Monatsrückblick Juli 2022 – Die Regentrude schläft

Kennst du es, das Märchen von der Regentrude? Die Erde verdorrt, die Brunnen verödet, die Menschen fürchten sich und leiden unter der Herrschaft eines bösen Kobolds namens der Feuermann. Es geht die Legende, die Regentrude sei eingeschlafen. (Wenn du wissen willst, wie es weiter geht, findest du den Text zum nachlesen hier und als Hörstück hier.) Im Monat Juli musste ich mehrfach daran denken, wenn ich die verdorrten Wiesen und Felder gesehen habe.
Vielleicht hilft es ja im August 2022, wenn wir alle gemeinsam das Lied der Regentrude singen, um sie aus ihrem Tiefschlaf zu erwecken. Denn einzig in der Macht der Regentrude liegt es, die Herrschaft des Feuermannes zu beenden.

Das Lied der Regentrude. Vielleicht hilft es gegen Waldbrände

So sieht es aktuell wohl nicht nur in Europa aus. Vielleicht hilft ja das Lied der Regentrude.

Monatsrückblick Juli 2022 – Die Regentrude schläft

Mal abgesehen davon, dass ich mit meinem Katzenjammer-Gesang die Regentrude nicht aufwecken konnte – ja, ich gebe es zu, singen kann ich nicht. Das hat sogar meine Tochter Helene im Alter von 3 Jahren schon erkannt, der ich so ganz muttermäßig ein Schlaflied trällerte, welches sie trocken kommentierte: „Mama, hör auf mit dem blöden Gesinge“. 🙂

Rückblickend betrachtet war im Juli 2022, dann doch einiges los. Ich wurde in einer Warteschleife geparkt, beobachtete Störche, lachte viel mit meinem Kollegen Daniel, lernte, traf Freundinnen und spielte Tarot. Natürlich begleiteten mich Momo, Lene und Andreas durch meinen Monat.

Die Regentrude schläft

Ein Foto-Gruß von Lene und Momo an die MutterOma.

Warten auf die Reha

Im Juni erhielt ich die Zusage für eine Reha. LongCovid macht mich depressiv und beides soll wieder ins Lot kommen. Die permanente Erschöpfung, die Wortfindungsstörungen und die daraus erwachsende Traurigkeit darüber, dass ich so viel will und derzeit nicht kann, machen mich mürbe. Dem „JuHu!!! – Reha am Wunschort Sankt-Peter-Ording bewilligt“, folgt schnell die Ernüchterung. Die Klinik hat einen Platz für mich im Januar 2023. Solange will ich nicht warten. Ich bin mitten im Business-Aufbau, nebenberuflich und schaffe nicht die Hälfte von dem, was ansteht und ich erreichen will.

Nach einer kurzen Phase der Resignation schreibe ich Mails und telefoniere mit Rehakliniken die für mich in Betracht kommen. Die Ernüchterung ist groß. Eine Klinik bietet mir einen Platz im Dezember, bei allen anderen: Aufnahme-Stopp für 2022, Aufnahme im Juni/Juli 2023. Ich verabschiede mich von dem Gedanken an Nordsee und Ostsee, wichtiger als der Ort ist die Zeit. Ich brauche JETZT Unterstützung. In der Brandenburgklinik Bernau bei Berlin, haben sie einen Platz für mich, ab 02. August. Jubel. Schnell am 08.07. den Umstellungsantrag für die Rentenversicherung formuliert und dann heißt es Warten. Bis 21. 07. keine Rückmeldung. Anruf und die Auskunft: „Oh, das ist ja dringend.“ Am 26. dann endlich die Bewilligung in der Tasche. Abarbeiten, was abzuarbeiten ist und Koffer packen.

Mit dem Zug fahren ist ein Ding der Unmöglichkeit, schließlich will ich, dass die Reha ein Erfolg wird, also packe ich Dekokram und Ding mögliche Eventualitäten ein. Ich weiß, ich kann eine Diva sein, wenn mir etwas fehlt, also nehme ich mit, was mir wichtig ist.

Arbeit, Hitze und schöne Landschaften

Eigentlich bin ich ja so gar nicht für diese Temperaturen geschaffen. Alles über 25 Grad macht schlechte Laune und nörgelig. Aber zum Glück bin ich ja sehr häufig mit meinem liebsten Kollegen und Freund Daniel unterwegs, der auch nicht immer gute Laune hat. Wenn wir dann beide nebeneinander in seinem Auto sitzen und vor uns hin grummeln, dann passiert es relativ schnell, dass wir gemeinsam über uns lachen. Und schon ist die schlechte Laune weg.

Mein Lieblingskollege, Co-Therapeut und Freund Daniel. Nach fast 20 Jahren Zusammenarbeit verhalten wir uns manchmal wie ein altes Ehepaar. Wie gut das tut, so einen Freund zu haben.

