mir als ein fünfjähriges Mädchen. „Willst du mit mir spielen?“, fragt sie und sieht aus weit geöffneten Augen hoffnungsfroh zu mir auf.</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ich antworte nicht. Kann nicht antworten. Selbst das Schlucken fällt mir schwer. Die Hoffnung weicht aus dem Gesicht des Kindes.</span></span><br />
<span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Entweder sie rennen oder sie sind zu Statuen erstarrt“ spricht das Kind und wendet sich mit langsamen Bewegungen von mir ab. Ihre Konturen verschwimmen wieder und sie verschwindet wieder im Strudel der Zeit.</span></span></p>
<h3 style="text-align: center;">Einschub: Hilde Domin &#8211; Poem</h3>
</div><div class="fusion-video fusion-youtube" style="--awb-max-width:600px;--awb-max-height:360px;--awb-align-self:center;--awb-width:100%;"><div class="video-shortcode"><div class="fluid-width-video-wrapper" style="padding-top:60%;" ></div></div></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-2 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-3"><h3 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;">12.07. 2018 Zeit für mich &#8211; Fortsetzung</span></h3>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Eine Stimme in meinem Kopf wird laut: </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Reiß dich zusammen! Du musst noch drei Anträge fertigstellen, den Dienstplan überprüfen, zwei Berichte schreiben und Frau Richter hast du einen Rückruf versprochen! Wer soll denn die Zeit aufholen, die du hier vertrödelst? Steh hier nicht so blöd herum. Lauf endlich. Lauf!“ </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ich versuche es. Versuche den Fuß zu heben, versuche meinen Körper in Bewegung zu bringen. Es geht nicht. Nichts geht. Ich stehe und starre in das mich umgebende Rauschen der Geschäftigkeit. Dieses Flirren, diese Geschwindigkeit um mich herum quält mich. Meine Augen schmerzen. Werde ich jetzt verrückt? </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Ja, dann mach halt endlich einmal Pause“, sagt eine andere Stimme in mir. „Wenn du dich schon nicht hinlegen kannst, dann schließ wenigstens deine Augen!“</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Vom tosenden Treiben lenke ich die Konzentration auf meine Augen. Frage mich, wie ich vergessen konnte, dass ich Augenlider habe. Augenlider zum Öffnen und Schließen meiner Augen. Zum Aussperren der Welt. Ich strenge mich an, meine Augen zu schließen. Die Bewegung stottert, schmerzt, dann stehe ich in totaler Finsternis. Spüre meine Füße fest auf dem Boden. Höre das Rauschen meines Blutes, das leise Pom-Pomm meines Herzschlages. Pom-Pomm. Pom-Pomm. </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">‚Blut ist rot‘ denke ich und aus der Schwärze des Dunkels in mir leuchten rote Farbpunkte auf. Ich höre noch etwas anderes, ein weiches Schaben. ‚Es raschelt‘ denke ich. Die Blätter rascheln, wenn der Wind über sie streicht. Sie hängen an Zweigen, die aus Ästen wachsen und diese ragen aus dem Stamm. ‚Bäume‘ denke ich und ‚Apfelwiesen, Sträucher, Rosen und Lavendel‘. Es raschelt an Bäumen, Bäume stehen auf Wiesen, Gras raschelt auch.</span></span></p>
<h3 style="text-align: center;">Einschub 2: Hilde Domin &#8211; Wortwechsel (Interview)</h3>
</div><div class="fusion-video fusion-youtube" style="--awb-max-width:600px;--awb-max-height:360px;--awb-align-self:center;--awb-width:100%;"><div class="video-shortcode"><div class="fluid-width-video-wrapper" style="padding-top:60%;" ></div></div></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-3 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-4"><h3 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;">12.07. 2018 Zeit für mich &#8211; Fortsetzung 2</span></h3>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Eine Stimme in meinem Kopf wird laut: </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Reiß dich zusammen! Du musst noch drei Anträge fertigstellen, den Dienstplan überprüfen, zwei Berichte schreiben und Frau Richter hast du einen Rückruf versprochen! Wer soll denn die Zeit aufholen, die du hier vertrödelst? Steh hier nicht so blöd herum. Lauf endlich. Lauf!“ </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ich versuche es. Versuche den Fuß zu heben, versuche meinen Körper in Bewegung zu bringen. Es geht nicht. Nichts geht. Ich stehe und starre in das mich umgebende Rauschen der Geschäftigkeit. Dieses Flirren, diese Geschwindigkeit um mich herum quält mich. Meine Augen schmerzen. Werde ich jetzt verrückt? </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Ja, dann mach halt endlich einmal Pause“, sagt eine andere Stimme in mir. „Wenn du dich schon nicht hinlegen kannst, dann schließ wenigstens deine Augen!“</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Vom tosenden Treiben lenke ich die Konzentration auf meine Augen. Frage mich, wie ich vergessen konnte, dass ich Augenlider habe. Augenlider zum Öffnen und Schließen meiner Augen. Zum Aussperren der Welt. Ich strenge mich an, meine Augen zu schließen. Die Bewegung stottert, schmerzt, dann stehe ich in totaler Finsternis. Spüre meine Füße fest auf dem Boden. Höre das Rauschen meines Blutes, das leise Pom-Pomm meines Herzschlages. Pom-Pomm. Pom-Pomm. </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">‚Blut ist rot‘ denke ich und aus der Schwärze des Dunkels in mir leuchten rote Farbpunkte auf. Ich höre noch etwas anderes, ein weiches Schaben. ‚Es raschelt‘ denke ich. Die Blätter rascheln, wenn der Wind über sie streicht. Sie hängen an Zweigen, die wiederum hängen an Ästen und diese ragen aus dem Stamm. ‚Bäume‘ denke ich und ‚Apfelwiesen, Sträucher, Rosen und Lavendel‘. Es raschelt an Bäumen, Bäume stehen auf Wiesen, Gras raschelt auch.</span></span></p>
<h3 style="text-align: center;">Einschub 3 &#8211; Hilde Domin &#8222;Es gibt dich&#8220; gesprochen von Fritz Stavenhagen</h3>
</div><div class="fusion-video fusion-youtube" style="--awb-max-width:600px;--awb-max-height:360px;--awb-align-self:center;--awb-width:100%;"><div class="video-shortcode"><div class="fluid-width-video-wrapper" style="padding-top:60%;" ></div></div></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-4 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-5"><h3 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;">12.07. 2018 Zeit für mich &#8211; Fortsetzung 3</span></h3>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ohne die Augen zu öffnen, sehe ich die Wiese, auf der ich stehe und sehe das Blattwerk einer Linde sich mit dem Wind wiegen. Ich rieche gemähtes Gras. Die Wärme des sich gen Abend neigenden Tages durchströmt mich. Weit entfernt höre ich das glucksende Lachen eines Kindes. Ganz in der Nähe ein trippelndes Schlurfen. Hinter dem Haselstrauch taucht eine Frau auf. Klein, zart, mit hochgestecktem weißem Haar und vielen kleinen Falten im Gesicht. Wie eine kostbare Schale trägt sie ein Buch vor sich her. „Was lesen Sie da?“, frage ich. „Ach wissen Sie, ich überprüfe nur, ob das, was ich vor Jahren geschrieben, heute noch Gültigkeit hat“, antwortet sie und zeigt mir den Einband des Buches. ‚<a href="https://demenzjournal.com/magazin/blogs/weitere/ich-setzte-den-fuss-in-die-luft-und-sie-trug/"><span style="color: #ff9900;">Hilde Domin</span></a>‘ lese ich und ‚Wozu Lyrik heute‘.</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Sie lacht. Wenn ich Sie hier so sehe, so selbstvergessen über ein wenig Landschaft staunend, dann glaube ich, der alte Sartre hatte recht, als er sagte „Nicht darauf, was man aus dem Menschen gemacht hat, kommt es an. Sondern auf das, was er aus dem macht, was man aus ihm gemacht hat.“ </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Ja“, sage ich, „da könnten Sie recht haben. Aber was bitte ist LYRIK?“ </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Das Sanfte aus ihrem Blick schwindet. Sie blättert ein wenig in ihrem Buch und liest mit fester Stimme „Der Lyriker biete den Menschen etwas, das nicht wieder zur Vorbereitung für etwas anderes wird: das ‚Unnütze‘ und zugleich ‚Unverzichtbare‘, wie wir es definierten, das, worauf es in Wahrheit ankommt.“ </span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Sie sieht mich an, sucht in meinem Blick ein Erkennen, einen Hauch von Verstehen. Findet es nicht. Zieht die Stirn kraus. Liest weiter. „Ohne dies Innehalten, für ein ‚Tun‘ anderer Art, ohne die Pause, in der Zeit stillsteht, kann Kunst nicht angenommen werden, noch verstanden, noch zu eigen gemacht. Darin ist die Kunst der Liebe verwandt: Beide ändern das Zeitgefühl.“</span></span></p>
<h3 style="text-align: center;">Einschub 4 &#8211; Hilde Domin &#8222;Nicht müde werden&#8220; gesprochen von Katharina Thalbach</h3>
