Was ist Selbstfindung?

Selbstfindung: Frauensilhouette vor Spiegel, in dem 3 Fragezeichen erscheinen
Als Kind werden wir geboren und dann sind wir ersteinmal da, in diesem Leben. Wir nehmen dieses Sein als gegeben hin, als etwas Selbstverständliches. Erst später, in der Pubertät, kommen die Fragen: Wer bin ich? Was macht mich aus? Selbstfindung bedeutet laut dem Wörterbuch das Zu-sich-selbst-Finden; Sich-selbst-Erfahren-als Persönlichkeit. Selbstfindung ist also ein Prozess, den wir alle erleben und der sich für jede auf andere Art gestaltet, je nach dem unter welchen Bedingungen wir aufwachsen. Es geht im Prozess der Selbstfindung um die
Identität.

Menschen, die ein Kindheitstrauma erlebt haben, hatten in jungen Jahren nicht die Chance zu lernen, sich selbst zu lieben oder ihre Identität zu finden, bevor all das Schreckliche passierte. Für uns geht es bei der Heilung nicht darum, unser Leben zurückzubekommen. Es geht darum, unsere Identität finden und aus dieser heraus das Leben zu gestalten.

Die Frage nach meiner Identität, wer ich bin und was mich ausmacht, stellte sich mir in der Pubertät und im jungen erwachsenen Alter so nicht. Ich war dafür nicht frei. All meine Energie war gebunden an das Überleben. Physisch und psychisch. Ich taumelte durch die Zeit, getrieben von der Angst vor Schlägen, Gebrüll und sexueller Gewalt. Ich war verwundet an Körper und Seele, mein Ziel war das Überleben. Wenn du in Gefahr bist, fragst du dich nicht danach, wer du bist. Du rennst einfach, rennst und wenn du Glück hast, brichst du irgendwann zusammen, hoffentlich außerhalb der Gefahrenzone. So habe ich es gemacht. Ich bin gerannt bis ich in Sicherheit war. Erst dann begann ich, mich zu sammeln, zu heilen und erst da begannen die Fragen, ob das, was ich da gesammelt habe, wirklich zu mir gehört. – Sylvia Tornau

Definition des Begriffs Selbstfindung

Selbstfindung ist ein Begriff aus der Entwicklungspsychologie und bezieht sich auf den in der Pubertät beginnenden Prozess, in dem eine Person ein tieferes Verständnis für sich selbst entwickelt, ihre eigenen Werte, Überzeugungen, Bedürfnisse und Ziele erkennt und annimmt. Selbstfindung ist also eng verwoben mit der Persönlichkeitsentwicklung. Es ist ein lebenslanger und oft tiefgründiger Prozess, der viele Aspekte des Selbst umfasst:

  1. Selbstbewusstsein: Dies umfasst das Bewusstsein über die eigenen Gedanken, Gefühle, Stärken, Schwächen und Verhaltensmuster.
  2. Werte und Überzeugungen: Selbstfindung beinhaltet die Erkundung und Klärung der eigenen Werte, ethischen Überzeugungen und Prinzipien, die das Handeln leiten.
  3. Lebensziele und Bestrebungen: Ein wichtiger Aspekt der Selbstfindung ist die Identifizierung dessen, was man im Leben erreichen möchte, einschließlich beruflicher und persönlicher Ziele.
  4. Persönliche Interessen und Leidenschaften: Das Entdecken und Verfolgen persönlicher Interessen und Leidenschaften ist ein Teil der Selbstfindung.
  5. Beziehung zu sich selbst und anderen: Selbstfindung schließt auch das Verständnis der eigenen Beziehung zu sich selbst und zu anderen ein, einschließlich der Art und Weise, wie man mit anderen interagiert und Beziehungen aufbaut.

Ich bin Sylvia, Fotografin, alleinerziehende Mutter und ich schreibe gern.“ Viele Jahre hatte ich keine Idee davon, wie ich die Frage „Wer bin ich?“ anders beantworten könnte. Außer meinem Namen, meinem Beruf, meinen Hobbys und meinem Familienstand, fielen mir nur noch die  Zuschreibungen ein, die andere über meine Person machten: „Zu laut, zu leise, zu arrogant, zu schüchtern.“ Sicher, das alles waren Verhaltensweisen die ich zeigte, aber es gefiel mir nicht, weil es mich nicht im Kern, in meinem Wesen betraf. Darum machte ich mich auf die Suche nach mir, nach dem was mich wirklich ausmacht und erfüllt. Meine bewusste Reise zur Selbstfindung begann ich mit Anfang 30. – Sylvia Tornau

