Glossar zu Trauma & Heilung: Schlüsselbegriffe kurz erklärt

Glossar Trauma und Heilung: Kämpfende Affen

Ein Glossar mit Schlüsselbegriffen für Trauma und Heilung – braucht das irgendjemand? Ich weiß es nicht. Was ich weiß, ich hätte mir so einen Leitfaden gewünscht, damals, als ich mit der Aufarbeitung der eigenen Traumata angefangen habe. Vielleicht geht es dir ja ähnlich. Deshalb trage ich hier essenzielle Begriffe und Konzepte zusammen, die dir helfen sollen, die vielschichtigen Aspekte von Trauma, dessen Auswirkungen und die Pfade zur Heilung besser zu verstehen. Ob du selbst auf der Reise der Genesung bist, jemandem nahestehst, der von Trauma betroffen ist, oder als Fachkraft im Bereich der psychischen Gesundheit tätig bist– dieses Glossar bietet einen Überblick über die Schlüsselbegriffe der komplexen Dynamiken von Trauma und Erholung. Mein Ziel ist es, Licht in das Dunkel der Traumabewältigung zu bringen und eine Brücke zu bauen zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und alltäglicher Anwendung.

Begriffe, die im Kontext Trauma immer wieder auftauchen

Im Folgenden habe ich die Begriffe alphabetisch geordnet, sodass du schneller finden kannst, was du suchst.

A

Adaptive Informationverarbeitung ist ein Konzept aus der EMDR. Es besagt, dass das Gehirn in der Lage ist, traumatische Erinnerungen neu zu verarbeiten und zu integrieren, um Heilung zu fördern.

Affektregulation ist die Fähigkeit, emotionale Reaktionen zu steuern und zu modulieren, was besonders bei Personen mit Trauma beeinträchtigt sein kann.

Akutes Trauma resultiert aus einem einzelnen, plötzlichen Ereignis, wie einem Unfall, einer Naturkatastrophe oder einem Gewaltakt. Diese Art von Trauma führt oft zu unmittelbaren und intensiven emotionalen Reaktionen. Sie können mit der Zeit abklingen, wenn sie angemessen bearbeitet und adressiert werden.

Angststörungen bezeichnen eine Gruppe von psychischen Störungen, die gekennzeichnet sind durch übermäßige Sorge, Angst und Furcht, die das tägliche Leben beeinträchtigen. Sie können zu körperlichen Symptomen wie Herzklopfen und Zittern führen.

B

Beziehungsprobleme sind meist Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Diese werden durch Kommunikationsprobleme, Misstrauen oder Konflikte verursacht. Sie können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Bindungstheorie ist eine Theorie, die die Bedeutung von frühen Beziehungen in der Kindheit für die emotionale Entwicklung und die Auswirkungen von Bindungsstörungen auf das spätere Leben untersucht.

Bindungstrauma tritt auf, wenn die Beziehungen zu primären Bezugspersonen in der Kindheit durch Vernachlässigung, Missbrauch oder inkonsistentes Verhalten gestört sind. Dies führt zu tiefgreifenden Auswirkungen auf das Vertrauen und die Fähigkeit, zwischenmenschliche Beziehungen zu bilden. Dieses Trauma beeinflusst die emotionale und soziale Entwicklung. Es kann zu Schwierigkeiten in der Nähe zu anderen, Angst vor Ablehnung und Problemen mit dem Selbstwert führen.

Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine psychische Erkrankung, die durch intensive emotionale Schwankungen, instabile Beziehungen, ein tiefgreifendes Gefühl der Leere und eine ausgeprägte Angst vor dem Verlassenwerden gekennzeichnet ist. Personen mit BPS erleben oft Schwierigkeiten in der Impulskontrolle und im Umgang mit Wut. Dies kann zu selbstschädigendem Verhalten und Problemen in zwischenmenschlichen Beziehungen führen.

C

Chronischer Stress ist lang anhaltender Stress, der über Wochen oder Monate andauert und zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Er entsteht oft durch anhaltende Herausforderungen ohne ausreichende Erholungsphasen.