</div><div class="fusion-video fusion-youtube" style="--awb-max-width:600px;--awb-max-height:360px;--awb-align-self:center;--awb-width:100%;"><div class="video-shortcode"><div class="fluid-width-video-wrapper" style="padding-top:60%;" ></div></div></div></div></div><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-5 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-6"><h3 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;">12.07. 2018 Zeit für mich &#8211; Fortsetzung 4</span></h3>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Ich nicke ohne es zu wollen mit dem Kopf. </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Verstehen Sie?“, fragt sie, an einer Antwort offensichtlich nicht interessiert. </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">„Lyrik lädt uns ein zu der einfachsten und schwierigsten aller Begegnungen, der Begegnung mit uns selbst.“ Mit Nachdruck schlägt sie das Buch vor meiner Nase zu, sodass ich den Lufthauch auf meiner Haut spüre, der Atem des alten Papiers sich in meiner Nase verfängt. „So, junge Frau, wenn Sie immer noch wissen wollen, was Lyrik ist, dann öffnen Sie jetzt Ihre Augen und suchen den Weg in die nächste Bibliothek. Lesen Sie. Lesen Sie viel und vor allem lesen Sie Lyrik! Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte“</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Bevor ich etwas erwidern kann, lässt die alte Dame ab von mir und geht energischen Schrittes auf den Ginsterbusch am Wegesrand zu, hinter welchem sie alsbald entschwunden ist.</span></span></p>
<h2 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Wie ein Text von Hilde Domin meinen Abend rettete</span></span></h2>
<h3 style="text-align: center;"><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">13.05.2018</span></span></h3>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Wie sehr hat sich doch das Verhalten der Menschen geändert. Was früher &#8211; auch nicht schön &#8211; vielleicht in privaten Räumen von sich gegeben wurde, wird heute als Selbstverständlichkeit angesehen, als das Recht der Rechtschaffenen, der Ordnungsliebenden, der Wächter einer vielleicht mehrheitsgültigen Moral. Alles, was gedacht wird, darf heute auch geäußert werden. Achtlos, verachtend, mit dem guten Gefühl des Rechthabens.</span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Gestern ging ich spazieren. Überholte ein älteres Ehepaar, welches vor einem Haus mit neuer Fassade stehenblieb. An der Fassade Graffiti, auch in meinen Augen nicht mehr als sinnlose Schmiererei. Ärgerlich, lästig, nichtssagend. Hat wohl einer geübt. Aus dem Mund der zarten alten Dame, die dann wohl doch keine Dame ist, zischelten die Worte &#8222;Die Schweine, die sollte man erschießen&#8220;. Ich war vollkommen konsterniert. Wollte nicht glauben, was ich da gehört hatte und doch hallten die Worte durch meinen Kopf. </span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Das letzte Mal, dass ich aus dem Mund eines Menschen die Worte vernahm, man solle einen anderen erschießen, war in meinem 10. oder 13. Lebensjahr. Mein Vater sah die Nachrichten und die Menschen, die er erschossen sehen wollte, waren die RAF-Terroristen und das &#8222;ganze linke Gesindel&#8220;. Das fand ich schon als Kind befremdlich, dass ein Mensch einem anderen das Leben nehmen wollte, wenn auch, wie ich heute weiß, mangels Macht und Möglichkeiten vorerst nur symbolisch, mit Worten. Wohl hoffend, dass es irgendwo irgend wen geben möge, der diese Worte in die Tat umsetzt. In meiner Empörung fiel mir keine andere Entgegnung ein als &#8222;Na dann hoffen Sie mal, dass das nicht ihr Enkel war&#8220;.  </span></span></p>
<p><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Aus dem Kopf gegangen ist mir diese Begegnung den ganzen Abend nicht und auflösen konnte ich die Beklommenheit in mir erst, als ich folgenden Text von Hilde Domin las, den ich in mehr als einer Hinsicht sehr aktuell und zeitgemäß finde.</span></span></p>
<blockquote>
<p><strong><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">10 erprobte Mittel zur Verhinderung </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">des Fortschritts und zur Förderung eines </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">Unmenschen-Nachwuchses </span></span><span style="vertical-align: inherit;"><span style="vertical-align: inherit;">(plus ein Gegenmittel als Zugabe)</span></span></strong></p>
<p style="text-align: left;"><strong>1 Haupt-, Herz- und Magenmittel zur Bekömmlichmachung der Mittel</strong>: Man lasse sie sich vom jeweiligen Zweck heiligen. (Wie das Volk sagt: Ende gut, alles gut. Wir sind geschickter als die Väter waren.)<br />
<strong>2 Mittel zur Förderung von Unmenschlichkeit:</strong> Man pachte das Gute, exklusiv. Dadurch wird man ein Teil jener Kraft, die stets das Gute will und doch das Böse schafft.<br />
<strong>3 Mittel, sich und andere zu Mitläufern zu erziehen:</strong> Man halte sich informiert, wem das Brot zu buttern und wem es zu versalzen ist. Vorsicht, Solidarität kann das schönste Mitläufertum kaputtmachen.<br />
<strong>4 Mittel, zum Faschismus zu erziehen:</strong> Man wähle die geeignete Kontrastperson (-personengruppe). Man stürze sich auf sie, 100 gegen 1. Es sind keine Menschen wie du und ich, es sind &gt;Schädlinge&lt;, gesprächsunwürdig. Scheiße ist (der zweitbeste) Kitt für faschistische Gruppen. 5 Mittel, zur Lauheit zu erziehen: Man tue alles &gt;ein bißchen&lt;. Man freue sich ein bißchen, schäme sich ein bißchen. Aber man benutze nie den Wahlzettel, auch nicht ein bißchen.<br />
<strong>6 Mittel, das letzte bißchen Zivilcourage zu verlernen:</strong> überflüssig, gekonnt.<br />
<strong>7 Mittel, das eigene Denken abzugewöhnen:</strong> Man halte sich nie an Fakten, immer an die Klischees.<br />
<strong>8 Mittel zur Einführung des leisen Terrors:</strong> Siehe oben, unter 3.<br />
<strong>9 Mittel zur Einführung des lauten Terrors: Siehe oben, unter 4.<br />
10 Mittel für Journalisten und Redakteure, den demokratischen Standard senken zu helfen:</strong> Half the news that is fit to print.</p>
<p><strong>11 </strong>Als Draufgabe, gratis<strong> &#8211; Mittel, sich selbst die Karriere zu versauen:</strong> Sei unbequem, zuallererst zu dir selbst. Schade dir, indem du nicht in Schritt und Tritt gehst, indem du hinsiehst, statt wegzusehen; indem du aufstehst und protestierst, wo alle sitzen bleiben (die unter 2, 3, 5, 6, 7), als hätten sie einen Theaterplatz unter dem Hintern; indem du entscheidest von Fall zu Fall und sogar erst nach Kenntnis des Falles. Damit schadest du dir enorm.</p>
<p>Hier schlägt der Schaden für den Einzelnen in den Nutzen für die Gesellschaft um. Bei den Punkten 1-10 findet das Umgekehrte statt. Das ist die Dialektik vom Schaden und Nutzen.</p>
<p>Hilde Domin: Von der Natur nicht vorgesehen. Autobiographisches. Fischer Taschenbuch Verlag, 11.-12. Tausend: Dezember 2009, Seite 151-152</p>
</blockquote>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Autorin sein oder nicht sein</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Feb 2018 11:27:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Nicht erst seit ich Mitglied in der Autorinnenvereinigung e.V. bin, beschäftigen mich folgende Fragen. Ab wann bin ich eine Autorin? Was macht mich zu einer Autorin? Der Traum davon eine Autorin zu sein Mein Schreib-leben lang wollte ich so gern eine Autorin sein. Dabei war mir immer klar, eine Frau, die vom Schreiben nur  [...]</p>
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<p>Nicht erst seit ich Mitglied in der Autorinnenvereinigung e.V. bin, beschäftigen mich folgende Fragen. Ab wann bin ich eine Autorin? Was macht mich zu einer Autorin?</p>
<h2 style="text-align: center;">Der Traum davon eine Autorin zu sein</h2>
<p style="text-align: left;">Mein Schreib-leben lang wollte ich so gern eine Autorin sein. Dabei war mir immer klar, eine Frau, die vom Schreiben nur träumt, ist vielleicht eine Träumerin, aber keine Autorin. Heißt, Schreiben als Handlung ist die Grundvoraussetzung. Dachte ich immer und so wird die Autoinnenschaft im gängigen Sprachgebrauch auch verstanden. Laut Wikipedia hat sich der Begriff <a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Autor"><span style="color: #ff9900;">Autor</span></a>in und das Verständnis davon im Lauf der Geschichte immer wieder gewandelt. Im Mittelalter war nur Autor, wer gleichzeitig Autorität besaß. Seit der Sturm-und-Drang-Zeit galt nur als Autor, wer als Genie anerkannt war. Seit den 60er-Jahren, mit Roland Barthes: „Der Tod des Autors“ und Michel Foucalts „Was ist ein Autor“ wird dieses Verständnis infrage gestellt.</p>
<h2 style="text-align: center;">Mein tägliches Schreiben macht mich nicht zur Autorin</h2>
<p>Ich schreibe viel. Jeden Tag. Ich schreibe Dienstpläne, Therapieberichte, Sachberichte, Beurteilungen, Wiederbildung-Skripte, To-do-Listen. Diese Art des Schreibens gilt im Kontext der Fragestellung nicht. (Schade eigentlich, denn da komme ich auf ein Wortpensum, vor dem manche hauptberufliche AutorIn vor Neid erblassen würde. In Bezug auf das berufliche Schreiben leide ich nämlich auch nie unter den von AutorInnen so gefürchteten Schreibblockaden).<br />
Näher komme ich dem gemeinten Autorinnendasein hiermit: Ich schreibe häufig private Mails, manchmal Rezensionen, nur noch selten Briefe. Täglich schreibe ich Morgenseiten, meine Fingerübung, um den inneren Kritiker zu verwirren. Mit absichtslosem Schreiben kann dieser nichts anfangen. Manchmal schreibe ich Tagebuch, manchmal eine Kurzgeschichte, nur selten noch ein Gedicht.</p>
<p>Laut der Online-Enzyklopädie bewege ich mich mit all diesen Texten „Im nicht öffentlichen Umfeld“ bzw. „Im begrenzt-öffentlichen Umfeld“. Nach dieser Definition jedenfalls bin ich keine Autorin. Meine Texte wurden bisher nicht von der Deutschen Nationalbibliothek in Form von Pflichtexemplaren angefordert, außer den Sachbüchern, in denen ich mit einzelnen Texten vertreten bin. Aber das gilt wohl nicht, weil es sich dabei nicht um ein Einzelwerk handelt.</p>
<h2 style="text-align: center;">Wann bin ich Autorin?</h2>
