Mein Motto für 2026: Ich folge der Freude und höre, was mich ruft

Mein Motto für 2025 lautete: Ganz da. Präsent & heiter Raum geben. Es war mein persönlicher Gegenentwurf zum Getriebensein in Form von Funktionieren und zugleich eine bewusste innere Entscheidung für mehr Präsenz und eine andere Form von Orientierung im Leben.

Dieses Motto hat mich durch das Jahr 2025 getragen, in dem es darum ging, in mir anzukommen, mehr im Moment zu leben und präsent zu sein in meinen Beziehungen. Raum zu schaffen, für mich selbst und für andere. Einen Raum, in dem ich wahrnehmen kann, was ist, ohne mich davon überwältigen zu lassen.

Im Verlauf des Jahres zeigte sich mir, dass Präsenz nicht ausreicht, wenn ich Entscheidungen treffe. Raum allein trägt mich nicht, gibt mir aber mehr Zeit und vertieft meine Wahrnehmung. Ich bin immer wieder an den Punkt gekommen, an dem Offenheit nicht mehr genügt, weil mein Leben Antworten auf die Frage verlangt, welche Richtung ich den letzten Jahren meines Lebens geben will.

Das Motto für 2026 ist aus dieser Bewegung entstanden. Mich treibt dabei weniger der Wunsch nach Veränderung als die Notwendigkeit, mich innerlich neu auszurichten. Ich weiß jetzt, wie ich mir den Raum nehmen und geben kann, und spüre, wie mein inneres System sich dabei entspannt. Erst in diesem Raum habe ich die inneren Kapazitäten für die Fragen: Woran orientiere ich mich eigentlich? Was gibt mir Richtung, wenn ich nicht mehr aus Pflicht oder aus unwillkürlicher Reaktion heraus handeln will?

Das Motto „Ich folge der Freude und höre, was mich ruft“ ist meine Antwort darauf. Es ist für mich die logische Konsequenz aus dem, was 2025 möglich geworden ist. Wenn ich wirklich da bin, kann ich spüren, was mich trägt. Wenn der innere und äußere Raum da ist, kann ich erkennen und unterscheiden, was mich antreibt und was mich ruft, und das bildet die Basis, auf der Orientierung und innere Führung für mich möglich werden. Und genau darum geht es in diesem Text.

Was dich in diesem Beitrag erwartet:

Orientierung – was mich innerlich führt, wenn ich nicht mehr funktionieren will

Sobald Orientierung nicht mehr von außen vorgegeben ist, verändert sich auch die Art, wie meine Entscheidungen entstehen. Sie werden langsamer, vielschichtiger und weniger eindeutig. Und genau darin liegen für mich ihre Qualität und ihr Wert.

Eine Entscheidung wird für mich erst dann stimmig, wenn mein Körper ihr nicht widerspricht. – Sylvia Tornau

Orientierung als Garant fürs Funktionieren und ihre Grenze

Orientierung war für mich lange etwas Äußeres. Etwas, das sich aus Anforderungen, Erwartungen und Rahmenbedingungen ergab. Ich wusste, was zu tun war, weil es sinnvoll war, oder notwendig. Diese Form von Orientierung ist für mich eng verknüpft mit dem Funktionieren. Sie gab mir Halt, aber ließ mir wenig Wahlmöglichkeiten.

Meine erste innere Reaktion auf Herausforderungen ist bis heute meist eine skeptische. Mein inneres System ist darauf trainiert, das zu finden, was nicht stimmig ist. Ich bin eine Meisterin darin, das Haar in der Suppe zu finden. Dieses Muster hat mir geholfen, Situationen früh zu erfassen, Risiken zu erkennen und vorbereitet zu sein. Es ist ein wacher, differenzierter Blick, den ich durchaus für eine Kompetenz halte.

Zum Problem wird diese unwillkürliche Reaktion, wenn sie zu einer Wahrnehmungsverengung führt, also ich sie zur einzig richtigen Wahrheit erhebe. Wenn ich mich ausschließlich an dieser ersten Reaktion orientiere, bleibe ich innerlich eng. Entscheidungen entstehen dann aus Vorsicht, zur Absicherung und aus dem Wunsch, Fehler zu vermeiden. Die Orientierung daran führt ausschließlich zur Vermeidung von Gefahr.