Chronisches Trauma entsteht durch wiederholte und anhaltende schädliche Ereignisse über einen längeren Zeitraum hinweg, wie langfristiger Missbrauch, Krieg oder anhaltende häusliche Gewalt. Die anhaltende Exposition gegenüber traumatischen Situationen kann zu tiefgreifenden emotionalen und psychischen Problemen führen.

Trauma und Heilung - Zitat: Bessel van der Kolk „Traumata sind nicht nur ein Ereignis, das einem passiert ist; sie sind auch die Spuren, die dieses Ereignis im Körper und im Geist hinterlässt.“

D

Definition von Trauma variiert in der wissenschaftlichen Literatur und in der klinischen Praxis. Die Definitionen beziehen die breite Palette individueller Erfahrungen und Reaktionen auf extrem stressige oder bedrohliche Ereignisse ein. Diese Vielfalt spiegelt die Erkenntnis wider, dass Trauma sowohl durch einzelne, akute Ereignisse als auch durch lang anhaltende, komplexe Situationen verursacht werden kann. Wobei die subjektive Erfahrung des Einzelnen zentral für das Verständnis seiner Auswirkungen ist. Einen zusammenfassenden Beitrag findest du demnächst hier.

Depression ist eine psychische Störung, die durch anhaltende Traurigkeit, Interessenverlust und die Unfähigkeit, Freude zu empfinden, charakterisiert ist. Sie beeinflusst das tägliche Funktionieren und kann zu physischen Problemen führen.

Dissoziation ist ein psychologischer Verteidigungsmechanismus. Die betroffene Person ist emotional oder körperlich von der Realität oder dem eigenen Selbstgefühl getrennt. Dies gilt als Reaktion auf Trauma oder Stress.

E

Embodiment bezieht sich auf das Konzept, dass unser Körpererleben, also wie wir unseren Körper wahrnehmen und erfahren, tiefgreifend unsere Gedanken, Gefühle und Handlungen beeinflusst. Es betont die untrennbare Verbindung zwischen Körper und Geist, wobei der Körper als integraler Bestandteil unserer Identität, unseres Bewusstseins und unserer Interaktion mit der Welt angesehen wird.

Emotionale Dysregulation meint Schwierigkeiten bei der Steuerung oder Regulierung emotionaler Reaktionen. Das ist meist ein Ergebnis von Trauma und kann zu übermäßigen oder unangemessenen emotionalen Ausbrüchen führen.

Entwicklungstrauma tritt auf, wenn Kinder während ihrer Entwicklungsjahre anhaltenden Stress oder Missbrauch erfahren. Dies beeinträchtigt ihre emotionale, körperliche und psychologische Entwicklung. Unter anderem kann das zu Schwierigkeiten in der Selbstregulierung, dem Beziehungsaufbau und zu verschiedenen psychischen Störungen führen.

Essstörungen sind psychische Störungen, die durch schwerwiegende Probleme im Essverhalten, wie übermäßiges oder unzureichendes Essen, gekennzeichnet sind. Sie umfassen Anorexie, Bulimie und Binge-Eating-Störung.

Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) ist eine psychotherapeutische Methode. Sie speziell zur Behandlung von Traumafolgestörungen entwickelt wurde und darauf abzielt, die Verarbeitung von belastenden Erinnerungen zu fördern. Durch bilaterale Stimulation, geführte Augenbewegungen, hilft EMDR Betroffenen, die emotionalen Belastungen traumatischer Ereignisse zu reduzieren und eine adaptive Verarbeitung zu ermöglichen.

F

Flashbacks sind intensive, oft überwältigende Erinnerungen an traumatische Ereignisse, die sich anfühlen, als ob das Ereignis erneut passiert.

G

Gefühl der Entfremdung ist ein Zustand, in dem sich Menschen von sich selbst oder ihrer Umgebung distanziert oder losgelöst fühlen. Es kann als Teil von Depressionen, Angststörungen oder nach traumatischen Ereignissen auftreten.

Gefühl der Machtlosigkeit ist ein Zustand, in dem sich eine Person unfähig fühlt, ihre Situation zu beeinflussen. Es ist eng mit Depressionen und Angst verbunden.