<p>Es trifft auch für mich noch immer nicht das, warum ich mich mit diesen Fragen auseinandersetze. Es gehört auch zu meiner Fragestellung, greift aber zu kurz. Beantwortet das bisher Geschriebene doch lediglich die Frage, ab wann ich als Autorin von anderen als solche anerkannt werde. Ab wann mein Schreiben aus der „Hobbyecke“ raus darf und Chancen hat, auch von anderen als Profession angesehen zu werden. Das mit dem „Schreiben als Hobby“ ist sicher eine neumodische Erfindung von KritikerInnen, einen Text, der nicht gefällt, mit diesem Urteil zu verreißen. Oder eine Erfindung von etablierten AutorInnen, ob der Masse an wortverarbeitenden potenziellen KonkurrentInnen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Wie ich die Frage beantworte, ob ich eine Hobby-Autorin bin</h2>
<p>Nach Lesungen wurde auch ich schon mehrfach gefragt „Wenn Sie als Therapeutin arbeiten, dann ist das Schreiben also Ihr Hobby?“. An Tagen, an denen ich selbst-unsicher bin, weil ich vor Aufregung nicht gut gelesen habe (Ja, auch das Lesen vor Publikum will geübt sein), dann ärgere ich mich über diese Frage und antworte „Nein, das ist mein zweites Standbein“. Das ist zwar gelogen, zumindest in Bezug auf das Monetäre, aber danach ist Ruhe. In Bezug auf Ausgleich, Balance und Sinn würde ich das Schreiben durchaus als zweites Standbein bezeichnen. Bin ich hingegen gut gelaunt, erzähle ich von Franz Kafka. Dieser war ja bekanntermaßen hauptberuflich gebunden und den elterlichen Geschäften verpflichtet, so wie im Übrigen vermutlich die Mehrheit der AutorInnen in Deutschland. War Kafka deswegen ein Hobbyschriftsteller? Überhaupt sind nicht alle AutorInnen zu Beginn unprofessionell, also ihres Handwerks unsicher? Ist nicht jeder literarische Text in seiner Entstehung erst einmal ein Versuch?</p>
<p>Schreiben hauptberufliche AutorInnen die besseren Werke, eben weil sie es hauptberuflich tun? Oder geht es nicht bei allen Texten, egal ob hauptberuflich oder nebenberuflich verfasst, darum, was die AutorInnen schreiben und ob sie damit ein Publikum erreichen? Braucht ein Text zu Lebzeiten der Autorin, des Autors ein Publikum? Ist das vorhandene Publikum ein Kriterium dafür, dass ich eine Autorin bin? Diese Fragen treffen eher den Kern der Intention meiner Eingangsfragen. Warum will ich Autorin sein? Brauche ich für mein Selbstverständnis das Label „Autorin“, um ins Schreiben zu kommen? Oder ist das „Label“ der Lohn für das Schreiben?</p>
<h2 style="text-align: center;">Zeichnen mich Schubladen voller Textentwürfe als Autorin aus?</h2>
<p>Ich habe Schubladen voll mit Anfängen von längeren Texten, Figurenentwicklungen, Ortsbeschreibungen, Plots. Ich beschäftige mich viel mit meinen Projekten. Sammle Ideen, lasse sie mir durch den Kopf gehen, plane, recherchiere. Manchmal recherchiere ich meine Geschichten kaputt. Blockiere mich durch zu viel gesammelte Informationen. Trage so viel Material zusammen, dass der Schreibblockierer in mir aus seiner Höhle kriecht, das fette Grinsen im Gesicht. „Und du willst Autorin sein!“, zischelt er. Hockt sich mit überschlagenen Beinen auf meinen Schreibtisch, steckt sich eine Zigarre ins höhnische Maul und bläst stinkende Kringel auf mein Material. Der Raum, mein Gehirn ist so vernebelt, dass ich alles, was ich gesammelt habe, zusammenpacke und verstaue. Kopf lüften und Ordnung schaffen. Dem stinkenden Alten seine Zigarre entreißen und mit einem Lavendel-Bad seine Besudelung abwaschen.</p>
<h2 style="text-align: center;">Ist die Frage wichtig oder kann sie weg?</h2>
<p>Viele Jahre schon tobt dieser Kampf zwischen ihm und mir. Auf diese Weise sind viele Projektideen und Planungen in meinen Schubladen verschwunden. Geschrieben, in vorzeigbare Form gebracht, habe ich nur die, die sich in einem Gedicht, einer Kurzgeschichte umsetzen ließen. Mehr Energie, dem Blockierer die Macht über mich zu entziehen, habe ich bisher nicht aufgebracht. Das wird sich in diesem Jahr ändern. Dazu gehört auch, den Alten, der offensichtlich ein Anhänger des Geniekults ist, zum Schweigen zu bringen. Soll er sich doch an dem Teil meines Selbst abarbeiten, dem es wichtig ist, darüber zu reden, ab wann eine Autorin eine Autorin ist. Ich schreibe vielleicht mal wieder darüber.</p>
<p>Ab sofort definiere ich mich als Schreibende und tue das, was Schreibende tun. Schreiben. Dagegen kann nicht einmal der Stinker etwas sagen.</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>WG-Kinder leben anders</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 25 Dec 2017 20:36:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>"Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch. Und wenn sie auch mit euch sind, so sind sie dennoch nicht euer Besitz. Ihr dürft ihnen eure Liebe schenken, aber nicht eure Gedanken,  Denn sie haben eigene  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/laute-kinder-unerwuenscht/">WG-Kinder leben anders</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-4 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-7 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-8"><blockquote>
<p style="text-align: center;"><strong>&#8222;Eure Kinder sind nicht eure Kinder.</strong><br />
<strong>Sie sind Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.</strong><br />
<strong>Sie kommen durch euch, aber nicht von euch.</strong><br />
<strong>Und wenn sie auch mit euch sind, so sind sie dennoch nicht euer Besitz.</strong><br />
<strong>Ihr dürft ihnen eure Liebe schenken, aber nicht eure Gedanken, </strong><br />
<strong>Denn sie haben eigene Gedanken. </strong><br />
<strong>Ihr dürft ihren Körpern ein Zuhause geben, aber nicht ihren Seelen, </strong><br />
<strong>Denn ihre Seelen wohnen im Haus der Zukunft </strong><br />
<strong>Und das könnt ihr nicht betreten, nicht einmal in euren Träumen.</strong><br />
<strong>Ihr dürft bestrebt sein, ihnen zu gleichen, </strong><br />
<strong>aber versucht nicht, sie euch gleich zu machen. </strong><br />
<strong>Denn das Leben schreitet nicht rückwärts </strong><br />
<strong>Noch verweilt es im Gestern.&#8220; </strong></p>
<p>(aus Khalil Gibrans Buch Der Prophet, das 1933 auf schwedisch erschien) Gefunden in &#8222;Astrid Lindgren. Ihr Leben. von Jens Andersen S.123/124.</p>
</blockquote>
<h2 style="text-align: center;">Mit WG-Kindern unterwegs im Leben</h2>
<p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/5-jahre-hpwg-walter-ein-grund-zum-feiern/"><span style="color: #ff9900;">WG-Kinder</span></a> wachsen so ganz anders auf, als Kinder, die in mit liebevollen und fördernden Eltern aufwachsen. Meist vermissen sie ihre Eltern und Geschwister. Nicht selten sind sie den Vorurteilen der sie umgebenden Erwachsenen ausgesetzt, die sich nicht vorstellen können oder wollen, wie anders das Aufwachsen in der WG für diese Kinder ist. Während familiär behütete Kleinst- und Klein-Kinder im familiären Rahmen im Sommer nackt durch den Garten hüpfen, kennen unsere Kinder diese befreiende Form der Nacktheit nicht. Das ist nur ein winziges Beispiel. Durch Kind und Enkelkind weiß ich aber, wie sehr sie es geliebt haben, nackt durch den Garten zu hüpfen und im Schlamm zu spielen. Diese Erfahrung machen <a href="https://www.sorgen-tagebuch.de/cover/vollstation%C3%A4re-wohngruppe-was-ist-das-%C3%BCberhaupt/#:~:text=Die%20vollstation%C3%A4re%20Jugendhilfe%20ist%20auch,f%C3%BCr%20sich%20selbst%20sorgen%20kann."><span style="color: #ff9900;">WG</span></a>-Kinder nie. Einen Erwachsenen für Stunden nur für sich allein zu haben, zum Spielen, Kuscheln, Diskutieren &#8211; auch in diesen Genuss kommen die WG-Kinder eher selten. In der Regel müssen sie die Aufmerksamkeit der Betreuer:innen mit 7 anderen Kindern teilen.</p>
<p>Hier schreibe ich meine Gedanken dazu, wenn ich sie öffentlichkeitstauglich zu Papier bringe. Unsere Schweigepflicht greift weit und das ist gut so, bedeutet aber, ich muss vorsichtig sein, mit dem, was ich schreibe und wie ich es schreibe. Schließlich will ich auf keinen Fall, dass unsere WG-Kinder darunter leiden müssen.</p>
<h3 style="text-align: center;">25.12. 2017 Ausflug mit den WG-Kindern in den Zoo</h3>
<p>Heute Nachmittag mit 3 WG-Kindern im Zoo. Die Kinder haben gespielt, Tiere bestaunt und 5 Minuten vor Zooschließung bekamen sie einen Schreirappel. &#8222;Entegans&#8220; brüllten sie und lachten über die Lautstärke der eigenen Stimme. Natürlich schauten ein paar Leute pikiert und eine Frau meckerte eines der Kinder an. &#8222;Deine Mama schreit wohl abends auch immer so&#8220;. Das blieb kurz stehen, schaute die Frau an, zuckte die Achseln und brüllte im Weglaufen &#8222;Entegans&#8220;<br />
Ich sah die alte Frau an und sagte ihr, dass diese Kinder in einer besonderen Situation (ohne ihre Eltern) leben. Dass sie den ganzen Tag friedvoll und leise waren und dass ich als die für sie zuständige Erwachsene es in diesem Moment völlig in Ordnung fände, wenn sie sich für ein paar Minuten mal wie Kinder verhielten: laut, lustvoll, lebensfroh. Weil diese Kinder im besonderen, aber auch andere Kinder fast immer nur das dürfen, was die Erwachsenen für angemessen und richtig ansehen. Nirgends dürfen Kinder wirklich laut sein, zu Hause nicht &#8211; wegen der Babys, wegen der Lärmempfindlichkeit der Erwachsenen, wegen der Nachbarn &#8211; in der Kita nicht, in der Straßenbahn nicht, beim Einkauf nicht, im Zoo nicht. Aber irgendwie will auch bei den Kindern die Schreilust, die Tobelust mal befriedigt werden.<br />
Die Frau entschuldigte sich nach meinem Vortrag, wir wünschten einander frohe Weihnachten und verabschiedeten uns mit einem Lächeln voneinander.</p>