Im vergangenen Jahr habe ich deutlicher als zuvor gespürt, dass ich etwas anderes brauche, eine andere innere Ordnung. Eine Orientierung, die mir erlaubt, auch in komplexen Situationen innerlich verbunden zu bleiben, mit meiner Wahrnehmung, meinen Grenzen und dem, was für mich stimmig ist. Also eine Orientierung, die mich nicht nur Gefahren vermeiden lässt, die es hier und heute vielleicht gar nicht mehr gibt, sondern die mir hilft, mich zu entfalten, im Rahmen meiner Möglichkeiten und vielleicht sogar darüber hinaus.

Ich habe mir angewöhnt, innerlich einen Schritt zurückzutreten, wenn meine erste Reaktion sehr eindeutig ist. Ich stelle mir dieselbe Situation noch einmal aus anderen Blickwinkeln vor, suche nach Alternativen, wie ich die Situation noch beurteilen kann. Die Frage, die ich mir dann stelle, lautet: Kann ich das auch anders sehen? Drei, manchmal fünf unterschiedliche Sichtweisen dürfen nebeneinanderstehen. Im Ergebnis passiert etwas Entscheidendes: Ich bin nicht mehr auf eine Wahrnehmung der Situation festgelegt. Ich habe Wahlmöglichkeiten.

Orientierung als verkörperte Entscheidung

Erst wenn mir diese Wahlmöglichkeiten, wie ich eine Situation einordnen will, zur Verfügung stehen, stellen sich für mich die Fragen, die den Kern von Orientierung berühren: Woran richte ich mich jetzt aus? Was trägt mich?

Mit diesen Fragen meine ich nicht, was sich sicher anfühlt oder sich gut begründen lässt. Ich frage nicht nach der richtigen Entscheidung und auch nicht nach der bequemsten. Die Frage nach dem, was mich trägt, richtet meinen Blick darauf, ob ich mich innerlich auf diese Entscheidung stützen kann. Ob sie mir erlaubt, bei mir zu bleiben, auch wenn es anstrengend wird. Ob sie mir Kraft entzieht oder mir Halt gibt, während ich gehe. Diese Frage lässt sich nicht im Kopf beantworten. Sie braucht Zeit und sie braucht Körperwahrnehmung.

Während die unterschiedlichen Möglichkeiten in mir nebeneinanderstehen, spüre ich nach, wie mein System reagiert. Bei manchen Gedanken ziehen sich meine Schultern zusammen, ich atme flacher oder in meinem Bauch macht sich eine Leere breit. Andere Varianten lösen weniger Widerstand in mir aus, aber mein Körper bleibt angespannt. Und manchmal fühle ich, wie sich Erleichterung zeigt, das Gefühl, mir wird eine Last von den Schultern genommen. Mein System entspannt sich.

Orientierung bedeutet für mich inzwischen genau das: eine innere Ausrichtung, die nicht gegen mein eigenes System arbeitet. Sie entsteht aus der Beziehung zu meiner Wahrnehmung, zu meinen Reaktionen und zu meinem Körper als Resonanzraum. Diese Form von Orientierung entsteht aus einem Innehalten, das Zeit braucht. Sie ist nicht darauf angelegt, schnelle Klarheit zu erzeugen oder große Ziele zu formulieren. Aber sie trägt mich durch Situationen hindurch, ohne dass ich mich innerlich zusammennehmen oder gegen mich selbst arbeiten muss.

Und sie ist die Voraussetzung dafür, dass ich überhaupt unterscheiden kann, was mich antreibt und was mich ruft.

Wo Freude Orientierung wird

Freude ist ein Begriff, der schnell missverstanden wird. Für mich beschreibt er weder einen Zustand, den es festzuhalten gilt, noch ein Gefühl, das dauerhaft verfügbar sein müsste. Freude ist für mich eine Form von Rückmeldung – und genau darin liegt ihre orientierende Kraft.

Der Freude zu folgen heißt für mich, meinem inneren Erleben mehr Gewicht zu geben als äußeren Erwartungen. – Sylvia Tornau

Was ich meine, wenn ich von Freude spreche

Wenn ich von Freude spreche, meine ich nicht nur eine Emotion im klassischen Sinn. Ich meine nicht ausschließlich das Hochgefühl, die Leichtigkeit oder die positive Grundstimmung, die viele mit Freude verbinden, auch wenn ich genau diese Erfahrung gut kenne. Diese Momente, in denen etwas leicht wird, in denen etwas meine Wahrnehmung kitzelt und aus einem leichten Grummeln im Bauch schnell ein anhaltendes Lachen werden kann, gehören für mich selbstverständlich zur Freude dazu. Und doch greift diese Beschreibung zu kurz.

