Monatsrückblick März und April 2026 – Erblühen und Leben

Wenn ich für diesen Monatsrückblick März und April 2026 zurückschaue, fällt mir als Erstes ein, wie sich die Natur verändert. Jeden Morgen, wenn ich mit dem Auto fahre, entdecke ich etwas anderes: mal das erste zarte Grün an Büschen und Bäumen, mal die Magnolienblüten, die weißen Schlehen, die japanischen Kirschblüten. Auch in unserem Garten blüht es: Hyazinthen, Osterglocken und dann, zu meiner großen Freude, entdeckte ich die ersten Gänseblümchen.

An Andreas‘ neuem Zuhause in Neukieritzsch wird gebaut. In meiner Arbeit verabschieden sich Menschen, die bereit sind für ihr nächstes Kapitel, und neue kommen. Das Leben pulsiert. Manchmal ist es aufregend, manchmal macht es mich ein bisschen schwindelig. Und genau das fühlt sich für mich richtig an.

Was dich in diesem Beitrag erwartet:

Mein März und April 2026 in einem Satz

Mit 60 rutscht die eigene Endlichkeit irgendwann vom Kopf ins Sein. In diesen zwei Monaten ist genau das passiert und seitdem stelle ich mir andere Fragen. – Sylvia Tornau

Was mich in meiner Arbeit beschäftigt hat

Monatsrückblick März und April 2026: Flipchart-Plakat aus einer Inhouse-Weiterbildung mit dem Titel

Wenn eine Weiterbildung so ein Plakat hinterlässt, war sie gut.

Übergänge, die berühren

Drei ambulante Familientherapien haben in diesen zwei Monaten ihren Abschluss gefunden. Drei neue haben begonnen, mit Themen, die mich fachlich und menschlich wirklich fordern.

Es geht, wie so oft, um Hochstrittigkeit zwischen getrennt lebenden Eltern und um Eltern, die von den neurodiversen Besonderheiten ihrer Kinder überfordert sind und sich gleichzeitig so sehr wünschen, das Richtige zu tun. Diese Arbeit verlangt alles von uns als Therapeuten: Präsenz, Geduld, Klarheit, Containment. Von den Eltern verlangt sie ebenfalls Präsenz, Geduld und vor allem die Bereitschaft, sich selbst und das eigene Handeln zu hinterfragen.

Diese Arbeit ist oft mühsam, weil sie vor allem Ängste deutlich werden lässt: die Angst, etwas zu verlieren, nicht zu seinem Recht zu kommen, für die Kinder nicht gut genug zu sein bzw. keinen Zugang zum eigenen Kind zu finden. Mühsam ist dies hauptsächlich für die Eltern, die lieb gewordene, weil Sicherheit gebende Positionen verlassen und sich gefühlt in den freien Fall begeben, wenn sie neue Sichtweisen anprobieren und neue Reaktionsweisen ausprobieren.

Mein Umgang mit Abschieden

Eine langjährige Klientin hat sich von mir verabschiedet. Sie verlässt Leipzig, beginnt ein neues Arbeitsfeld und damit auch einen neuen Lebensabschnitt. Das trägt neben der Freude über ihren Erfolg immer auch etwas Wehmut in sich, auch für mich, nach einer so intensiven Zeit der Zusammenarbeit. Obwohl diese Abschiede zu dem gehören, was ich tue, nämlich Menschen ziehen zu lassen, wenn sie bereit dafür sind (letztlich ist das ja das Ziel meiner Arbeit), hinterlässt so ein Abschied, neben der Freude, auch in mir ein kurzes Gefühl von Trauer.

Für mich ist auch das Teil meiner Arbeit: das freudvolle Gehen der anderen in ein Leben ohne mich als Krückstock zu unterstützen und gleichzeitig, da ich ein Mensch bin und keine Maschine, meine Emotionen ernst zu nehmen, mir diesen Hauch von Traurigkeit zu erlauben. Für mich ist es ein Ritual geworden, noch einmal Revue passieren zu lassen, was wir gemeinsam erarbeitet haben, und die Erfolge zu feiern.