<p>Mit den Kindern bin ich noch durchs dunkle Rosental gelaufen und mit EntegansGebrüll haben sie die Abendgeister aus dem Gebüsch vertrieben. Ich bin jetzt zwar taub, aber die Kinder schlafen befriedet und erschöpft.</p>
<h3 style="text-align: center;">01.06.2016 Wut und Trauer &#8211; nicht nur bei WG Kindern</h3>
<p>Die Wut und die Trauer eines Kindes ist schwer auszuhalten, vor allem dann, wenn klar ist, dass wir Erwachsenen Ursache dieses kindlichen Schmerzes sind. Manchmal bin ich &#8217;nur&#8216; die Überbringerin der schlechten Nachrichten, aber die Wucht der Verzweiflung des Kindes ist dann das sprichwörtliche Schafott.<br />
Wieder eine Schneise in eine Kinderseele geschlagen.<br />
Da sind dann auch Kakao und Trickfilm nicht mehr als ein Pseudopflaster auf einer tiefen Wunde. Das Kind schläft ein, für den Augenblick getröstet. Ich straffe die Schultern und denke mir das nächste Pflaster aus. Fürs Kind und für mich.</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Gespräche aus dem Pausenraum</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Jan 2017 22:15:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neues aus dem Pausenraum ist eine Sammlung von Worten und Sätzen, die ich in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aufgeschnappt und notiert habe. Der Pausenraum ist ein Raum, indem wir uns nicht immer politisch korrekt verhalten, in dem wir den professionellen Mantel auch einmal ablegen. Manchmal tauschen wir uns im  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-5 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-8 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-9"><p><img decoding="async" class="size-full wp-image-8446 aligncenter" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2017/01/Pausenraum.png" alt="Neues aus dem Pausenraum - ein Ort zum Essen, Trinken, für Austausch mit Kolleg:innen und manchmal auch zum schlafen" width="600" height="430" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2017/01/Pausenraum-200x143.png 200w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2017/01/Pausenraum-300x214.png 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2017/01/Pausenraum-400x287.png 400w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/2017/01/Pausenraum.png 600w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /></p>
</div></div></div></div></div><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-6 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-9 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-10"><p>Neues aus dem Pausenraum ist eine Sammlung von Worten und Sätzen, die ich in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aufgeschnappt und notiert habe. Der <a href="https://www.arbeitsrechte.de/pausenraum/"><span style="color: #ff9900;">Pausenraum</span> </a>ist ein Raum, indem wir uns nicht immer politisch korrekt verhalten, in dem wir den professionellen Mantel auch einmal ablegen. Manchmal tauschen wir uns im Pausenraum auch aus, über Sätze, die von Klientinnen zu uns gesagt wurden. Sätze, die mich beeindruckt oder verwirrt haben, notiere ich hier. Das ist eine andere Form der <a href="https://www.sylvia-tornau.de/inspirierende-frauenzitate-im-fokus/"><span style="color: #ff9900;">Zitate</span></a>.</p>
<h2 style="text-align: center;">Neues aus dem Pausenraum &#8211; nach Jahren sortiert</h2>
<p>In diesem Beitrag fasse ich meine gesammelten Zitate aus den verschiedenen Arbeitsstätten zusammen. 2008 bis 2013 habe ich bei der das Boot gGmbH gearbeitet und seit 2013 arbeite ich bei der AHB Berlin Leipzig gGmbH.</p>
<h2 style="text-align: center;">2017</h2>
<ul>
<li>&#8222;Der hat ein Erziehungsverständnis wie Voltaire &#8211; Kinder sollten in den Wald, um frei aufzuwachsen.&#8220; K.K.</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2016</h2>
<ul>
<li>&#8222;Wenn alle Highlight wären, dann wären wir ja auch nur Mittelmaß.&#8220; Dieser Spruch erinnert mich sehr an den Filmbeginn eines meiner Lieblingsfilme &#8222;Amadeus&#8220;. Mozarts Gegenspieler Saleri wird in die Psychiatrie eingewiesen und ruft verzweifelt: &#8222;Ich bin der König der Mittelmäßigen&#8220;.</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2015</h2>
<ul>
<li>Deine Sachlichkeit ist häufig emotional angereichert.</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2014</h2>
<ul>
<li>Ich leide nicht an Realitätsverlust, ich genieße ihn.</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2013</h2>
<ul>
<li>In einem Gespräch über eine Paarberatung sagte ein Kollege: &#8222;Partnerschaft ist die Suche nach Lösungen für Probleme, die man ohne Partnerschaft nicht hätte.&#8220;</li>
<li>Ein Kollege zu einem anderen Kollegen: &#8222;Ein Arbeitsvertrag ist kein Therapievertrag!&#8220;</li>
<li>70-jähriger Klient zur Beraterin: &#8222;Das Leben besteht größtenteils aus Warten. Es kommt bloß darauf an, was man aus der Wartezeit macht.&#8220;</li>
<li>Klientin zum Therapeuten: Die Eisheiligen kommen. Hoffentlich stecke ich mich nicht an &#8230;</li>
<li>Eine Kollegin im Gespräch über das Thema Altern: &#8222;Der Körper ist ein Gebrauchsgegenstand, da zeigen sich eben auch Abnutzungserscheinungen.&#8220;</li>
<li>Ich habe keine Macken, ich habe Special-Effekts.</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2012</h2>
<ul>
<li>Es gibt viel zu tun, lassen wir es sein.</li>
<li>Gestern standen wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter.</li>
<li>Eine Klientin sagt zu ihrem Therapeuten: &#8222;Am 21.12. soll ja die Welt untergehen.&#8220; Fragt der Therapeut: &#8222;Was machen Sie dann?&#8220; Klientin antwortet: &#8222;Na, wir machen mit!&#8220;</li>
<li>Sixpack im Speckmantel</li>
<li>Ich bin nur für das verantwortlich, was ich sage, nicht für das, was bei dir ankommt.</li>
<li>Ich höre Stimmen. Mein Kopfkino hat einen Oskar verdient.</li>
<li>Ich finde zurzeit nicht statt.</li>
<li>Schlechte Laune ist ein Denkfehler.</li>
</ul>
<blockquote>
<p><strong>Frage an die KI</strong>: Was ist ein Pausenraum?<br />
<strong>Antwort</strong>: Ein Pausenraum ist ein Raum in Arbeitsstätten, Bildungseinrichtungen oder ähnlichen Einrichtungen, der den Mitarbeitern, Schülern oder Nutzern zur Verfügung steht, um sich während ihrer Pausen zu erholen, zu entspannen oder zu essen. Die Funktion eines Pausenraums kann vielfältig sein, abhängig von der spezifischen Umgebung und den Bedürfnissen der Nutzer. Im Allgemeinen dient ein Pausenraum jedoch folgenden Zwecken:</p>
<ol>
<li><strong>Erholung und Entspannung:</strong> Ein Pausenraum bietet einen Rückzugsort vom Arbeits- oder Lernplatz, der es den Nutzern ermöglicht, sich mental und physisch von der Arbeit oder dem Lernen zu erholen. Dies kann zur Reduzierung von Stress und zur Vorbeugung von Burnout beitragen.</li>
<li><strong>Soziale Interaktion:</strong> Der Pausenraum ermöglicht es den Mitarbeitern oder Schülern, in einem informelleren Rahmen miteinander zu interagieren. Dies fördert die Kommunikation und kann zu einem besseren Arbeits- oder Lernklima beitragen.</li>
<li><strong>Nahrungsaufnahme:</strong> In vielen Pausenräumen gibt es die Möglichkeit, mitgebrachte Speisen und Getränke zu konsumieren oder sogar kleine Mahlzeiten zuzubereiten. Dies ist besonders wichtig in Einrichtungen, wo die Nutzer lange Zeit verbringen und keine Zugang zu externen Essensmöglichkeiten haben.</li>
<li><strong>Gesundheit und Wohlbefinden:</strong> Durch die Bereitstellung eines Raumes, der zur Entspannung und zum sozialen Austausch einlädt, tragen Pausenräume zum allgemeinen Wohlbefinden der Nutzer bei. In einigen Fällen können Pausenräume auch mit Einrichtungen für leichte körperliche Übungen ausgestattet sein, um die Gesundheit weiter zu fördern.</li>
</ol>
<p>Die Gestaltung eines Pausenraums kann sehr unterschiedlich sein und reicht von einfachen Sitzgelegenheiten und Tischen bis hin zu komplex ausgestatteten Räumen mit Kücheneinrichtungen, Unterhaltungsmedien und Ruhezonen. Die genaue Ausstattung hängt von den Bedürfnissen der Nutzer und den Möglichkeiten der jeweiligen Einrichtung ab.</p>
</blockquote>
<h2 style="text-align: center;">2011</h2>
<ul>
<li>Für andere magst Du ja eine Fehlkonstruktion sein, für mich bist Du eine Sonderanfertigung.</li>
<li>Ein Nutzer beschrieb seine heutige Begegnung mit einer Amtsperson folgendermaßen: &#8222;Ich glaube eine schimmelige Brotbüchse hat mehr Lebensfreude als diese Frau.&#8220;</li>
<li>Synonyme für dicken Bauch: Mann &#8211; Feinkostgewölbe. Frau &#8211; die Rolle der Frau</li>
<li>Ich könnte ihn nüscheln (schlagen) bis er lacht und dann weiter nüscheln, weil er lacht.</li>
<li>Ein Besucher zu einem anderen: &#8222;Kriegen wir das, was wir brauchen? Brauchen wir das, was wir kriegen?&#8220;</li>
<li>Frau sagt: &#8222;Immer hat niemand Zeit!&#8220; Der Mann antwortet: &#8222;Ich hasse alle Verallgemeinerungen.&#8220;</li>
<li>Zitierte ein sehr von mir geschätzter Kollege Herrn C.M. Wieland: &#8222;Religion und Interpunktion sind Privatsache!&#8220;</li>
<li>Raucher sterben heute nicht mehr an Krebs, sie erfrieren auf dem Balkon.</li>
<li>&#8222;Wenn jeder jedem etwas klaut fehlt keinem was.&#8220; (anonym)</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2010</h2>
<ul>
<li>Da wir nichts zu büßen haben und in der Mittagspause beten, haben wir am 17.11. in der Zeit von&#8230; bis&#8230; für sie geöffnet.</li>
<li>Schüttelreim: Um diesen Scheißhaufen kann man nur im Kreis laufen.</li>
</ul>
<h2 style="text-align: center;">2008</h2>
<ul>
<li>Stöckelstrümpfe (= großer Mensch in Strümpfen)</li>