Freude ist für mich mehr als ein Gefühl. Sie ist ein körperlich erfahrbarer Hinweis darauf, dass ich mich in einer Situation oder Entscheidung nicht gegen mich selbststelle. Sie zeigt sich für mich dort, wo mein inneres System nicht dauerhaft in Verteidigung oder Anspannung bleibt. Wo ich nicht innerlich gegenhalte, mich rechtfertige oder zusammennehme, sondern nach innen und außen verbunden bleibe. Sie zeigt sich mir in den Momenten, in denen ich mich lebendig fühle, in denen mein Nervensystem gut funktioniert und ich Stress gut regulieren kann.

Entscheidend ist für mich nicht, wie intensiv sich etwas anfühlt, sondern ob ich die unterschiedlichen Empfindungen in mir halten kann, ohne mich innerlich festzulegen. Ich kenne Situationen, in denen mein Körper sich sehr anstrengt, zum Beispiel bei einer Wanderung. Ich fluche innerlich über die Steigung des Weges, und gleichzeitig bin ich ganz wach und da: Der Geruch des Waldes, das Licht zwischen den Bäumen, die Geräusche um mich herum erreichen mich unmittelbar. Ähnlich ist es auf einem Konzert: Es ist laut, eng, Menschen kommen mir zu nah, mein Nervensystem ist gefordert. Und gleichzeitig beginnt mein Körper, sich zur Musik zu bewegen.

Freude zeigt sich für mich genau dort, wo ich diese Gleichzeitigkeit aushalten kann, ohne einen Teil von mir zum Schweigen zu bringen.

Wovon ich Freude klar unterscheide

Freude hat für mich nichts mit positivem Denken zu tun. Positives Denken verfolgt oft ein nachvollziehbares Ziel: Es will entlasten. Es soll helfen, mit schwierigen Situationen besser umzugehen, indem ich den Blick bewusst auf das lenke, was mir machbar oder hoffnungsvoll erscheint. In manchen Lebenslagen kann das stützend sein. Meine Erfahrung ist jedoch, dass positives Denken häufig eine innere Bewegung weg von dem fordert, was gerade da ist. Zweifel, Skepsis, Widerstand oder Überforderung sollen möglichst schnell relativiert oder umgedeutet werden. Der Impuls dahinter ist verständlich, und doch entsteht dabei oft ein subtiler Druck: So, wie ich gerade empfinde, sollte es nicht sein.

Freude entsteht für mich nicht trotz Zweifel, Skepsis oder Widerstand, sondern weil ich mir erlaubt habe, sie wirklich wahrzunehmen. Sie setzt voraus, dass ich mich der Realität stelle, statt sie zu beschönigen. Dass ich anerkenne, was ist, auch wenn es unbequem, widersprüchlich oder anstrengend ist. Erst wenn ich innerlich nicht mehr gegen meine eigene Wahrnehmung arbeite, kann sich Freude überhaupt zeigen.

Freude ist für mich auch nicht gleichbedeutend mit dauerhafter Leichtigkeit. Es gibt Entscheidungen und Situationen, die Mut oder das Aushalten von Unsicherheit erfordern. Das erlebe ich, wenn ich eine Entscheidung treffe, die notwendig ist, aber schmerzt, etwa eine Zusammenarbeit zu beenden oder einen Weg nicht weiterzugehen, obwohl ich viel investiert habe. Der Abschied tut weh, und gleichzeitig spüre ich eine Form von Freude, weil ich mich dieser Schwere stellen kann, ohne mich zu verlieren.

Und Freude ist kein Belohnungssystem. Sie stellt sich nicht ein, weil ich etwas „richtig“ gemacht habe. Im Gegenteil: Sobald ich beginne, Freude zu erwarten oder sie mir als Ergebnis in Aussicht zu stellen, verschwindet sie. Freude kann nicht verdient werden. Sie zeigt sich mir als Nebenwirkung von Selbsttreue.

Freude als verkörpertes Orientierungszeichen

Freude zeigt sich für mich im Körper. Ich bemerke sie, wenn ich freier atmen kann, mein Brustraum sich weitet, und manchmal spüre ich so etwas wie Lebendigkeit, ein inneres Mitschwingen mit dem, was ist.