Bewegung im Team

In unserer heilpädagogischen Wohngruppe gab es viel Veränderung: Eine Kollegin hat sich verabschiedet, eine neue ist dazugekommen, und wir begrüßen eine neue duale Studentin. So viel Wechsel auf einmal ist für alle herausfordernd, für die Kinder und für uns als Team. Letztlich stellen sich alle Beteiligten ähnliche Fragen: Wer bist du? Kann ich mich auf dich verlassen? Was erwartest du von mir? Mein Job als Leitung ist es hier, allen Seiten möglichst viel Sicherheit zu geben und Erwartungen herunterzuschrauben. 

Begleitet haben wir das mit einer Inhouse-Weiterbildung zum Thema Sexualpädagogik, angeboten von der Landesfachstelle Blaufeuer Dresden. Die war überraschend tiefgründig, lebendig und durch die Arbeit in Kleingruppen verbindend. Genau solche Momente sind es, die ein Team zusammenwachsen lassen, auch wenn – oder weil – es gerade unruhig ist.

Was mich privat beschäftigt hat

Les Reines Prochaines, drei Musikerinnen auf einer Buehne in einem historischen Gewölbesaal. Eine spielt Saxofon, eine singt, eine spielt E-Bass. Buntes, selbstbewusstes Auftreten in leuchtendem Buehnenicht.

Die Schweizer Frauenband Les Reines Prochaines: feministisch, unvergleichlich, wunderbar alt und lebendig.

60 – und was dieser Geburtstag mit mir gemacht hat

Ich bin an diesem Morgen aufgewacht und mir war sehr bewusst: Mir bleiben jetzt vielleicht noch zehn, vielleicht zwanzig Jahre. Im Kopf weiß ich das schon lange, aber jetzt ist dieses Bewusstsein irgendwie tiefer: Meine Zeit ist endlich. An diesem 17. März formulierte sich ein Gedanke sehr klar in mir: Die ersten Jahre meines Lebens waren gruselig. Diese letzten Jahre will ich zu meinen besten machen. Ich will sie genießen und ich will, solange ich kann, meinen Beitrag dazu leisten, den Generationen nach uns nicht nur verbrannte Erde zu hinterlassen.

Den Tag selbst habe ich so verbracht, wie ich es seit Jahren mache: Ich habe mir freigenommen, ausgiebig gefrühstückt und bin spazieren gegangen. Über den Tag verteilt kamen Besucher:innen, und weil sie sich staffelten, hatten wir jeweils wirklich Zeit füreinander.
Ein paar Tage später habe ich dann mit meiner Familie und Wahlfamilie gefeiert. Eine reine Frauenrunde, jung und alt. Unsere Töchter fragen uns nach unserer Haltung zu politischen Entwicklungen, zu dem, was gerade in der Welt passiert. Und wir fragen sie zurück. Was sie sehen, was sie denken, wie sie sich positionieren. Dieses Gespräch zwischen den Generationen, das war das schönste Geschenk des Abends.

Neukieritzsch – ein Anfang für uns beide

In dreizehn Jahren Fernbeziehung haben wir unseren Alltag maximal über Videocalls geteilt. Und jetzt sehen wir uns jeden Tag. Andreas ist angekommen und damit beginnt für uns beide etwas Neues. Wir finden gerade heraus, wie viel Nähe wir wollen, wie viel Alltag miteinander gut tut, was jeder von uns braucht. Es ist ein Einspielen aufeinander, mit allem, was dazu gehört, dem Schönen und dem Holprigen.

Für Andreas ist es ein Anfang in doppelter Hinsicht: neuer Wohnort, kein Beruf mehr. Das ist viel Veränderung auf einmal. Und weil er nicht untätig herumsitzen möchte, merke ich die Veränderung vor allem in unserem Garten. Er hat Apfelbäume gefällt, Bäume beschnitten und neue Sträucher gepflanzt. In den Ecken, in denen jahrelang einfach alles abgeworfen wurde – Äste, Grasschnitt, altes Laub –, hat er aufgeräumt und den darunter liegenden guten Humusboden im Garten verteilt.