H

Heilungsdurchbruch bezeichnet einen Moment oder Prozess signifikanter Erkenntnis oder Verbesserung im Heilungsprozess von Trauma. Gekennzeichnet ist dies durch eine Neubewertung der traumatischen Erfahrungen.

Historisches oder Generationentrauma bezieht sich auf Traumata, die über Generationen innerhalb einer Gemeinschaft weitergegeben werden. Sie resultieren aus Ereignissen wie Sklaverei, Krieg, Genozid oder Kolonialismus. Es beeinflusst nicht nur die direkt Betroffenen, sondern auch nachfolgende Generationen durch die Weitergabe von Traumafolgen und -bewältigungsstrategien.

Homöostase bezeichnet den Prozess, durch den lebende Organismen die Stabilität ihrer inneren Bedingungen trotz äußerer Veränderungen aufrechterhalten. Dazu gehören Temperatur, pH-Wert und Elektrolytkonzentration u.ä.  Dieser selbstregulierende Mechanismus ermöglicht es dem Körper, ein Gleichgewicht zu bewahren, das für das Überleben und die optimale Funktionsfähigkeit essenziell ist.

Hyperarousal (Übererregung) ist ein Zustand erhöhter psychischer und körperlicher Erregung. Dieser ist oft mit Angststörungen und PTBS verbunden. Betroffene sind ständig „auf Alarm“ und können leicht erschrecken.

Hypoarousal bezeichnet einen Zustand verminderter psychophysiologischer Erregung, der als Reaktion auf Trauma oder Stress auftreten kann. Hierbei fühlt sich die Person abgestumpft, distanziert oder emotional entkoppelt. Es kann sich in Symptomen wie Lethargie, Desinteresse an der Umgebung oder einem Gefühl der Betäubung manifestieren.

Trauma und Heilung - Zitat: Judith Lewis Herman „Die Wiederherstellung des Selbst nach einem Trauma ist ein Prozess der Wiedergeburt in Beziehungen zu anderen Menschen.“

I

Inneres Kind ist psychotherapeutisches Konzept, das den Teil der Psyche einer Person repräsentiert, der die Gefühle, Erinnerungen und Erfahrungen aus der Kindheit bewahrt.

Interpersonelles Trauma bezeichnet ein Trauma, das durch Handlungen, Missbrauch oder Vernachlässigung von anderen Personen verursacht wird, und tiefgreifende Auswirkungen auf zwischenmenschliche Beziehungen und das Selbstbild hat.

K

Komplexe PTBS ist eine Form der PTBS, die sich nach lang anhaltender oder wiederholter Exposition, in der Kindheit, gegenüber traumatischen Ereignissen entwickelt. Sie ist durch zusätzliche Symptome wie emotionale Dysregulation und Beziehungsprobleme gekennzeichnet.

Komplexes Trauma bezieht sich auf die Erfahrungen von multiplen traumatischen Ereignissen, die oft innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen stattfinden, wie wiederholter Missbrauch in der Kindheit. Diese Art von Trauma beeinflusst die Entwicklung des Individuums und führt häufig zu langfristigen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, einschließlich Schwierigkeiten in Beziehungen und emotionaler Dysregulation.

M

Methoden und Verfahren zur Behandlung von Traumata: Die Behandlung von Trauma umfasst vielfältige Therapieformen, die darauf abzielen, traumatische Erinnerungen zu verarbeiten und Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Zusätzlich können körperorientierte Ansätze, Achtsamkeitsübungen und die Stärkung sozialer Unterstützungssysteme wesentliche Bestandteile des Heilungsprozesses sein. Ziel ist es, die Selbstregulation zu verbessern und ein Gefühl der Sicherheit wiederherzustellen. Einen zusammenfassenden Beitrag findest du demnächst hier.

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N

Nervensystemregulation ist die Fähigkeit des Körpers, sich nach Stress oder Trauma in einen Zustand der Homöostase zurückzufinden, um Wohlbefinden und Stabilität zu fördern.

Neuroplastizität meint die Fähigkeit des Gehirns, sich in Reaktion auf Lernen, Erfahrung oder nach Verletzung zu verändern. Dies ist die Grundlage für die Erholung von Trauma.