Diese Wahrnehmungen zeigen sich auch dann, wenn etwas anstrengend, fordernd oder schwer ist. Mein Nervensystem darf dabei aktiviert sein, wach, beteiligt. Freude bedeutet für mich nicht, dass keine Anspannung da ist. Entscheidend ist, ob ich mich in dieser Anspannung verliere oder ob ich innerlich beweglich bleibe.

Ich kenne Situationen, in denen ich mich ganz auf das Schwere fokussiert habe: auf die Erschöpfung, auf den Widerstand, auf das, was nicht geht. Wenn ich das tue, wird mein innerer Raum enger, mein Körper wird fester und meine Orientierung geht verloren, weil alles in mir um ein einziges Erleben kreist.

Und ich kenne die andere Möglichkeit, in der ich das Schwere wahrnehme und gleichzeitig prüfe, was da noch in mir ist. Vielleicht ist es ein Bedürfnis nach Pause, der Impuls, langsamer zu werden. Ich könnte mich nach einem langen Arbeitstag innerlich auf die Erschöpfung konzentrieren und mich darüber ärgern, dass ich keine Kraft mehr habe. Oder ich nehme diese Erschöpfung wahr und entscheide mich bewusst für etwas, das mir hilft, wieder bei mir anzukommen: einen Spaziergang, Musik, Stille. Die Müdigkeit verschwindet nicht sofort, aber mein System findet einen Weg zurück in eine andere Balance.

Freude ist in diesen Momenten kein Gegengewicht zur Schwere. Sie ist eine Orientierungshilfe. Sie zeigt mir nicht, was richtig oder falsch ist. Aber sie zeigt mir, wo ich bleiben kann, ohne mich innerlich festzufahren oder gegen mich selbst zu arbeiten. Sie hilft mir, Entscheidungen zu treffen, die mich nicht weiter verengen, sondern mir wieder Handlungsspielraum eröffnen. In diesem Sinn ist Freude für mich ein verkörpertes Orientierungszeichen.

Hören, was mich ruft

Nicht alles, was für mich bedeutsam ist, zeigt sich im Moment einer Entscheidung. Manche Hinweise werden für mich erst verständlich, wenn eine Situation eigentlich abgeschlossen ist und sich dennoch innerlich als noch nicht erledigt anfühlt.

Der Ruf weist mich auf die Stellen hin, an denen ich mich selbst übergehe, auch wenn nach außen längst alles geklärt ist. – Sylvia Tornau

Wenn Sinn nicht genügt

Es gibt Entscheidungen in meinem Leben, die treffe ich aus guten Gründen. Sie sind nachvollziehbar, passen zu meinem Alltag und lassen sich logisch erklären. Ich sage ein Projekt zu, weil es mir sinnvoll erscheint oder weil dies von mir erwartet wird. Organisatorisch ist alles geklärt, die Entscheidung ist gesetzt. Trotzdem meldet sich dieselbe innere Irritation in mir wieder. Obwohl die Entscheidung längst gefallen ist und ich gute Gründe dafür gefunden habe, sie so zu treffen, merke ich, dass ich innerlich keine Ruhe finde. Das ist kein Grübeln und kein Zweifeln daran, ob die Entscheidung richtig oder falsch war. Es ist eher so ein Offenbleiben in mir, das sich nicht beruhigt.

An diesem Offenbleiben merke ich, dass eine Entscheidung gut begründet sein kann und etwas in mir sie trotzdem nicht mittragen will. Sie ist sinnvoll, aber sie lässt mir keine Ruhe. Etwas in mir rumort, als wäre die Sache noch nicht wirklich abgeschlossen.

Wenn der Körper widerspricht

Ähnlich erlebe ich es in Begegnungen mit Menschen, bei denen äußerlich alles zu passen scheint. Die Atmosphäre im Kontakt ist freundlich, respektvoll und korrekt. Es gibt keinen offenen Konflikt, keine Grenzüberschreitung, nichts, was sich klar benennen ließe. Und doch merke ich nach jedem Treffen, dass mir etwas fehlt. Ich fühle mich müder als vorher, brauche Rückzug und habe weniger innere Klarheit. Manchmal fühle ich mich nach so einem Kontakt ausgelaugt und energielos.