Etwas Vergammeltes wegräumen und darunter etwas Fruchtbares finden. Als Bild für diesen Frühling passt das ganz gut.

Momo, Oli und Belantis

Dank meinem Kollegen und Freund Oli konnte ich Momo endlich ihren Wunsch erfüllen: einen Besuch in Belantis und endlich jemand, der mit ihr Achterbahn fährt. Kaum ausgestiegen, sind die beiden schon wieder zum Start gelaufen, noch eine Runde und noch eine. Ich habe selten so gelacht und selten so direkt gespürt, was Lebensfreude bedeutet. Ich selbst bin nicht Achterbahn gefahren, mein Nervensystem sagt „Danke“, wenn ich das lasse. Mir wird nicht nur übel, sondern auch schwindlig.

Was mich an Momo immer wieder fasziniert: Sie mag es wild, sie testet aus, was geht, aber sie weiß auch sehr genau, was sie sich noch nicht zutraut. Die große Achterbahn wollte sie zum Beispiel nicht fahren. Reine Karussells, selbst Kettenkarussells sind ihr zu langweilig. Kinderkram, in ihren Augen. Für mich wäre selbst dies eine echte Herausforderung.

Auch wenn ich selbst Belantis nicht viel abgewinnen kann, freue ich mich an der Freude, die dieser Ort anderen bringt. Momo hat es sich so lange gewünscht und ich erfülle ihr solche Wünsche gern. Vielleicht ist das auch ein wenig stellvertretend, weil ich es, als meine Tochter in dem Alter war, als Alleinerziehende und Alleinverdienerin nicht konnte.

Was mich als Frau in dieser Zeit bewegt

Ich bin Therapeutin und Coach und ich finde, meine Arbeit ist zutiefst politisch, weil Trauma immer auch in gesellschaftlichen Strukturen entsteht und weil Selbstbestimmung keine persönliche Angelegenheit ist, wenn gesellschaftliche Rahmenbedingungen sie täglich neu verhandeln. Deswegen gehören diese Momente in meinen Rückblick.

8. März – zwischen Genervtheit und Haltung

Zugegebenermaßen nervt mich der Weltfrauentag. Dieser Tag ist in meiner Wahrnehmung längst verkommen zu einem Tag der Blumen und guten Wünsche. Kein Kampftag mehr, sondern ein in der öffentlichen Wahrnehmung wenig bedeutsamer Tag, der zur Wohlfühloase verkommen ist.

Was ich mir wünsche, sind keine Blumen als Belohnung für von Frauen geleistete Sorgearbeit. Ich will, dass Frauen ohne Angst auf die Straße gehen können. Dass sie durch Gesetze, die wirklich greifen, vor männlicher Gewalt geschützt und dass Morde an Frauen als das bezeichnet werden, was sie sind: Femizide,  deren Ursachen in einer tiefverwurzelten gesellschaftlichen Verachtung des Weiblichen liegen.

Den Abend des 8. März habe ich mit Freundinnen verbracht, beim Konzert der Schweizer Frauenband Les Reines Prochaines. Feministische Frauenpower in Reinform. Frauen auf der Bühne, die einfach da sind. Die sich nicht anpassen, nicht glätten, nicht darum bemühen, Erwartungen zu erfüllen. Das war kein Symbol. Das war Haltung.

Am 9. März, dem Frauenstreik, wäre ich gern auf der Straße gewesen. Ich habe davon leider zu spät erfahren – und unsere Inhouse-Weiterbildung war ein Jahr im Voraus geplant. Ich war nicht dabei. Das bleibt als kleines Unbehagen.