<li>Frage: Was ändert sich, wenn aus verhaltensauffälligen Jugendlichen plötzlich verhaltensoriginelle Jugendliche werden?</li>
<li>&#8222;wattierter Stress&#8220; = in Wertschätzung verpackte Konfrontation des Klienten mit unliebsamen Wahrnehmungen / Gegebenheiten (im therapeutischen Gespräch mit dem Co-Therapeuten Daniel Riese entstanden)</li>
<li>Ausrede für Zuspätkommende: Was kann ich dafür, dass Ihr zu früh seid?</li>
<li>&#8222;Der leidet an Humini!&#8220;. &#8211; Was ist das? &#8211; &#8222;Humbug im Nischel.&#8220;</li>
</ul>
</div></div></div></div></div></p>
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		<title>Abschied </title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Oct 2016 20:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Manchmal verlieren wir Menschen, die wir lieben, weil sie uns oder wir sie oder wir uns gegenseitig enttäuschen. Dann nehmen wir Abschied, weil wir uns bewusst werden, dass wir durch Liebe zwar stärker, aber nicht anders werden, nicht besser. Im Grunde sind wir, wer wir sind, daran ändert auch die Liebe nichts. Sie ist  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-7 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-10 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-11"><p><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/feuer.jpg"><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-1277" title="feuer" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/feuer-175x300.jpg" alt="" width="400" height="686" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/feuer-175x300.jpg 175w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/feuer.jpg 479w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a></p>
<p>Manchmal verlieren wir Menschen, die wir lieben, weil sie uns oder wir sie oder wir uns gegenseitig enttäuschen. Dann nehmen wir <a href="https://www.sylvia-tornau.de/abschied-von-inken/"><span style="color: #ff9900;">Abschied</span></a>, weil wir uns bewusst werden, dass wir durch Liebe zwar stärker, aber nicht anders werden, nicht besser. Im Grunde sind wir, wer wir sind, daran ändert auch die Liebe nichts. Sie ist nur der Motor uns zu verbessern, für den anderen und damit für uns selbst. Manchmal gehen wir, weil wir merken, dass Liebe uns verbindet, aber wir deswegen nicht weniger allein sind. Und manchmal geht einer für immer.</p>
<h2 style="text-align: center;">Da gibt es etwas neben dem Schmerz</h2>
<p>Wenn einer geht, der uns begleitet hat, egal, ob er uns verlässt oder seinen letzten Weg gegangen ist, dann ist da ein großer <a href="https://www.sylvia-tornau.de/der-trennungsschock/"><span style="color: #ff9900;">Schmerz</span></a>. Dieser Schmerz bringt uns diesem Menschen noch einmal nahe, bevor wir ihn gehen lassen können. Wir erinnern uns noch einmal an alles, was uns verbunden hat. Abschied nehmen, aus welchem Grund und in welcher Form auch immer, bedeutet auch zu akzeptieren, dass wir keine Kontrolle über das Leben haben. Wir können Pläne schmieden, Entscheidungen treffen, aber wir können nicht beeinflussen, wie lange ein Mensch an unserer Seite lebt.</p>
<p>Egal, ob er sich für ein anderes Leben an einem anderen Ort, mit einem anderen Menschen entscheidet oder ob er sich auf den letzten Weg gemacht hat: Das, was sich neben, unter dem Schmerz bemerkbar macht, fühlt sich wahr an. Es ist eine Begegnung mit dem Selbst, jenseits von allen Rollen, die wir spielen, jenseits von allem, was und wer jemand sein möchte. Unter dem Schmerz liegt die Verbundenheit mit dem Selbst, mit dem Lebendigen. Es ist eine Verbundenheit mit der Liebe zu all jenen, die ich verlassen habe und die mich verlassen haben, auf welchem Weg auch immer. Gleichzeitig fühle ich mich verbunden mit allen, die allein sind und finde den Gedanken tröstlich, dass es genau das ist, was uns alle verbindet: das Allein sein.</p>
<h2 style="text-align: center;">Ein Dankeschön</h2>
<p>Die wesentlichen Entscheidungen im Leben kann uns niemand abnehmen. Wir können uns Rat holen von anderen, entscheiden müssen wir selbst. <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/das-ende-des-lebens-ein-weg-den-jeder-allein-geht-100.html"><span style="color: #ff9900;">Den letzten Weg geht jeder allein</span></a>, auch wenn andere an unserem Bett sitzen, uns die Hand halten. Irgendwann lassen wir los und machen uns auf den Weg. Für die Zurückbleibenden heißt es Abschied nehmen und den Schmerz aushalten, denn der Schmerz ist Bestandteil dieses und jeden Verlustes. Er ist Bestandteil des Lebens. Mich davor schützen zu wollen, bedeutet, mich vor dem Leben schützen zu wollen.</p>
<p>Ich will mich nicht schützen und deswegen sende ich einen Dank an das Universum. Danke für die Liebe, die ich erfahren durfte. Danke für die Wegbegleitung und danke für den Schmerz, der mich daran erinnert, wer ich wirklich bin, was mich ausmacht und was der Sinn meines Daseins ist. In Liebe und Verbundenheit.</p>
<p>Danke an Karsten, Grit, Jens, Lars und Inken</p>
</div></div></div></div></div>
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		<title>Gesammelte Worte</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/gesammelte-worte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Apr 2016 00:01:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Worte üben auf mich eine Faszination aus, seit ich sprechen kann. Manche berühren mich tief, über andere muss ich herzhaft lachen. In "gesammelte Worte" trage ich zusammen, was mir gefällt. Zitate, vollkommen wahllos und ohne tieferen Sinn. Einfach, weil es mir Freude macht. Gesammelte Worte - erlauscht in Gesprächen Junge Frau auf Wanderschaft auf  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/gesammelte-worte/">Gesammelte Worte</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="ai-optimize-6"><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-8 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-11 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-12"><p class="ai-optimize-7">Worte üben auf mich eine Faszination aus, seit ich sprechen kann. Manche berühren mich tief, über andere muss ich herzhaft lachen. In &#8222;gesammelte Worte&#8220; trage ich zusammen, was mir gefällt. <a href="https://www.sylvia-tornau.de/inspirierende-zitate-von-frauen-sammlung/"><span style="color: #ff9900;">Zitate</span></a>, vollkommen wahllos und ohne tieferen Sinn. Einfach, weil es mir Freude macht.</p>
<h2 class="ai-optimize-8" style="text-align: center;">Gesammelte Worte &#8211; erlauscht in Gesprächen</h2>
<ul>
<li class="ai-optimize-9"><strong>Junge Frau auf Wanderschaft auf Mallorca:</strong> &#8222;&#8230; da haben uns alte Leute überholt, die hatten mindestens so viel Gepäck wie wir auf dem Rücken und vor allem, die waren schon länger alt&#8230;&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-10"><strong>Gespräch beim Griechen</strong> über Urlaubserlebnisse in der Dominikanischen Republik. &#8222;Ich habe dort jeden Tag Gott gesehen. Gott macht dort au: ch Urlaub.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-11"><strong>Von meinem Patenkind</strong>: &#8222;Wenn die Liebe hinfällt&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-12"><strong>In einer Kneipe</strong>. Frage: &#8222;Haben Sie Hugo?&#8220; (Sekt mit Holundersaft) Antwort: &#8222;Nein, aber wir haben Rhabarbertarte.&#8220; (Kuchen)</li>
<li class="ai-optimize-13"><strong>V.W. nach der Aufführung im Centraltheater Leipzig</strong>: &#8222;Tongewordene Migräne&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-14"><strong>Versprecher</strong>: Klavierspinner &#8211; Gemeint war der Klavierstimmer</li>
<li class="ai-optimize-15"><strong>Chef an Handwerker:</strong> &#8222;Arbeit ist die beste Jacke.&#8220; Antwort: &#8222;Na wem bei dem Spruch nicht kalt wird.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-16"><strong>Auf einer Party:</strong> Immer sind hier nur Menschen. Nie Hunde!</li>
<li class="ai-optimize-17"><strong>Am Fischstand.</strong> Die Fischmutter sagt zu ihren Kindern &#8222;passt auf, dass ihr geradeaus schwimmt, sonst werdet ihr Rollmops&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-18">&#8222;Schnüffelfrauen&#8220; Eine Freundin über Frauen, die ihren Lebenspartnern nicht trauen und heimlich deren Emails und SMS lesen.</li>
<li class="ai-optimize-19"><strong>Hella R.</strong> &#8222;mich in Rage monologisieren&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-20"><strong>Sabine D. über Familienhilfe</strong> &#8222;&#8230; knöcheltief in Fallarbeit stecken mit der Tendenz zum Langzeitkotzen.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-21"><strong>Gesa P.</strong> &#8222;&#8230;wegrennen oder zurückschlagen, dazwischen gibt es nichts außer Kränkung.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-22">distanzreduziert</li>
<li class="ai-optimize-23">abgespeckt</li>
<li class="ai-optimize-24">näseln</li>
<li class="ai-optimize-25">Wurstfinger</li>
<li class="ai-optimize-26">Hobbitfüße</li>
<li class="ai-optimize-27">Hallodri</li>
<li class="ai-optimize-28">Geräuscheterror</li>
<li class="ai-optimize-29">MP3-Junkie</li>
<li class="ai-optimize-30">Situationskompetenz</li>
<li class="ai-optimize-31">&#8222;Du Terrorrethiker&#8220;.</li>
</ul>
<h2 class="ai-optimize-32" style="text-align: center;">Filmzitate &#8211; erlauscht in Filmen</h2>
<ul>
