Wer bist du ohne Zahlen, Daten, Fakten?


Es ist spannend, einmal selbst vor einer Fragestellung zu stehen, die ich gern in Gruppenkontexten als Übung zum Kennenlernen verwende. „Wer bist du, wenn du niemand sein musst?“ Diese Frage stellt Silvia Kahnt in ihrem Aufruf zur Blogparade: Stelle dich ohne Zahlen, Daten und Fakten deiner Community vor.

Wir alle nehmen im Laufe unseres Lebens verschiedene Rollen ein: wir sind Tochter, Lebenspartnerin, Freundin, Mama, Mitarbeiterin, Unternehmerin… Jetzt stell’ dir mal vor, du gehst zu einem Netzwerktreffen und triffst eine spannende, dir völlig unbekannte Person. Wer bist du dann? Welche Rolle hast du in diesem Moment inne?

Es geht in der Übung darum, sich ohne all die Zahlen, Daten, Fakten vorzustellen. Wer bist du ohne all die Rollen, die du bewusst oder unbewusst einnimmst? Oder wie mich letztens ein Coach fragte: Was ist deine Essenz?

Ich bin Sylvia und ich nehme dich in diesem Beitrag mit auf eine persönliche Reise meiner Selbsterkenntnis.

Ich bin Ygramul, die Viele

Als ich vor Jahren zum ersten Mal die unendliche Geschichte las, war es diese eine, nicht sehr sympathische Figur Ygramul, die Viele, die mich nachhaltig beschäftigte. Mich faszinierte dieses Wesen, weil es einem Willen folgt und doch Viele ist. In der Geschichte ist Ygramul ein Ungeheuer und irgendwie fand ich das schon damals ein wenig ungerecht. Im Grunde baut sie ihre giftigen Fallen, weil sie ohne Nahrung verhungern würde. Der Wille, der die Vielen verbindet, sorgt also gut für das Überleben all der Einzelnen.

Die Eine, die Viele ist, hat mich auch aus dem Grund angesprochen, weil ich mich oft gefühlt habe, wie Viele in einem Körper. So vieles, was mich interessiert, begeistert, dem ich genau deswegen folge. Mein Leben scheint mir oft ein Spinnennetz aus unterschiedlichen Pfaden, die ich eingeschlagen habe, Projekten, die parallel laufen. Manche der Fäden meines Netzes sind eng verknüpft, andere haben lose Enden. Bis ich den Faden aufnehme, um an der Stelle, an der ich vor Monaten oder Jahren aufgehört habe. Ich bin Viele, weil ich am liebsten zeitgleich an verschiedenen Dingen arbeite, denke, träume. Deshalb ist es mein Traumberuf, als Therapeutin und Coach zu arbeiten, weil jeder Mensch eine eigene Geschichte mitbringt, eigene Prägungen und Ansichten. In diesem Beruf wird es nie langweilig und es gibt viel zu entdecken.

Sei du selbst; alle anderen sind bereits vergeben. (Oscar Wilde)

Ein starker Wille lenkt mich

In mir gibt es auch einen starken Willen zum Leben, der für all meine inneren Anteile, die mich als Gesamtheit ausmachen, gut sorgt. Lange wusste ich nicht, was diesen Willen ausmacht, woher er kommt. Bis ich vom Konzept der Verbundenheit hörte. Ich verstand, dass ich in meiner Kindheit intuitiv die Nähe zu etwas Lebendigem, für mich nicht Bedrohlichem gesucht hatte. In den 5 Kastanien im Park gegenüber unserem Wohnhaus fand ich sie. Sie waren mir über Jahre Freunde, Beschützer und Lehrmeister. In der Natur fand ich also nicht nur Ruhe und Frieden, sondern sie lehrte mich auch Achtsamkeit und das Auf und Ab des Lebens mit größerer Gelassenheit hinzunehmen.