Masih Alinejad und der Paulskirchenpreis

Am 31. März wurde Masih Alinejad in Frankfurt mit dem Europäischen Paulskirchenpreis für Demokratie ausgezeichnet. Ihre Online-Kampagne „My Stealthy Freedom“ hat mich schon vor Jahren tief beeindruckt.

2014 hat sie ein Foto von sich in London gepostet und darüber geschrieben, dass sie sich jedes Mal, wenn sie den Wind in ihren Haaren spüre, daran erinnere, wie ihre Haare unter dem iranischen Regime in Gefangenschaft gehalten wurden. Was folgte, war eine Lawine: Tausende iranische Frauen schickten ihr Fotos von sich ohne Kopftuch. Aus dieser persönlichen Geste wurde ein Online-Projekt und eine Bewegung.

Dass sie heute in New York lebt und mehrfach Entführungs- und Mordversuchen entgangen ist, macht deutlich, was es kostet, eine weibliche Stimme zu sein, die sich nicht verleugnet. Was mich an der Preisverleihung besonders berührt hat: Die Paulskirche von 1848 hatte einen zentralen blinden Fleck: Frauen waren damals weder vertreten, noch sah die Verfassung ein Wahlrecht für sie vor. Diese Auszeichnung knüpft aus meiner Sicht auch daran an. Das Buch „Der Wind in meinem Haar: Mein Kampf für die Freiheit iranischer Frauen“ von Masih Alinejad steht jedenfalls aktuell auf meiner Leseliste.

Der EuGH und Ungarns LGBTQ-Gesetz

Ungarn versucht seit Jahren, die Demokratie in Europa einzuengen. Für mich hat Demokratie sehr viel damit zu tun, dass jeder Mensch das Recht hat, zu sein, wie er oder sie ist, ohne Einmischung von Staat und Kirche. Das betrifft auch Geschlechtsidentität. Deshalb ist dieses Urteil aus meiner Sicht essenziell: Der Europäische Gerichtshof hat Ungarns LGBTQ-Gesetz als das benannt, was es ist: diskriminierend und ein offenkundiger Verstoß gegen europäische Grundwerte.

Erstmals in der Geschichte der EU hat der EuGH in einem Vertragsverletzungsverfahren einen eigenständigen Verstoß gegen Artikel 2 des EU-Vertrags festgestellt, also gegen jene Grundwerte, auf die sich die EU gründet: Menschenwürde, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit.

Das Gericht hat klargemacht: Ein Mitgliedstaat darf keine Gesetze erlassen, die Minderheiten strukturell und systematisch ausgrenzen. Und er kann sich dabei nicht erfolgreich auf seine nationale Identität berufen. Fakt ist, Recht sprechen und Recht durchsetzen sind noch immer zwei verschiedene Dinge. Aber dieser Präzedenzfall hat hoffentlich Wirkung, und zwar weit über Ungarn hinaus.

Neue und überarbeitete Beiträge im März und April 2026

12tel-Blick Februar: Wenn der Boden aufbricht Derselbe Tisch, derselbe Baum und trotzdem ist alles anders. Im Februar zeigt der Garten die ersten Zeichen von Aufbruch, und ich merke, was das mit meinem Nervensystem macht. Über das Wachsein, das entsteht, wenn man einfach hinschaut.

Schuldgefühle und Scham verstehen: Ursachen und Unterschied Schuld und Scham fühlen sich ähnlich an und führen doch in völlig verschiedene Richtungen. Dieser Beitrag erklärt, wie beide entstehen, warum sie sich so hartnäckig halten und was es braucht, um anders mit ihnen umzugehen.

Weltfrauentag 2026 – zwischen Müdigkeit und Wut Dieser Frauentag hat mich nicht kalt gelassen, mich aber auch nicht so reagieren lassen wie früher. Was sich in mir verändert hat, warum mein Kampfgeist ruhiger und gleichzeitig klarer geworden ist und was ein Konzert an diesem Abend damit zu tun hat.