<li class="ai-optimize-33"><strong>Gehört in: Bones die Knochenjägerin &#8211; Staffel 7 Folge 12.</strong> Dr. Philmore: &#8222;Herausragende Wissenschaftlerin, Bestsellerautorin, hingebungsvolle Mutter, manchmal glaube ich, Sie tauchen nur in meinem Leben auf, damit ich mir unzulänglich vorkomme.&#8220; Dr. Brennan: &#8222;Sie zollen mir zu viel Anerkennung, Dr. Philmore. Ich glaube, Sie sind selbst sehr gut in der Lage, Ihre Unzulänglichkeiten zu erkennen.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-34"><strong>Filmzitat – Anleitung zum Unglücklichsein:</strong> Er: &#8222;Es ist nicht verboten zu lachen&#8220; Sie: &#8222;Ich hab mich immer schlecht gefühlt, wenn ich glücklich war. Ich dachte, wenn ich jetzt glücklich bin, dann kommt gleich eine Katastrophe und schlägt alles kaputt. Also versuche ich mich nie zu sehr zu freuen, dann kann ich nicht enttäuscht werden. &#8222;Er: &#8222;Und das klappt? Sie: &#8222;Schon. Irgendwie.&#8220; Er: &#8222;Versteh ich nicht. Erst mal freu ich mich und wenn es dann schlimm wird, hab ich mich wenigstens schon mal gefreut.&#8220; Sie: &#8222;Sie meinen das ist so einfach?&#8220; Er: &#8222;Ja.&#8220; &#8230; Erzähler: &#8222;Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb, das ist alles. Alles. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass man das Leben nur rückwärts verstehen kann. Leben muss man es vorwärts.&#8220;</li>
</ul>
<h2 class="ai-optimize-35" style="text-align: center;">Worte &#8211; im Vorbeigehen gelesen oder gehört</h2>
<ul>
<li class="ai-optimize-36"><strong>An der Pinnwand meiner Freundin Kri.</strong> Angela Kraus: Das Weltgebäude will errichtet werden! Man muss ja irgendwo wohnen.</li>
<li class="ai-optimize-37"><strong>Arbeitsangebot der Agentur für Arbeit:</strong> Freizeitverkäuferin = Aufsicht in einer Spielhalle</li>
<li class="ai-optimize-38">Bemmenbettler</li>
<li class="ai-optimize-39">Krümeltransporter</li>
<li class="ai-optimize-40">&#8222;Sei klug! Bleib dumm.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-41">&#8222;Wer für alles offen ist, kann nicht ganz dicht sein.&#8220;</li>
<li class="ai-optimize-42"><strong>Roman Knoblauch, Moderator des 4. Leipziger Frauenlaufs</strong>: „Je später das Leben, desto netter die Nachbarn“ … „Wenn nichts mehr geht, reden geht immer“ …</li>
</ul>
<h2 class="ai-optimize-43" style="text-align: center;">Gesammelte Worte &#8211; im Radio gehört</h2>
<ul>
<li class="ai-optimize-44"><strong>Deutschlandradio Wurfsendung</strong>: Könnte es sein, dass mein Ehrgeiz ADHS hat?</li>
<li class="ai-optimize-45"><strong>Nachrichten von Deutschland-Radio-Kultur:</strong> &#8222;Das Internet ist die Fernuniversität des Terrorismus.&#8220;</li>
</ul>
<p class="ai-optimize-46">
</div></div></div></div></div></p>
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		<title>In Büchern gefunden &#8211; Zitate</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 Oct 2014 23:34:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Büchern gefundene Zitate, die mich zum Nachdenken und Perspektivwechsel angeregt haben. In Büchern gefunden - Zitate 1 - 5 Hans-Joachim Maaz "Die Liebesfalle" "Das wirksamste Mittel gegen den Krieg* ist die heilsame Kapitulation vor den innerseelischen Feinden, die da heißen: Minderwertigkeit, Unsicherheit, Entfremdung und Angst." * Krieg in der Definition von Beziehungsstress, sozialem  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="ai-optimize-6"><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-9 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-12 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-13"><p class="ai-optimize-7" style="text-align: center;">In Büchern gefundene <a href="https://www.sylvia-tornau.de/inspirierende-frauenzitate-im-fokus/"><span style="color: #ff9900;">Zitate</span></a>, die mich zum Nachdenken und Perspektivwechsel angeregt haben.</p>
<h2 class="ai-optimize-8" style="text-align: center;">In Büchern gefunden &#8211; Zitate 1 &#8211; 5</h2>
<h3 class="ai-optimize-9" style="text-align: center;">Hans-Joachim <a href="https://hans-joachim-maaz-stiftung.de/hans-joachim-maaz/"><span style="color: #ff9900;">Maaz</span></a> &#8222;Die Liebesfalle&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-10">&#8222;Das wirksamste Mittel gegen den Krieg* ist die heilsame Kapitulation vor den innerseelischen Feinden, die da heißen: Minderwertigkeit, Unsicherheit, Entfremdung und Angst.&#8220;</p>
<p class="ai-optimize-11">* Krieg in der Definition von Beziehungsstress, sozialem Streit, aber auch der Krieg zwischen Staaten und Religionen&#8230;</p>
<h3 class="ai-optimize-12" style="text-align: center;">Hans Christian <a href="https://hans-christian-andersen.de/biografie/"><span style="color: #ff9900;">Andersen</span></a></h3>
<p class="ai-optimize-13">Leben ist nicht genug, sagte der Schmetterling. Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.</p>
<h3 class="ai-optimize-14" style="text-align: center;">Aglaja <a href="https://www.deutsche-biographie.de/sfz136020.html"><span style="color: #ff9900;">Veteranyi</span></a> &#8222;Das Regal der letzten Atemzüge&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-15">Wir sind viel länger tot als lebendig, deswegen brauchen wir als Tote viel mehr Glück.</p>
<h3 class="ai-optimize-16" style="text-align: center;">Anna Heintze &#8222;Außergewöhnlich normal&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-17">Der Verstand ist eine Hure, er geht mit jedem Gedanken ins Bett.</p>
<h3 class="ai-optimize-18" style="text-align: center;">Sylvia Plath</h3>
<p class="ai-optimize-19">&#8222;Was ich am meisten fürchte, ist der Tod der Fantasie.&#8220;</p>
<h2 class="ai-optimize-20" style="text-align: center;">In Büchern gefunden &#8211; Zitate 6 &#8211; 9</h2>
<h3 class="ai-optimize-21" style="text-align: center;">Veronica Roth &#8222;Die Bestimmung &#8211; Letzte Entscheidung&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-22">&#8222;Ja, manchmal ist das Leben richtig scheiße&#8220;, sagt sie. &#8222;Aber weißt du, woran ich mich festhalte?&#8220;<br />
Ich ziehe die Augenbrauen hoch.<br />
Sie macht es mir nach.<br />
&#8222;An den Augenblicken, die nicht so sind&#8220;, sagt sie. &#8222;Man muss nur rechtzeitig merken, wenn es so weit ist.&#8220; &#8230;</p>
<h3 class="ai-optimize-23" style="text-align: center;">Andreas Knuf &#8222;Ruhe, Ihr Quälgeister: Wie wir den Kampf gegen unsere Gefühle beenden können.&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-24">&#8222;Die Gier nach Glück an sich macht unglücklich. &#8230;je mehr man sich mit dem Glück beschäftigt, desto weniger glücklich erscheint das eigene Leben. Man könnte ja immer noch etwas glücklicher werden.&#8220;</p>
<h3 class="ai-optimize-25" style="text-align: center;">P.W. Catanese &#8222;Die Bücher von Umber &#8211; Drachenspiele&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-26">&#8222;Hap bemerkte, dass er vor Schmerz das Gesicht verzog.<br />
,Tut das Älterwerden weh?&#8216;<br />
Balfour zog die Augenbrauen hoch. ,Lustige Frage. Einige Körperteile tun mir schon weh, so viel ist sicher. Aber mein Hirn fühlt sich noch genauso an wie immer. Älterwerden ist schon merkwürdig. Die Jahre sammeln sich an, Hap, aber zugleich habe ich noch jedes Alter, das ich mal hatte. Als wir vor diesen Seeriesen standen, fühlte ich mich wie fünf, voller Ehrfurcht und Angst. Wenn ich eine hübsche junge Frau sehe, bin ich wieder achtzehn! Und wenn meine Knochen mich daran erinnern, spüre ich alle meine sechzig Jahre. All diese Alter sind noch in mir drin, alle auf einmal. Die Jahre schichten sich übereinander wie Ablagerungen und die einzelnen Schichten bleiben erhalten.&#8220;</p>
<h3 class="ai-optimize-27" style="text-align: center;">Luise Reddemann &#8222;Eine Reise von 1.000 Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.&#8220;</h3>
<p class="ai-optimize-28">&#8222;Wenn man die Dinge versteht, sind sie, wie sie sind, wenn man sie nicht versteht, sind sie, wie sie sind.&#8220;</p>
<p class="ai-optimize-29">
</div></div></div></div></div></p>
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		<title>Lyrik von anderen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jul 2014 16:49:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lyrik von anderen ist eine Sammlung von Gedichten, die mich berührt und zum fühlenden Denken verführt haben. Lyrik von anderen - 1 Rainer Maria Rilke Über die Geduld Man muss den Dingen die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen  [...]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="ai-optimize-6"><div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-10 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-13 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-14" style="--awb-content-alignment:center;"><p class="ai-optimize-7" style="text-align: center;">Lyrik von anderen ist eine Sammlung von Gedichten, die mich berührt und zum fühlenden Denken verführt haben.</p>
<h2 class="ai-optimize-8" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 1 Rainer Maria <a href="https://www.rainermariarilke.de/"><span style="color: #ff9900;">Rilke</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-9" style="text-align: center;"><strong>Über die Geduld</strong></p>
<p class="ai-optimize-10" style="text-align: center;">Man muss den Dingen<br />
die eigene, stille<br />
ungestörte Entwicklung lassen,<br />
die tief von innen kommt<br />
und durch nichts gedrängt<br />
oder beschleunigt werden kann,<br />
alles ist austragen – und<br />
dann gebären&#8230;</p>
<p class="ai-optimize-11" style="text-align: center;">Reifen wie der Baum,<br />