P

Polyvagal-Theorie ist eine Theorie, die erklärt, wie das autonome Nervensystem durch soziale Interaktion und wahrgenommene Sicherheit oder Bedrohung beeinflusst wird. Dies hilft, Traumareaktionen besser zu verstehen.

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Gesundheitsstörung, die nach dem Erleben von traumatischen Ereignissen auftritt. Gekennzeichnet ist sie durch Symptome wie Flashbacks, Vermeidungsverhalten, negative Veränderungen im Denken und in der Stimmung sowie erhöhte Reizbarkeit.

R

Resilienz ist die Fähigkeit einer Person, sich von Schwierigkeiten oder Herausforderungen zu erholen. Sie wird durch unterstützende Beziehungen und positive Bewältigungsstrategien verstärkt.

S

Sexuelle Dysfunktion beschreibt Probleme, die die sexuelle Zufriedenheit oder Leistung beeinträchtigen, wie geringes sexuelles Verlangen oder Erektionsstörungen. Sie können psychische oder physische Ursachen haben.

Sicherer Ort ist eine Technik in der Traumatherapie, bei der Personen eine innere Zuflucht visualisieren, um Gefühle von Sicherheit und Ruhe zu fördern.

Somatisierungsstörung ist eine psychische Störung, bei der eine Person wiederholt körperliche Symptome ohne erkennbare physische Ursache erlebt. Diese Symptome sind oft Ausdruck von psychischem Stress oder Konflikten.

Soziale Isolation beschreibt den Zustand, in dem eine Person wenig bis gar keinen Kontakt zu anderen Menschen hat. Dies führt oft zu Gefühlen der Einsamkeit und Depression. Es kann sowohl eine Ursache als auch eine Folge von psychischen Problemen sein.

Substanzmissbrauch beschreibt den schädlichen Gebrauch von Substanzen wie Alkohol, Drogen oder Medikamenten. Er kann zu gesundheitlichen, sozialen, emotionalen Problemen und einer Abhängigkeit führen.

Suizidgedanken sind Gedanken über den eigenen Tod oder die Planung oder Durchführung von Handlungen, um sich selbst zu töten. Sie sind ein ernstes Symptom psychischer Erkrankungen und erfordern sofortige Aufmerksamkeit.

Sch …

Schlafstörungen umfassen Probleme beim Einschlafen, Durchschlafen oder übermäßige Schläfrigkeit, die die Tagesfunktion beeinträchtigen. Sie können durch Stress, Gesundheitsprobleme oder schlechte Schlafhygiene verursacht werden.

Schamgefühl ist ein tiefes Gefühl von Unzulänglichkeit oder Unwürdigkeit. Es ist häufig mit psychischen Störungen wie Depressionen und Angst verbunden. Das Selbstwertgefühl kann dadurch ernsthaft beeinträchtigt werden.

Schocktrauma entsteht durch ein plötzliches, überwältigendes Ereignis. Dieses übersteigt die Fähigkeit einer Person, darauf zu reagieren oder es zu verarbeiten. Beispiele: ein schwerer Unfall, eine Naturkatastrophe oder ein Gewaltakt. Diese Art von Trauma kann zu sofortigen und intensiven Reaktionen führen, einschließlich Dissoziation, Panikattacken oder extremem Stress.

Trauma und Heilung - Zitat: Gabor Maté „Trauma ist nicht das, was mit uns passiert, sondern was in uns passiert, als Folge dessen, was mit uns geschieht.“

Selbst …

Selbstregulation ist die Fähigkeit, die eigenen Emotionen, Gedanken und Verhaltensweisen effektiv zu steuern und zu modulieren, insbesondere in Reaktion auf Stress und Trauma.

Konzentrationsprobleme beinhalten die Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten oder sich auf Aufgaben zu konzentrieren. Sie sind häufige Symptome von Stress, Trauma, Depressionen und Angststörungen.

Selbstverletzendes Verhalten ist das gezielte Zufügen von Schmerz oder Schaden am eigenen Körper. Wird häufig genutzt als Weg, mit emotionalen Schmerzen umzugehen. Es ist ein ernstes Anzeichen für psychische Probleme.