Leben mit 60: Warum ich einfachen Antworten nicht mehr glaube An meinem Geburtstag ist etwas passiert, das sich schwer in Worte fassen lässt und das ich trotzdem aufgeschrieben habe. Es geht um Endlichkeit, um Fragen, die plötzlich mehr Gewicht bekommen, und um das, was ich mit der Zeit, die mir bleibt, anfangen will.

12tel-Blick März: Wenn mehr zu sehen ist Der Apfelbaum blüht, die Stühle sind wieder draußen, das Licht hat sich verändert. Im März wird aus dem Hinschauen ein körperliches Erleben und ich merke, wie sich Entspannung anfühlt, wenn sie sich einstellt, ohne dass ich sie herbeigedacht habe.

Radikale Akzeptanz verstehen: Warum Loslassen so schwer ist Radikale Akzeptanz wird oft missverstanden, als Verzicht, als Aufgeben oder Gutheißen. Dabei ist sie etwas grundlegend anderes. Dieser Artikel erklärt, warum sie so schwer ist und warum der Weg dorthin fast immer durch den Körper führt.

Mein März und April 2026 in Bildern

Unerwartete Entdeckungen

Monatsrückblick März und April 2026: Bildcollage mit dem Titel Begegnung mit Tieren. Fuenf Fotos: ein Eisvogel auf einem Ast ueber dem Wasser, Enten auf einem Teich mit Schilfufer, ein Kranich auf einer Wiese, Sylvia Tornau mit einer grossen Teichmuschel in den Haenden, und eine Gruppe schwarzer Rinder auf einer Weide.

Eisvogel, Kranich, Teichmuschel – der Frühling hat mich beschenkt. Manchmal braucht es nur einen Spaziergang und offene Augen.

Die Begegnungen mit Tieren haben mich in diesem Frühling besonders begleitet. Den Eisvogel habe ich bei einem Spaziergang fotografiert. Dieses Blitzen von Türkis und Orange macht mich immer ein wenig andächtig. Eisvögel sind für mich kleine Wunderwerke der Natur.

Die schwarzen Rinder habe ich beim Baden in einem See beobachtet. Ich wusste nicht, dass Rinder schwimmen können. Das hat mich sehr berührt.
Und dann der Kranich. Im vergangenen Jahr hatte ich ihn schon einmal kurz gesehen. Als ich zurückfuhr, um sicher zu sein, dass er das war, wofür ich ihn hielt, war er weg. In diesem Jahr stand er wieder da. Ich habe angehalten, geschaut und zum ersten Mal in meinem Leben bewusst einen Kranich beobachtet. Sehr beeindruckend sind diese Tiere. Für mich haben sie etwas von Urvögeln.

Die große Teichmuschel habe ich von einem Fischwirt geschenkt bekommen. Ich wusste nicht, dass es solche Muscheln in unseren Gewässern gibt. Was mir diese Tierbegegnungen immer wieder bewusst machen: Ich weiß so wenig über die Natur, die mich umgibt. Das will ich in den nächsten Jahren ändern und mich mehr mit den heimischen Tieren und Pflanzen beschäftigen.

Impressionen unserer Oma-Enkel-Zeit

Monatsrückblick März und April 2026: Ein Kind steht in einem Garten mit blühenden Blumentöpfen im Vordergrund. Eine Achterbahn in Belantis bei blauem Himmel. Kind hockt abends am Lagerfeuer und schielt mit einem Stock ins Feuer..

Lagerfeuer, Achterbahn, Frühlingsgarten – die Zeit mit Momo ist immer intensiv und mittendrin im Augenblick.

Egal, was wir zusammen tun oder ob ich Momo bei ihrem Tun beobachte, es ist intensiv. Dieses Kind ist intensiv und gleichzeitig so jetzt und so im Moment. Obwohl sie ein Kind ist, welches in seine Zukunft hineinwächst, sind diese Begegnungen mit ihr für mich eine Erinnerung an etwas, das auch in mir schlummert, sich aufgrund meiner Lebensgeschichte mit all der notwendigen Wachsamkeit im Außen nie richtig breitmachen konnte in mir: dieses Versinken, ganz im Moment, ganz in dem, was jetzt gerade ist. Ich nenne es Hingabe. Im Zusammensein mit Momo erwacht diese in mir. Das ist so ein Geschenk, welches sie mir macht, ohne etwas davon zu ahnen.