der seine Säfte nicht drängt<br />
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,<br />
ohne Angst,<br />
dass dahinter kein Sommer<br />
kommen könnte.</p>
<p class="ai-optimize-12" style="text-align: center;">Er kommt doch!</p>
<p class="ai-optimize-13" style="text-align: center;">Aber er kommt nur zu den Geduldigen,<br />
die da sind, als ob die Ewigkeit<br />
vor ihnen läge,<br />
so sorglos, still und weit&#8230;</p>
<p class="ai-optimize-14" style="text-align: center;">Man muss Geduld haben</p>
<p class="ai-optimize-15" style="text-align: center;">Mit dem Ungelösten im Herzen,<br />
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,<br />
wie verschlossene Stuben,<br />
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache<br />
geschrieben sind.</p>
<p class="ai-optimize-16" style="text-align: center;">Es handelt sich darum, alles zu leben.<br />
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,<br />
ohne es zu merken,<br />
eines fremden Tages<br />
in die Antworten hinein.</p>
<h2 class="ai-optimize-17" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 2 Rose <a href="https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/rose-auslaender/"><span style="color: #ff9900;">Ausländer</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-18" style="text-align: center;"><strong>Dornen</strong></p>
<p class="ai-optimize-19" style="text-align: center;">Wir haben Rosen<br />
gepflanzt<br />
es wurden Dornen<br />
Der Gärtner<br />
tröstet uns<br />
die Rosen schlafen<br />
man muß auch<br />
seine<br />
Dornenzeit lieben.</p>
<h2 class="ai-optimize-20" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 3 Mascha <a href="https://www.maschakaleko.com/"><span style="color: #ff9900;">Kaléko</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-21" style="text-align: center;"><strong>Sozusagen grundlos vergnügt</strong></p>
<p class="ai-optimize-22" style="text-align: center;">Ich freu mich, dass am Himmel Wolken ziehen und dass es regnet, hagelt, stürmt und schneit.<br />
Ich freu mich auch zur grünen Jahreszeit wenn Heckenrosen und Holunder blühen.<br />
Dass Amseln flöten und Bienen summen, dass Mücken stechen und Brummer brummen.<br />
Dass rote Luftballons ins Blaue steigen, dass Spatzen schwatzen und dass Fische schweigen.<br />
Ich freu mich, dass der Mond am Himmel steht und dass die Sonne täglich neu aufgeht.<br />
Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter gefällt mir wohl, da steht ein Sinn dahinter, auch wenn die Neunmalklugen ihn nicht sehn, man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn.</p>
<p class="ai-optimize-23" style="text-align: center;">Ich freu mich, das ist des Lebens Sinn, ich freu mich vor allem, dass ich bin.<br />
In mir ist alles aufgeräumt und heiter, die Deele blitzt, das Feuer ist geschürt, an solchen Tagen erklettert man die Leiter, die von der Erde in den Himmel führt.<br />
Da kann der Mensch, wie es ihm vorgeschrieben, weil er sich selber liebt, den Nächsten lieben.<br />
Ich freu mich, dass ich mich an das Schöne und an das Wunder niemals ganz gewöhne.<br />
Dass alles so erstaunlich bleibt und neu.<br />
Ich freu mich, dass ich,<br />
dass ich mich freu.</p>
<h2 class="ai-optimize-24" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 4 Judith <a href="https://www.amazon.de/wachstumsschmerzen-gedichte-Judith-Faller/dp/3943528022"><span style="color: #ff9900;">Faller</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-25" style="text-align: center;"><strong>abschied nehmen</strong></p>
<p class="ai-optimize-26" style="text-align: center;">habe mir am granit<br />
der grünschwarzen härte<br />
des abschieds<br />
die zähne ausgebissen</p>
<p class="ai-optimize-27" style="text-align: center;">dabei</p>
<p class="ai-optimize-28" style="text-align: center;">wäre es ein leichtes<br />
durch die offene türe<br />
gelassen<br />
den fluss des vergehens<br />
zu betrachten</p>
<h2 class="ai-optimize-29" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 5 Ingeborg <a href="https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/ingeborg-bachmann"><span style="color: #ff9900;">Bachmann</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-30" style="text-align: center;"><strong>FALL AB, HERZ</strong></p>
<p class="ai-optimize-31" style="text-align: center;">Fall ab, Herz, vom Baum der Zeit,<br />
fallt ihr Blätter, aus den erkalteten Ästen,<br />
die einst die Sonne umarmt&#8216;,<br />
fallt, wie Tränen fallen aus dem geweiteten Aug!</p>
<p class="ai-optimize-32" style="text-align: center;">Fliegt noch die Locke tagelang im Wind<br />
um des Landgotts gebräunte Stirn,<br />
unter dem Hemd presst die Faust<br />
schon die klaffende Wunde.</p>
<p class="ai-optimize-33" style="text-align: center;">Drum sei hart, wenn der zarte Rücken der Wolken<br />
sich dir noch einmal beugt,<br />
nimm es für nichts, wenn der Hymmettos die Waben<br />
dir noch einmal füllt.</p>
<p class="ai-optimize-34" style="text-align: center;">Denn wenig gilt dem Landmann ein Halm in der Dürre,<br />
wenig ein Sommer vor unserem großen Geschlecht.</p>
<p class="ai-optimize-35" style="text-align: center;">Und was bezeugt schon dein Herz?<br />
Zwischen gestern und morgen schwingt es,<br />
lautlos und fremd,<br />
und was es schlägt,<br />
ist schon sein Fall in der Zeit.</p>
<p class="ai-optimize-36">
</div><div class="fusion-text fusion-text-15" style="--awb-content-alignment:center;"><h2 class="ai-optimize-37" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 6 Bärbel <a href="https://www.literaturland-thueringen.de/personen/baerbel-klaessner/"><span style="color: #ff9900;">Klässner</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-38" style="text-align: center;"><strong>Frau in der küche</strong></p>
<p class="ai-optimize-39" style="text-align: center;">Ob ich das bin? gebildet oder bebildert mit fremder ansicht ach<br />
die verbannung macht müde das sternennetz verkehrt über<br />
mein schreibheft gebreitet die marmorierten deckel aus pappe<br />
zwischen denen meine zahnlosen briefe vegetieren die<br />
ameisenstraßen führen zum äquator ich folge mit dem finger<br />
nur den täglichkeiten noch fahre den kaffee hoch öffne das brot<br />
lade das gedächtnis als neue version vielleicht ist es längst<br />
unter den stapeln verschollen in den hin und her sortierten<br />
papieren aus amtspost werbung unerledigtem gedicht sag mir<br />
doch bitte ist es zu spät wenn ich einmal noch einer<br />
verschwendung gleich käme in blüte stünden alle ideen<br />
betörend und verstörend die frau die fundevogel noch kennt<br />
eine ausgeschnittene fortsetzung aber ist das herz an ritter<br />
ohneland verloren nun also halsstarrig zur sonne geschaut vom<br />
fenster geviertelt an die uhr geklebt die blanken lücken im<br />
kalender in der ecke eine lustlose spinne hingehängt ob ich das<br />
bin was gibt es zu sagen morgen stärke ich das handtuch<br />
schnüre den mut mich auszuwerfen ins weite</p>
<h2 class="ai-optimize-40" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 7 Else <a href="https://wortwuchs.net/lebenslauf/else-lasker-schueler/"><span style="color: #ff9900;">Lasker-Schüler</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-41" style="text-align: center;"><strong>Das Lied meines Lebens</strong></p>
<p class="ai-optimize-42" style="text-align: center;">Sieh in mein verwandertes Gesich &#8230;<br />
Tiefer beugen sich die Sterne.<br />
Sie in mein verwandertes Gesicht.</p>
<p class="ai-optimize-43" style="text-align: center;">Alle meine Blumenwege<br />
Führen auf dunkle Gewässer,<br />
Geschwister, die sich tödlich stritten.</p>
<p class="ai-optimize-44" style="text-align: center;">Greise sind die Sterne geworden &#8230;<br />
Sieh in mein verwandertes Gesicht.</p>
<h2 class="ai-optimize-45" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 8 Angela <a href="https://www.sadk.de/mitglieder/klasse-literatur-und-sprachpflege/krauss-angela"><span style="color: #ff9900;">Krauß</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-46" style="text-align: center;"><strong>Auch die Liebe </strong></p>
<p class="ai-optimize-47" style="text-align: center;">Auch die Liebe<br />
beruht auf Vermutungen<br />
und der vagen Erinnerung<br />
an einen ähnlichen Fall<br />
vor abertausend Jahren,<br />
dessen Abdruck<br />
in eine Seele geprägt wurde<br />
wie die Tatze eines jungen Bären,<br />
derb, verspielt, mutwillig, verletzend.</p>
<p class="ai-optimize-48" style="text-align: center;">Auch die Liebe<br />
hebt Fremdheit nicht auf<br />
und die Ahnung,<br />
sie könnte für immer bleiben,<br />
um noch tiefer erfahren zu werden<br />
durch die Liebe,<br />
tief genug,<br />
dass alles Bittere sich verflüchtigt<br />
und von der Fremdheit nur bleibt,<br />
was ganz am Anfang war:<br />
Fülle aus Licht,<br />
blindes Vertrauen,<br />
nackte Vermutung.</p>
<h2 class="ai-optimize-49" style="text-align: center;">Lyrik von anderen &#8211; 9 Stefanie <a href="https://musenhort.blog/"><span style="color: #ff9900;">Jerz</span></a></h2>
<p class="ai-optimize-50" style="text-align: center;"><strong>Gänseblümchen</strong></p>
<p class="ai-optimize-51" style="text-align: center;">sie liebt mich<br />
er liebt mich nicht<br />
du liebst ich<br />
mich liebst du nicht<br />
lieb du mich<br />
nein besser nicht<br />
wie lieb ich<br />
und wieder nicht<br />
verlieb dich<br />
nur nicht in mich<br />
erst lieb dich<br />
und dann auch mich</p>