Selbstfindung findet in Phasen statt

Wie oben beschrieben, beginnt der Prozess meist in der Pubertät. Dieser Beginn nennt sich die Selbstfindungsphase. Aus heutiger Erfahrung kann ich sagen, dass es im Leben eines Menschen mehrere solcher Phasen gibt. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe dafür, warum wir uns von einem Moment auf den anderen plötzlich wieder in einer Phase der Selbstfindung wiederfinden. Es gibt die altersunabhängigen Phasen, ausgelöst durch schwere Schicksalsschläge oder körperliche Veränderungen. Unterschiedliche Lebensphasen bringen unterschiedliche Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten mit sich. Zum Beispiel kann die Adoleszenz eine Selbstfindungsphase sein, ebenso wie das mittlere Erwachsenenalter oder die Jahre nach der Pensionierung. Bedeutende Lebensereignisse wie ein Karrierewechsel, das Ende einer Beziehung, der Verlust eines geliebten Menschen oder das Erleben einer Krise können eine Selbstfindungsphase auslösen. Hier ein paar Beispiele, für den möglichen Beginn einer neuen Phase der Selbstfindung:

  • Du bemerkst das erste Mal, dass du anders als deine Umgebung bist.
  • Der Erste oder ein sehr langer Partner deines Lebens verlässt dich.
  • Die Schule / die Ausbildung /das Studium ist zu Ende  – was nun?
  • Ein Leben in Familie hast du dir immer gewünscht, jetzt ist das erste Kind da und du weißt nicht, wie du das alles schaffen sollst.
  • In der Midlife-Crisis sehnst du dich nach deinem früheren Leben, willst es zurück.
  • Obwohl du im Job alles erreicht hast, fragst du dich „Warum bin ich nicht glücklich?“
  • Du wirst dir der Endlichkeit deines Lebens bewusst. Der Tod rückt näher und du fragst dich „Wie verbringe ich die letzten Jahre?“

Manchmal entsteht die Notwendigkeit zur Selbstfindung aber auch aus einem inneren Wunsch nach persönlichem Wachstum und Entwicklung. Dies kann durch Erfahrungen wie Reisen, Bildung, spirituelle Praktiken oder kreative Ausdrucksformen, aber auch durch andere Menschen angeregt und ausgelöst werden.

Und plötzlich bist du mittendrin in einer Selbstfindungsphase

Manchmal wird das Konzept deines Lebens von den Wogen des Schicksals überrollt. Für den ersten Moment eine nicht so schöne Erfahrung und doch unter Umständen wird diese Erfahrung zum größten Lerneffekt für dein persönliches Leben. Ob du dich gerade in einer solchen Selbstfindungsphase befindest, merkst du daran, dass dein Denken permanent um dich selbst kreist. Wer bin ich?“, „Was soll ich aus meinem Leben machen?“, „Welche Aufgabe habe ich in diesem Leben?“ – all dies sind Fragen, anhand derer du merkst, dass du gerade wieder einmal auf der Suche nach dir selbst bist.

Doch zunächst geht es darum, dich zu ordnen, dein Leben zu überdenken und dem Erlebten einen Sinn zu geben. Sei geduldig und wohlwollend mit dir, denn das kann natürlich dauern. Geduld ist vor allem dann nötig, wenn du an dich selbst die Erwartung hast, dauerhaft mit Höchstleistung funktionieren zu müssen. Löse dich hier auch von den Erwartungen anderer. Folge stattdessen lieber dem kulturellen Trend „Unperfekt ist das neue Perfekt!“, der sich auf die Akzeptanz von Unvollkommenheit und die Abkehr von unrealistischen Perfektionsstandards konzentriert.

Das heißt, wenn du dich in einer Phase der Selbstfindung wiederfindest, nimm dein Leben so an, wie es ist. Akzeptiere es erst einmal in jeder Hinsicht! Gerade dann, wenn es schwer ist. Auf Basis dieser Akzeptanz, kannst du die Veränderungen, die für dich notwendig und sinnvoll sind, erkennen und anstoßen.