Die feurige Sylvia

Vier Fotos: ein Gartenfeuer mit brennenden Ästen auf einem Feuerrost, Sylvia Tornau lächelnd vor einem Kaminofen, Sylvia abends am Lagerfeuer mit leuchtenden Flammen im Hintergrund, Sylvia am Feuer im noch winterlichen Garten bei Dämmerung.

Drinnen, draußen, Tag und Nacht – Feuer ist mein Element. Vielleicht liegt das daran, dass ich ein Feuerpferd bin.

Feuer ist mein Element. Ob Kaminofen oder Lagerfeuer, ob tagsüber im Garten oder abends in der Dämmerung: Wenn ich am Feuer sitze und den Blick im Flammenspiel versinken lasse, löst sich Stress auf eine Weise, die ich kaum erklären kann.

Ich bin kein bisschen esoterisch. Aber ich mache meinem Element nach dem chinesischen Horoskop alle Ehre, denn ich bin ein Feuerpferd. Eigenwillig, heiß lodernd oder still vor mich hinglimmend, in jedem Moment bereit, erneut entfacht zu werden, wenn ich genügend Futter bekomme. Irgendwie passt das und ich mag diesen Teil von mir.

Das Gartenfeuer in Neukieritzsch hat übrigens einen praktischen Hintergrund: Wir haben die Äste und das alte Holz, das beim Aufräumen des Gartens angefallen ist, gleich verbrannt. Das bedeutet also, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden. Ich mag es 😍.

Ausblick auf Mai und Juni 2026

Im Garten steht viel Arbeit an. Ein Teich will gebaut werden, da Andreas Fische noch in seinem Gartenteich in Hermeskeil sind. Auch hier müssen wir uns noch schlaumachen, denn zwischen dem alten und dem neuen Teich liegen 500 Kilometer. Wie bekommen wir die Koi so transportiert, dass sie keinen Schaden nehmen?

Im Mai fliege ich für eine Woche mit meiner Freundin Gesa nach Griechenland und Ende Juni beginnt für mich der längste Urlaub seit meiner Schulzeit. Vier Wochen am Stück. Bis auf eine Woche ist davon noch nichts verplant.

In der Praxis steht eine kleine Veränderung an: Wir wollen den Flur malern lassen und neue Regale hineinstellen. Damit der Eintritt in die Praxis noch einladender wirkt, für unsere Klient:innen, aber auch für uns.

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About the Author: Sylvia Tornau

„Aufstehen und in Würde strahlen“ ist mein persönliches und berufliches Leitbild. Ich bin systemische Therapeutin und Trauma-Coachin – und zugleich eine Frau mit eigener Geschichte. Mein Blog entstand aus meiner Sehnsucht, zu schreiben, und aus dem Wunsch, sichtbar zu machen, wie wir mit unseren Verletzungen leben, wachsen und uns selbst näherkommen können. Ich schreibe, um Verbindung zu schaffen, zu mir selbst und zu dir. Ich glaube zutiefst daran, dass wir wenig hilfreiche Muster mit einer großen Portion Selbstfürsorge in Lebendigkeit und Lebensfreude verwandeln können. Und dass Frieden in uns immer auch ein leiser Anfang von Frieden um uns ist.

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Ich bin Sylvia, systemische Therapeutin, Trauma-Coach und Bloggerin. Die menschliche Psyche und die Frage „Warum ticken wir, wie wir ticken“ treiben mich schon seit meiner Jugend an.

Heute unterstütze ich Frauen dabei, alte Prägungen loszulassen, ihre Emotionen zu regulieren und im eigenen Leben zu Hause zu sein.

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