Im Nachgang kann ich mir das erklären, kann es relativieren. Trotzdem reagiert mein Körper jedes Mal gleich. Diese Reaktion tritt nicht nur einmal auf, sondern wiederholt sich zuverlässig. Und genau darin liegt für mich ihr Gewicht.

Mit Ruf meine ich nicht die erste Irritation oder ein momentanes Unbehagen. Solche Reaktionen gehören für mich zum Alltag dazu. Was ich meine, zeigt sich darin, dass eine Erfahrung über die Zeit wiederholt dieselbe Wirkung behält, unabhängig davon, wie gut ich sie mir erkläre oder einordne.

Der Unterschied zwischen Antreiber und Ruf

An dieser Stelle wird für mich sichtbar, dass nicht jede innere Bewegung dieselbe Funktion hat. Manche Impulse drängen auf Handlung. Sie erzeugen Druck in mir, fordern schnelle Entscheidungen oder drängen auf einen Abschluss. Diese Impulse kenne ich gut. Sie gehören zu dem, was ich als inneren Antreiber beschreibe.

Der Ruf funktioniert für mich anders. Er fordert nichts von mir und sagt mir nicht, was ich tun soll. Ich erkenne ihn daran, dass sich etwas wiederholt meldet, obwohl sich längst etwas erledigt hat und ich mich anderen Themen zugewandt habe. Ein Thema, eine Beziehung oder eine Entscheidung lässt mich innerlich nicht los, auch wenn es äußerlich erledigt ist.

Innere Führung – Freude und Ruf als Orientierung

Kurz zusammengefasst kann ich sagen, dass ich mein Motto für 2026 „Ich folge der Freude und höre, was mich ruft“ so verstehe: Die Freude hilft mir, im Moment wahrzunehmen, ob ich mich in einer Entscheidung innerlich verenge oder ob sie mir Spielraum lässt und ich mich mit ihr lebendig fühle. Der Ruf hilft mir, über längere Zeit zu erkennen, welche Entscheidungen oder Beziehungen sich innerlich nicht abschließen lassen, auch wenn ich sie längst erklärt oder umgesetzt habe. Er weist mich auf die Stellen hin, an denen ich mich innerlich übersehe oder übergehe. Er zeigt mir, wo etwas in mir unruhig bleibt, weil ich mich an einer Stelle selbst übergangen habe. Dem Ruf zu folgen heißt für mich, diese Regungen ernst zu nehmen, ihnen zuzuhören und zu erkunden, was ich brauche, um in Verbindung und Lebendigkeit zu bleiben.

So entsteht für mich innere Führung nicht durch Planung oder Zielsetzung, sondern durch die Bereitschaft, wiederkehrende innere Rückmeldungen ernst zu nehmen, auch dann, wenn ich sie nicht sofort in Handlung übersetzen kann.

2026 werde ich mich mehr an dem orientieren, was mir Freude macht, mich motiviert und mir inneren Spielraum lässt und mich zugleich dort aufmerksam macht, wo etwas in mir keinen Frieden findet, solange ich es übergehe.

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Freude & Ruf

Manchmal hilft es, wahrzunehmen, was dich im Moment lebendig macht
und was sich über die Zeit immer wieder in dir meldet.

Wenn du magst, schreib mir: Woran orientierst du dich gerade?

Herzliche Grüße

About the Author: Sylvia Tornau

„Aufstehen und in Würde strahlen“ ist mein persönliches und berufliches Leitbild. Ich bin systemische Therapeutin und Trauma-Coachin – und zugleich eine Frau mit eigener Geschichte. Mein Blog entstand aus meiner Sehnsucht, zu schreiben, und aus dem Wunsch, sichtbar zu machen, wie wir mit unseren Verletzungen leben, wachsen und uns selbst näherkommen können. Ich schreibe, um Verbindung zu schaffen, zu mir selbst und zu dir. Ich glaube zutiefst daran, dass wir wenig hilfreiche Muster mit einer großen Portion Selbstfürsorge in Lebendigkeit und Lebensfreude verwandeln können. Und dass Frieden in uns immer auch ein leiser Anfang von Frieden um uns ist.

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Ich bin Sylvia, systemische Therapeutin, Trauma-Coach und Bloggerin. Die menschliche Psyche und die Frage „Warum ticken wir, wie wir ticken“ treibt mich schon seit meiner Jugend an. Heute unterstütze ich Frauen dabei, alte Prägungen loszulassen, ihre Emotionen zu regulieren und im eigenen Leben zu Hause zu sein.

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