7 Tipps für deinen Prozess der Selbstfindung

  • Verbringe Zeit allein: Um deine innere Stimme zu hören, ist es wichtig, bewusst Zeit allein zu verbringen, idealerweise ohne Ablenkung durch Technologie. Diese ruhigen Momente ermöglichen es dir, tiefer in deine Gedanken und Gefühle einzutauchen, auch wenn es anfangs ungewohnt sein kann.
  • Schenke deinen Emotionen Beachtung: Achte auf deine Gefühle und versuche zu verstehen, warum sie entstehen. Emotionen sind wertvolle Indikatoren dafür, was dir wirklich wichtig ist, und bieten Einsichten in deine tieferen Bedürfnisse und Wünsche.
  • Sei wohlwollend dir selbst gegenüber: Behandle dich selbst mit einer wohlwollenden Grundhaltung. Akzeptiere dich so, wie du bist, mit all deinen Stärken und Schwächen. Diese Selbstakzeptanz ermöglicht es dir, ehrlicher und authentischer mit dir selbst umzugehen.
  • Lege den Fokus auf dich selbst: Konzentriere dich auf deine eigenen Wünsche und Bedürfnisse, anstatt dich von den Erwartungen anderer leiten zu lassen. Unterscheide zwischen deinen eigenen Zielen und denen, die durch gesellschaftlichen Druck geformt sind.
  • Erkenne Vergleiche und vermeide sie: Sei dir bewusst, wie oft du dich mit anderen vergleichst, und versuche, diesen Automatismus zu durchbrechen. Konzentriere dich stattdessen auf deine eigenen Werte, Wahrheiten und Ziele, um dich nicht von deinem Weg ablenken zu lassen.
  • Übe dich in Gelassenheit: Lerne, gelassen zu bleiben, besonders in emotional aufgeladenen Momenten. Dies hilft dir, kontrollierte Entscheidungen zu treffen. Techniken wie Meditation, autogenes Training oder emotionale Selbstregulation können dabei unterstützend wirken.
  • Beziehe andere Perspektiven ein: Obwohl Selbstfindung ein persönlicher Prozess ist, kann die Sichtweise anderer manchmal hilfreich sein. Frage Freunde oder Familie nach ihrer ehrlichen Meinung. Wie sehen sie dich? Was zählt für sie zu deinen Stärken? Du gewinnst neue Einsichten, wenn du aus dem Erzählten wählst, was für dich passt und was nicht.

Alle diese Tipps waren für mich hilfreich. Doch der Einstieg in die Suche nach einer Antwort auf die Frage „Wer bin ich“  gelang mir, als ich mit Mitte 20 die Entscheidung traf, regelmäßig Zeit mit mir allein zu verbringen – ohne Ablenkung durch Bücher oder Aufgaben die zu erledigen waren. Mindestens 1 Tag in der Woche war mir selbst vorbehalten. In dieser Zeit gab es mich, Papier, Kleber, Stifte. Ich malte, schrieb, bastelte Collagen. Das alles mit der Frage im Hinterkopf „Wer bin ich“. Zu Beginn gab es da auch schon mal ein Blatt, welches ich komplett mit schwarzer Farbe ausmalte. Ich fühlte mich zu dieser Zeit wie ein alles Lebendige absorbierender Trauerkloß. Ich war nicht depressiv, ich war die Depression. Mit der Zeit wurden meine kleinen Werke vielfältiger, hatten Muster und Farben, wurden verspielt. Als ich dann noch in der systemischen Therapieausbildung mit der Methode des Perspektivwechsels vertraut wurde, beschleunigte sich mein Prozess. Ich gewöhnte mir an, bei jeder Frage mindestens 3 verschiedene Antworten zu finden, um dann daraus die für mich passende auszuwählen. Dies ist auch heute noch selten die erste gefundene Antwort. – Sylvia Tornau

Spieglein, Spieglein an der Wand – hilfreiche Fragen rund um deine Selbstfindung

Selbstfindung - Fragen in einer Glaskugel: Wofür bin ich dankbar? Was hält mich nachts wach? Wie würde ich meinen letzten Tag verbringen?

Im Prozess der Selbstfindung geht darum, dich selbst besser zu verstehen, deine Werte und Überzeugungen zu erkennen und letztendlich ein authentischeres Leben zu führen. Eine Art, dich besser kennenzulernen, ist dir Fragen zu stellen. Sie eignen sich auch gut für das tägliche Journaling oder für die Reflexion in deinen Morgenseiten*. Hier ein paar Beispiele, die du gern für dich ergänzen darfst:

  • Wer bin ich wirklich? – Diese Frage zielt darauf ab, über die Oberfläche hinauszugehen und sich mit dem eigenen Kern zu beschäftigen.
  • Was sind meine Werte? – Indem man seine persönlichen Werte identifiziert, kann man besser verstehen, was einem im Leben wirklich wichtig ist.
  • Was sind meine Leidenschaften und Interessen? – Die Erkundung dessen, was einen wirklich begeistert, kann helfen, seinen Lebensweg zu gestalten.
  • Was sind meine Stärken und Talente? – Das Erkennen und Akzeptieren eigener Stärken kann das Selbstvertrauen stärken und Wege aufzeigen, wie man einen positiven Beitrag leisten kann.
  • Was sind meine Herausforderungen und Ängste? – Das Auseinandersetzen mit eigenen Schwächen oder Ängsten kann helfen, Wachstumsbereiche zu identifizieren und persönliche Blockaden zu überwinden.
  • Wie möchte ich von anderen wahrgenommen werden? – Diese Frage kann helfen, Diskrepanzen zwischen dem, wie man ist, und dem, wie man sein möchte, zu erkennen und anzugehen.
  • Was macht mich wirklich glücklich und zufrieden? – Die Erforschung dessen, was wahre Zufriedenheit bringt, kann den Weg zu einem erfüllteren Leben ebnen.
  • Wie sieht meine ideale Zukunft aus? – Das Visualisieren einer idealen Zukunft kann helfen, Ziele und Träume zu konkretisieren und den Weg dorthin zu planen.
  • Was möchte ich in meinem Leben verändern? – Diese Frage kann helfen, aktuelle Unzufriedenheiten zu identifizieren und Veränderungen anzustoßen.
  • Welche Menschen inspirieren mich und warum? – Das Reflektieren über Vorbilder kann Aufschluss über eigene Bestrebungen und Werte geben.

*Das Schreiben von Morgenseiten begleitet mich schon viele Jahre. Morgenseiten schreiben heißt: gleich nach dem Aufwachen 3 DIN A4 Zettel vollschreiben. Mein Körper und mein Kopf brauchen eine Weile, bis ich morgens in die Gänge komme und ich war eine zeitlang genervt davon, dass mir so kurz nach dem Aufwachen oft nicht viel mehr einfiel als der Satz „Ich bin so müde“. Manchmal klappte es, nachdem ich diesen Satz 5 bis 7 Mal geschrieben hatte, dass auch andere Worte aus mir herausflossen. Aber das war nicht oft. Deshalb habe ich in der Innentasche meines Morgenseiten-Buchs jetzt immer ein Zettelsammlung. Auf jedem dieser Zettel steht eine Frage. Diese Fragen sammle ich im Alltag, wenn sie mir durch den Kopf schießen, schreibe ich sie sofort auf und muss so keine Angst haben, dass sie mir verloren gehen. Wenn mir morgens also nichts anderes einfällt, ziehe ich wahllos einen Zettel und beantworte diese Frage mit noch fast schlafendem Bewusstsein. Die Antworten verblüffen mich häufig, weil sie eben nicht pur kopfgesteuert sind. – Sylvia Tornau

Selbstfindung durch Wahrnehmung deines Körpers

Die Wahrnehmung deines Körpers spielt eine zentrale Rolle in der Selbstfindung. Körperliche Empfindungen, wie Anspannung, Erschöpfung oder Energiefluss, sind oft direkte Spiegelungen deiner emotionalen und mentalen Zustände. Indem du lernst, auf diese Signale zu achten, kannst du verstehen, was dein Körper dir über deine Bedürfnisse, Ängste und Freuden mitteilt. Techniken wie Bodyscan, Achtsamkeitsübungen oder sogar einfache Wahrnehmungs– oder Atemübungen helfen dir, eine tiefere Verbindung zu deinem Körper aufzubauen. Diese bewusste Körperwahrnehmung ermöglicht es dir, besser auf dich selbst zu achten und deine wahren Gefühle und Bedürfnisse zu erkennen. Sie dient als Wegweiser zu einer authentischeren Selbstwahrnehmung und einem ausgeglicheneren Lebensstil.

Natürlich spielt auch bei der Selbstwahrnehmung deines Körpers deine Lebensgeschichte eine wichtige Rolle. Wie gut kennst du dich und deinen Körper?

Hier ein kleiner Test:

Lehnst du deinen Körper (in Teilen) ab?
Kämpfst du gegen deinen Körper?
Muss dein Körper funktionieren, damit du weiter machen kannst?


Solltest du alle Fragen mit Ja beantwortet haben, liegt hier ein großes Potenzial. Denn wenn du beginnst, die Bedürfnisse deines Körpers als deine eigenen wahrzunehmen, bist du dir einen riesigen Schritt näher gekommen. Lass die Erkenntnis in dir wirken:
Dein Körper ist das Gefäß, welches dich durch dein Leben trägt. Wenn du es zulässt, wird er dein bester Freund!