<p class="ai-optimize-52">
</div></div></div></div></div></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Abschied von Inken &#8211; Ein Gedicht der Trauer</title>
		<link>https://www.sylvia-tornau.de/abschied-von-inken/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sylvia Tornau]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 16:39:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Zettelkasten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die letzte Urlaubsreise von Inken an die Ostsee mit Claudia und mir im Sommer 2011.  Inken Lehmann verstarb am 26.11. 2011 Meine Rede anlässlich der Trauerfeier für Inken am 16.12. 2011 Ich habe Inken kennengelernt Anfang der 90er, auf der Tanzfläche der Frauenkultur. Und was ich damals noch nicht wusste, aber im  [...]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.sylvia-tornau.de/abschied-von-inken/">Abschied von Inken &#8211; Ein Gedicht der Trauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.sylvia-tornau.de">Sylvia Tornau</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="fusion-fullwidth fullwidth-box fusion-builder-row-11 fusion-flex-container nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling" style="--awb-border-radius-top-left:0px;--awb-border-radius-top-right:0px;--awb-border-radius-bottom-right:0px;--awb-border-radius-bottom-left:0px;--awb-flex-wrap:wrap;" ><div class="fusion-builder-row fusion-row fusion-flex-align-items-flex-start fusion-flex-content-wrap" style="max-width:1248px;margin-left: calc(-4% / 2 );margin-right: calc(-4% / 2 );"><div class="fusion-layout-column fusion_builder_column fusion-builder-column-14 fusion_builder_column_1_1 1_1 fusion-flex-column" style="--awb-bg-size:cover;--awb-width-large:100%;--awb-margin-top-large:0px;--awb-spacing-right-large:1.92%;--awb-margin-bottom-large:0px;--awb-spacing-left-large:1.92%;--awb-width-medium:100%;--awb-spacing-right-medium:1.92%;--awb-spacing-left-medium:1.92%;--awb-width-small:100%;--awb-spacing-right-small:1.92%;--awb-spacing-left-small:1.92%;"><div class="fusion-column-wrapper fusion-flex-justify-content-flex-start fusion-content-layout-column"><div class="fusion-text fusion-text-16"><div id="attachment_371" style="width: 560px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_1217.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-371" class="wp-image-371" title="IMG_1217" src="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_1217-e1349364077669-300x225.jpg" alt="" width="550" height="413" srcset="https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_1217-e1349364077669-300x225.jpg 300w, https://www.sylvia-tornau.de/wp-content/uploads/IMG_1217-e1349364077669-1024x768.jpg 1024w" sizes="(max-width: 550px) 100vw, 550px" /></a><p id="caption-attachment-371" class="wp-caption-text">Die letzte Urlaubsreise von Inken an die Ostsee mit Claudia und mir im Sommer 2011.</p></div>
<p style="text-align: center;">Inken Lehmann verstarb am 26.11. 2011</p>
<h2 style="text-align: center;">Meine Rede anlässlich der Trauerfeier für Inken am 16.12. 2011</h2>
<p>Ich habe Inken kennengelernt Anfang der 90er, auf der Tanzfläche der Frauenkultur. Und was ich damals noch nicht wusste, aber im Laufe der Jahre verstanden habe: Inken war eine leidenschaftliche Tänzerin und auch in den Phasen, in denen das Leben nicht so verlief, wie sie es sich wünschte, beim Tanzen war Inken ganz bei sich und ihrer tiefen Lebensfreude. Wir haben nur noch selten zusammen getanzt in den vergangenen Jahren, aber wenn wir tanzten, dann waren wir ganz nah beieinander, teilten die überbordende Lebensenergie und blieben doch jede bei sich.</p>
<h3 style="text-align: center;">Die Liebe</h3>
<p>Die Inken, die ich kannte, war eine Suchende. Sie suchte die Liebe, die eine, die wahre. Inken fand sie für Momente. Griff mit herzhafter Lust hinein ins Lebensglück, suhlte sich darin, tankte Energie, liebte mit allen Sinnen. Doch dieser Zustand hielt meist nicht lange an. Den Zeiten dieser totalen Glückseligkeit folgte häufig ein Absturz. Dann stellte Inken alles infrage. Sich selbst, die Liebe, ihre Ansprüche an das Leben. Das waren häufig Zeiten, in denen unsere Gespräche schwer waren, dunkel, geprägt von Lebenszweifel und ja, auch von viel Alkohol. In diesen Zeiten waren wir einander auf eine andere Art nah, so nah wie dies nur mit wenigen Menschen möglich ist. Und in diesen Momenten versicherten wir einander: Alles in diesem Leben hat einen Sinn. Es war für Inken und auch für mich einfacher, diese Worte von der anderen zu hören, das machte sie glaubwürdiger. Für uns beide.</p>
<h3 style="text-align: center;">Unstet</h3>
<p>Es gab nicht viel Kontinuität in Inkens Leben, nicht in der Liebe, nicht in ihren Jobs. Immer musste sie sich ausprobieren, immer musste sie sich beweisen. Inken war intelligent und feinsinnig und sie war sehr sensibel. Das war der Charakterzug von sich selbst, mit dem sie am meisten auf Kriegsfuß stand. &#8222;Wenn ich hart, zupackend und tatkräftig bin, dann kann mir nichts geschehen. Ich muss hart sein zu mir, ich muss stark sein, aber ich will auch stark sein, weil es schön ist, diese Energie zu spüren, präsent zu sein, da zu sein.&#8220; So ähnlich hat Inken es in unseren Gesprächen ausgedrückt. Erst in den letzten zehn Jahren hat sie sich ausgesöhnt mit ihren sensiblen Anteilen, konnte in Momenten auch mal Schwäche zugeben. Das war wohl ihr Lebensthema &#8211; zumindest war es oft in unseren Gesprächen Thema: der Wunsch, für sich selbst, aber auch im Beisein anderer schwach sein zu dürfen.</p>
<p>Alle, die Inken in ihren letzten Monaten begleitet haben, wissen, dass es ihr auch in ihren schmerzhaftesten Momenten schwerfiel, Schwäche zu zeigen. Und ich bin mir auch jetzt noch nicht sicher, wen sie damit schützen wollte: sich vor den eigenen Dämonen oder uns. Wenn ich sage, es gab wenig Kontinuität in Inkens Leben, so meine ich damit vor allem in Bezug auf die Arbeit und Liebe. Kontinuität gab es in ihrer Liebe zu ihren Katzen, in ihren Freundschaften. Von den Reisen mit Claudia hat Inken viel erzählt. Überhaupt waren die wenigen Reisen, die Inken gemacht hat, oft Gesprächsthema.</p>
<h3 style="text-align: center;">Die Reise</h3>
<p>Vor allem die Reise nach Lesbos, wo sie in Ermangelung von Geld sich jeden Mittag ein Baguette kaufte, sich an einen Schilfteich setzte und ihr Baguette mit ein paar Schildkröten teilte. In diesem Teich soll es Hunderte gegeben haben. Und wenn Inken &#8222;Hunderte&#8220; sagte, dann grinste sie, weil sie sich der massiven Übertreibung bewusst war.</p>
<p>Es fällt mir schwer, Abschied zu nehmen und immer noch habe ich den Impuls, in die Niederkirchnerstraße einzubiegen und kurz bei Inken vorbeizuschauen. Ich habe eine Freundin verloren, eine Schwester im Geist, eine Seelenverwandte. Was mir hilft, nicht im Dunkel des Abschieds zu verharren, sind Inkens Worte:</p>
<blockquote>
<p><strong> Wir sehen uns wieder, wo und wie auch immer. Und wenn du im Meer schwimmen gehst und es krabbelt zwischen deinen Beinen, etwas streichelt deine Brust &#8211; dann bin ich das, die Inken.</strong></p>
</blockquote>
<h2 style="text-align: center;">Abschied von Inken &#8211; Ein Gedicht der Trauer</h2>
<div>
<div>
<div class="vk_sh vk_bk">
<div class="aiAXrc" style="text-align: center;"><strong><a href="https://www.google.com/maps/place/54%C2%B013'00.0%22N+12%C2%B006'00.0%22E/@54.2166667,12.0819756,14z/data=!4m4!3m3!8m2!3d54.2166667!4d12.1?entry=ttu"><span style="color: #ff9900;">54 13 00 n 12 06 00 e</span></a> Seebestattung am 13.04. 2012</strong></div>
</div>
</div>
</div>
<p style="text-align: center;">Im Lebensfluss, dein Lachen wurde ruhiger,<br />
dein Blick leuchtete<br />
deine Hände waren stetig<br />
zupackend und zuverlässig.</p>
<p style="text-align: center;">Wir sind uns begegnet<br />
Vergangene Tage warfen lange Schatten.<br />
Wir sind uns begegnet<br />
Lebensgier wucherte unbeschnitten</p>
<p style="text-align: center;">Du liefst über heißen Sand<br />
Bevor deine Stunde gekommen<br />
Fuhrst übers Meer den Träumen entgegen<br />
Die Segel gebläht im Wind von Südwest</p>
<p style="text-align: center;">Hoffnungsfetzen hingen zwischen Morphiumbeschuss und Schmerzattacken<br />
Nur dein Blick erinnerte noch an ungebeugte Kräfte,<br />
flehte zornig und bat um Erlösung.</p>
<p style="text-align: center;">Wir sind uns begegnet<br />
Nacht atmete Sterne über uns<br />
Wir sind uns begegnet<br />
Zeitwehe zwischen heute und anderswo</p>
<p style="text-align: center;">Fahr übers Meer jetzt<br />
deine Stunde ist gekommen<br />
Zu Wasser lassen wir deine Asche<br />
Ziehen fort mit geblähtem Segel Richtung Nordost<br />
Der aufgehenden Sonne entgegen.</p>
<p style="text-align: center;">© Sylvia Tornau</p>
<h2 style="text-align: center;">Ein Jahr Sterbebegleitung</h2>
<p>Mit einer Gruppe von Frauen, alles Freundinnen von Inken, begleiteten wir Inken im Jahr ihrer Krankheit, ihres Todes. Über dieses Jahr durfte ich einen Beitrag veröffentlichen, in dem Buch von <a href="https://gluecklicher-montag-shop.de/produkt/sandra-strauss-und-schwarwel-hrsg-nicht-gesellschaftsfaehig-tod-verlust-trauer-und-das-leben/"><span style="color: #ff9900;">Sandra Strauß und Schwarwel</span></a> (Hrsg.) „<a href="https://www.sylvia-tornau.de/literatur/meine-veroeffentlichungen/"><span style="color: #ff9900;">nichtgesellschaftsfähig – TOD, VERLUST, TRAUER UND DAS LEBEN</span></a>“</p>
</div></div></div></div></div>
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