Das schönste an der ambulanten Arbeit im Landkreis sind die Pausen in der Natur. Ein Storchennest sehen, anhalten, dem Klappern lauschen – in der Natur sein und wenn es auch nur für ein paar Minuten ist, das ist eine meiner Energiequellen.

Die Störche in Kühren bei Wurzen.

Mitunter stelle ich mir dann aber doch die Frage, wie die Störche das aushalten, in der Gluthitze, so weit oben, während unten am Boden so vieles verdorrt. Die Menschen schleppen sich mehr durch die Tage, statt in sommerbeschwingter Leichtigkeit zu schweben. Mensch und Natur, alles sehnt sich nach Abkühlung und Regen.

Die Regentrude schläft

Mein geliebter Fockeberg verdorrt allmählich.

Kontinuierlich bringe ich mein Business voran

Lernen, Lernen, Lernen. Irgendwie gehört das seit meiner Kindheit zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Egal ob durch Bücher lesen, Kurse besuchen oder ausprobieren – das alles geht sowieso nur zusammen, wenn es sinnvoll sein soll und ich das Erlernte auch anwenden will. So habe ich im Juli in der Membership der digitalheldinnen gelernt, mit ActiveCampaign bestimmte Prozesse zu automatisieren – zum Beispiel, wenn du meinen Newsletter „Würde-Worte“ abonnierst, erhältst du eine Mail und wirst im Anschluss auf eine Seite geführt, ohne dass ich dies händisch für jedes Abo machen muss. Das spart enorm Zeit, auch wenn das Einrichten erst einmal Zeit kostet.

Ich liebe all diese Technik – Handy und Laptop, weil ich so von zu Hause, in meinem Fall auf der Couch oder im Bett lernen kann.

Für die Sichtbarkeit lerne ich, wie ich bessere Videos aufnehmen kann, zum Beispiel durch den Einsatz eines Gimbal. Oft war ich mit Fotos oder Videos unzufrieden, da ich seit meinem 30.ten Lebensjahr einen leichten Tremor in den Händen habe. Der Gimbal hilft dabei, dass die Videos stabiler sind. Das Gerät kennenzulernen und den Umgang damit, das hat mich im Juli ebenfalls beschäftigt.

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Hier wird mir das Gerät zum ersten Mal vorgeführt.

Im 5-Tages-Workshop „Planbar ausgebucht“ von Karin und Philipp Schartner habe ich einiges Neues und Überraschendes gelernt unter anderem, dass ich mich bisher vor allem als Coach und nicht als Unternehmerin gesehen habe. Spannend war für mich auch noch einmal, den roten Faden meines Lebens zu erkennen und benennen. Das fiel mir bisher schwer, in diesem Kurs ist es mir gelungen.

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Mit gemafreier Musik von: https://www.frametraxx.de

Freundinnen

Nachdem ich in den vergangenen Monaten bis auf die Kontakte mit Lene und Momo eher rückzügig erlebt habe, standen im Juli zwei Kurzurlaube mit Freundin an.

Kurzurlaub am Hainer See, ca. 20 Minuten von Leipzig entfernt, ein kleines Paradies mit südlichem Flair.

Anfang Juli fuhr ich mit meiner Freundin und Kollegin (Traumatherapeutin)  Gesa in den Arbeitsurlaub. Auf dem Programm stand relaxen, Online-Weiterbildung mit Peter Levine und Gespräche über mögliche Formen der Zusammenarbeit. Von gemeinsamen Kursen bis zur Konkretisierung eines Podcasts. Wir hatten jede Menge Spaß und du darfst gespannt sein, was sich in Zukunft daraus entwickelt.

Die Regentrude schläft, aber wir haben trotzdem Spaß.

Während andere alte Weiber auf Bäume klettern, kaspern wir rum, machen Faxen und uns damit locker für Folge Null unseres Podcasts.

Mit meiner Freundin Kristina wollte ich wieder einmal die Ferienwohnung Merbitzer Berg in Löbejün bewohnen, ein gemütliches Zimmer mit irre großer Dach-Terrasse, in dem wir schon das ein und andere Wochenende verbrachten. Doch Corona wollte nicht so wie wir es wollten. Obwohl nur 56 km von meinem zuhause entfernt, waren wir beide zu platt um mit dem Auto dorthin zu fahren.

Ein wenig wehmütig waren wir beide, als wir uns gegen die gemeinsame Zeit entschieden und doch war es die richtige Entscheidung.

Um wenigstens ein wenig Zeit miteinander zu verbringen, uns wieder einmal zu sehen, zu reden, in den Armen zu liegen, verbrachten wir den Samstag Nachmittag gemeinsam im Garten. Große Überraschung: Kristina hatte ein Geschenk dabei, etwas, was ich mir schon lange wünschte, aber doch nie gekauft hätte.