Dein Körper spricht seine eigene Sprache. Lerne sie und verstehe so die Zeichen deines Körpers. Er zeigt dir, wenn du über deine Grenzen gehst. Er sendet dir Signale, wie z.B.:

Selbstfindung - Grafik Körpersignale: Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erschöpfung

Ignorierst du die Signale deines Körpers, rebelliert er immer mehr gegen dich. Achtest du auf die Signale deines Körpers und reagierst darauf – mit einer kurzen oder längeren Pause, Dehnungs- oder Atemübungen -, fühlst du dich in deinem Körper wohler und hast gleichzeitig etwas über deine Bedürfnisse gelernt.

Ich war eine Meisterin im ignorieren meines Körpers. Lange Zeit fühlte ich mich von meinem Körper verraten und vertraute nur auf mein schlaues Köpfchen. An diesem Körper hatten sich andere bedient, das nahm ich ihm übel. Ich hasste alle weiblichen Attribute an meinem Körper, wollte nicht, dass er zu mir gehört. Ich ignorierte die Signale, Erschöpfung, Magengeschwüre, Migräne. Ich achtete nicht auf die Grundbedürfnisse wie Nahrung, Schlaf, Bewegung. Ich rannte körperlos durch mein Leben mitten rein in den ersten Burn-out. Da war ich Anfang 30. In der Psychotherapie lernte ich mir selbst und meinem Körper mit Wohlwollen zu begegnen. Ich fühlte, dass nicht mein Körper mich verraten hatte, sondern die Erwachsenen in meinem Leben, die mich hätten beschützen sollen, die hatten mich und damit auch meinen Körper verraten. Bis heute ist es für mich eine große Herausforderung, auf die Signale meines Körpers zu achten, ich muss es bewusst tun und immer wieder üben, denn die alten Muster sitzen tief. Doch heute begene ich mir viel freundlicher und nachsichtiger. Habe ich meinen Körper wieder einmal vernachlässigt, baue ich extra Körperzeit in meine Woche ein. Wie eine gute Mutter, die sich nach einer stressigen Zeit bewusst Zeit für ihr Kind nimmt, zum kuscheln und spielen.

Fazit: Warum Selbstfindung für uns wichtig ist

Ob du es willst oder nicht, du landest im Lauf deines Lebens immer wieder einmal in einer Phase der Selbstfindung. Nimm sie an! Lass sie deinen Wegweiser sein, für

  • Persönliches Wachstum: Durch Selbstfindung lernt man sich selbst besser kennen und kann persönlich wachsen und sich weiterentwickeln.
  • Authentizität: Der Prozess unterstützt das Leben einer authentischen Existenz, in der Handlungen und Entscheidungen mit den eigenen Werten und Überzeugungen übereinstimmen.
  • Lebenszufriedenheit: Menschen, die einen Prozess der Selbstfindung durchlaufen, berichten oft von einer größeren Lebenszufriedenheit, da sie Entscheidungen treffen, die besser zu ihren wahren Wünschen und Bedürfnissen passen.
  • Bessere Beziehungen: Ein klareres Verständnis des eigenen Selbst ermöglicht es, gesündere und erfüllendere Beziehungen zu anderen zu führen.
  • Resilienz: Durch Selbstfindung kann man eine größere innere Stärke entwickeln und besser mit Herausforderungen umgehen.
  • Klarheit und Entscheidungsfindung: Selbstfindung bietet Klarheit bei der Entscheidungsfindung und hilft dabei, Wege zu wählen, die persönlich bereichernd und erfüllend sind.

Selbstfindung ist ein individueller und oft nicht linearer Prozess, der Reflexion, Erkundung und manchmal auch die Konfrontation mit schwierigen Wahrheiten erfordert. Er ist zentral für das Erreichen eines tiefen Selbstverständnisses und einer sinnvollen Lebensführung. Du stellst dich für eine Weile in den Fokus deiner Aufmerksamkeit und das ist gut für dein Wohlfühlen in dieser Welt und in deinem Leben.

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Hallo, ich bin Sylvia

systemische Therapeutin, Trauma-Coach und Bloggerin. Seit über 20 Jahren arbeite ich mit Paaren, Familien und Einzelpersonen daran, negative Kindheitsprägungen und frühe Traumata zu lösen und ein Leben voller Selbstvertrauen, inneren Frieden und emotionaler Stabilität zu führen.
Für ein erfülltes Leben in Verbundenheit.

Quietschfidel Wolken schaufeln
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