Der Wille, der in mir steckt und mich leitet, ist der Wille ein lebendiges und reiches Leben zu führen. Lebendig in Körper und Geist und reich an Erfahrungen, Eindrücken, Verbindungen mit anderen und zur Natur. Auch wenn das Leben uns vor Herausforderungen stellt, die anstrengend und schmerzhaft sein können, es kann immer auch wunderschön sein – genauso wie wir Menschen selbst. Wir sind nicht perfekt, doch wir besitzen eine einzigartige Schönheit und Zerbrechlichkeit. Unsere Stärke ist ebenso bemerkenswert wie unsere Sehnsüchte und Emotionen: Wut, Enttäuschung oder Verwirrung. Als Therapeutin und Coach begleite ich dich gern auf deiner Suche nach Erfüllung.

Lebendigkeit ist nicht das bloße Überstehen von Tagen, sondern das Auskosten jeder Minute.“ (Unbekannt)

Meine Kompassnadeln

Werte können sich im Lauf des Lebens verändern und das tun sie auch. Gleichzeitig gibt es in mir etwas, was tiefer geht, eine Art selbstauferlegter Kodex, ein Lebensideal, welches eng an den Willen ein reiches und lebendiges Leben zu führen gekoppelt ist. Mangels besserer Beschreibung nenne ich sie meine Primärwerte. Freiheit, autonome Verbundenheit und Würde sind für mich die roten Fäden meines Lebens, die mir immer wieder Orientierung geben und mir Maßstab für mein Denken und Handeln sind.

Birgit Buchmayer hat einen kleinen, feinen Blogbeitrag über Virginia Satir geschrieben. Wenn du ihn lesen magst, klicke auf das Bild und folge dem Link.

Mein Freiheitsbegriff orientiert sich sehr stark an dem von Virginia Satir, nach deren Lehre ich in der Ausbildung zur systemischen Therapeutin unterrichtet wurde. Autonome Verbundenheit meint, dass ich mich nicht verschmelzend binde, weil es mich dann nicht mehr gibt, sondern ich kann gleichzeitig autonom und verbunden sein. Es ist wie bei den Bäumen, die mittels eines Pilzgeflechtes miteinander verbunden sind, sich gegenseitig nähren und füreinander sorgen und gleichzeitig ist jeder Baum ein Baum für sich. Unsere Sprache, die Fähigkeit einander zu berühren, sehe ich dabei als das Pilzgeflecht, über welches wir miteinander kommunizieren. Würde ist für mich die Basis des Miteinanders. Wie gehen wir miteinander um, aber auch, wie gehe ich selbst mit mir um. Würde hat aus meiner Sicht auch viel mit dem Aufzeigen von Grenzen und mit der Akzeptanz von Grenzen zu tun.

Aufstehen und mit Würde strahlen

Du bist neugierig geworden und denkst über eine Zusammenarbeit mit mir nach?
Buch dir einen kostenfreien Kennenlerntermin und wir schauen, ob wir miteinander arbeiten wollen und können.

Ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.

Du bist herzlich willkommen! 

Sylvia

Jetzt bist du dran. Wer bist du ohne Zahlen, Daten, Fakten? Ohne die Rollen und Zuschreibungen, die du dir selbst gibst? Was ist deine Essenz? Magst du dir darüber einmal Gedanken machen? Deine Selbstbeschreibung würde mich sehr interessieren. Schreib sie gern in die Kommentare.

2 Kommentare

  1. Birgit Buchmayer 12. November 2023 um 21:18 Uhr

    Liebe Sylvia,
    Großartig! Du bist Viele und auch Eine und eine wunderbare Mischung auch beidem. Danke für diesen Artikel, herzliche Grüße, Birgit

  2. Silvia Kanth 12. November 2023 um 19:45 Uhr

    Liebe Sylvia,
    vielen Dank für deinen wunderschönen Beitrag und das Bild der eigenständigen Bäume, die doch miteinander verbunden sind. Ich bin auch Viele und finde das mittlerweile großartig.
    Ganz viele Grüße
    Silvia

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Hallo, ich bin Sylvia

systemische Therapeutin, Trauma-Coach und Bloggerin. Seit über 20 Jahren arbeite ich mit Paaren, Familien und Einzelpersonen daran, negative Kindheitsprägungen und frühe Traumata zu lösen und ein Leben voller Selbstvertrauen, innerem Frieden und emotionaler Stabilität zu führen.
Für ein erfülltes Leben in Verbundenheit.

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