Das Tarot von Dali in herrlich schrecklicher lila Verpackung. Jetzt ertappe ich mich des Öfteren beim Kartenlegen :-).

Dialoge mit Momo und kindliche Umschreibungen

Weil ich immer wieder so fasziniert von Momos Wortschöpfungen bin, werde ich in Zukunft an dieser Stelle meine Lieblingsdialoge mit Momo und ihre zauberhaften Wortschöpfungen hier festhalten.

Momo spielt im Hofgarten, allerdings erst nach 18 Uhr, wenn die anderen Kinder den Hof geräumt haben und wir allein im Garten sind.

  • Momo: Oma, warum hast du so große Brüste und so einen dicken Bauch?
    Ich: damit du dich besser ankuscheln kannst.
  • „Ich will keine Schmierwurst, ich will die Blättrige!“
  • Lene macht Momo einen Film an, damit wir kurz mal in ein Mutter-Tochter Gespräch abtauchen können.
    Momo: Ich will Paw Patrol!
    Lene: Ich mache dir einen ruhigen Film an, sonst bist du so aufgedreht. (Macht Petterson und Findus an)
    Momo empört: Das ist aber nicht mein Lieblingsgucker!
Die Regentrude schläft

Ein sehnsüchtiger Gute-Nacht-Kuss von Momo an Lene per Video – eines unserer Dienstagabend Rituale

Was ich im Juli gelernt habe

Manchmal tun Entscheidungen weh, auch wenn es die richtigen sind.

Mein Juli 2022 in Zahlen

Die Regentrude schläft

Allein die Farben machen mich froh. Obwohl ein Teil von mir diese Beschäftigung blöd findet, tut sie meiner Kinderseele gut.

Was sonst noch los war im Juli 2022

  • Der Krieg in der Ukraine wird langsam zu einer schrecklichen Normalität. Heißt, wir gewöhnen uns daran und es gibt andere Themen, die uns – zumindest was die Themenwahl der Medien betrifft – weit mehr als dieser Krieg zu interessieren scheinen (Gas-Krise, Klima…). Zum Glück gibt es so engagierte Journalist:innen wie Arndt Ginzel, dessen Dokumentarfilm Die Straße des Todes hatte am 6. Juli im ZDF Premiere. Zu sehen auch auf YouTube.
  • Mindestens 23 Menschen starben bei einer Massenpanik in Melilla, beim Versuch die Grenze zwischen Marokko und Spanien zu überqueren. Unsäglich, dass Menschen sterben, weil sie nach Europa wollen und ihnen dies verwehrt wird. Schockierend fand ich aber auch die Bilder des Grenzzauns und die Brutalität der Grenzer. Einzig die Tatsache, dass Tausende Spanier:innen gegen diese Behandlung der Menschen die nach Europa wollen demonstrierten, lässt den Hoffnungsschimmer in mir nicht erlöschen.
  • Landratswahlen in Sachsen: bis auf den Landkreis Mittelsachsen – Landrat Dirk Neubauer, parteilos – werden alle Landräte von der CDU gestellt. Sachsen bleibt schwarz. Da bin ich doch immer wieder froh, in Leipzig zu leben, dem winzigen Farbfleck auf dieser düsteren Landkarte. Beruhigend: Die AFD-Kandidaten haben keinen Landrat stellen können. Es gibt doch noch Hoffnung, dass es mit dem Demokratieverständnis in Sachsen nicht nur abwärts geht.

Zum Schluss noch ein Tipp

Die Multimusikerin, Sängerin und Komponistin Ingeborg Freytag feierte am 07.07. 2022 ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Im Zuge dessen gibt es  noch bis zum Jahresende spannende Veranstaltungen, zu denen wir alle herzlich eingeladen sind. Vielleicht treffen wir uns ja bei einem Konzert, einer Lesung? Das würde mich freuen und Ingeborg ganz sicher auch.
Für alle, die es nicht zu den Live-Veranstaltungen, gibt es ja zum Glück Ingeborgs YouTube KanalGanz besonders stark berührt mich persönlich „Fenster in die Zeit„.    

In diesem Beitrag verstecken sich neben der Regentrude noch Anspielungen auf zwei weitere Märchen. Hast du es gemerkt? Schreib es mir gern in die Kommentare.

Vielen Dank fürs Lesen. Ich freue mich, wenn du mir ein Abo oder einen Kommentar da lässt.

In Verbundenheit

 

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Hallo, ich bin Sylvia

systemische Therapeutin, Trauma-Coach und Bloggerin. Seit über 20 Jahren arbeite ich mit Paaren, Familien und Einzelpersonen daran, negative Kindheitsprägungen und frühe Traumata zu lösen und ein Leben voller Selbstvertrauen, inneren Frieden und emotionaler Stabilität zu führen.
Für ein erfülltes Leben in Verbundenheit.

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