Selbstwertmarker sind interne oder externe Anzeichen, die eine Person bewusst oder unbewusst verwendet, um ihren eigenen Wert oder ihre Selbstachtung zu messen. Diese Marker können vielfältig sein und umfassen Leistungen, Anerkennung von anderen, physisches Erscheinungsbild, sozialen Status, beruflichen Erfolg oder das Ausmaß, in dem man sich als kompetent, geliebt oder wertgeschätzt in verschiedenen Lebensbereichen fühlt. Selbstwertmarker sind subjektiv und können stark von den Werten der Gesellschaft, der Kultur, der Familie und persönlichen Erfahrungen beeinflusst werden.

T

Trauma bezeichnet eine tiefe psychische Verletzung, die durch extrem belastende oder beängstigende Ereignisse verursacht wird, wie etwa durch Gewalt, Unfälle oder Katastrophen. Es beeinträchtigt häufig die Fähigkeit einer Person, sich sicher zu fühlen, und kann zu einer Vielzahl von emotionalen, körperlichen und psychologischen Symptomen führen.

Trauma Bonding ist ein emotionaler Zustand, in dem Opfer eine starke Bindung zur misshandelnden Person entwickeln. Dies geschieht mitunter als Folge von wiederholtem Missbrauch.

Traumatische Belastungsstörung ist eine psychische Gesundheitsstörung. Sie tritt nach dem Erleben oder Bezeugen eines traumatischen Ereignisses auf und ist gekennzeichnet durch Symptome wie Flashbacks, Albträume und anhaltende Angst.

Traumafolgestörungen sind spezifische, diagnostizierbare psychische Störungen, die als direkte Folge eines Traumas entstehen. Dazu gehören die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), akute Stressstörung und Anpassungsstörungen.

Traumaheilung bezieht sich auf den Prozess, durch den ein Individuum lernt, mit den Folgen eines Traumas umzugehen. Die mit dem Trauma verbundene emotionale und psychische Verletzungen zu überwinden und ein Gefühl von Sicherheit, Selbstwert und Wohlbefinden wiederherzustellen.

Traumaintegration bedeutet, traumatische Erfahrungen in das eigene Leben und Selbstverständnis so einzubinden, dass sie nicht länger als isolierende oder lähmende Ereignisse wirken. Sie werden als Teil der eigenen Geschichte verstanden und akzeptiert. Dieser Prozess beinhaltet die Arbeit an der Akzeptanz des Geschehenen, das Wiedererlangen der Kontrolle über das eigene Leben und die Neudefinition der eigenen Identität im Kontext der traumatischen Erfahrungen.

Traumareaktionen sind die unmittelbaren und langfristigen emotionalen, körperlichen und psychologischen Antworten eines Individuums auf ein traumatisches Ereignis. Sie spiegeln dessen Fähigkeit zur Bewältigung des Erlebten wider. Diese Reaktionen können ein breites Spektrum umfassen. Von Schock und Verleugnung kurz nach dem Ereignis bis hin zu langfristigen Symptomen wie Angstzuständen, Depressionen, Flashbacks und Veränderungen im Verhalten oder in der Selbstwahrnehmung.

Trigger sind externe oder interne Reize, die Erinnerungen an traumatische Ereignisse hervorrufen. Sie können intensive emotionale und körperliche Reaktionen auslösen.

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V

Vermeidungsverhalten ist das bewusste oder unbewusste Vermeiden von bestimmten Situationen, Orten oder Menschen, um unangenehme Gefühle oder Gedanken zu umgehen. Es ist ein häufiges Merkmal bei Angststörungen und PTBS.

Vertrauensprobleme sind Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen. Dies kann Beziehungen und soziale Interaktionen beeinträchtigen. Sie können aus früheren Erfahrungen von Verrat oder Enttäuschung resultieren.

Vikariattrauma oder sekundäres Trauma bezieht sich auf die emotionalen und psychischen Auswirkungen, die entstehen, wenn eine Person indirekt Trauma erlebt. Dies kann durch das Hören von Traumaberichten oder das Arbeiten mit traumatisierten Menschen geschehen. Es kann zu ähnlichen Symptomen wie bei direkt Traumatisierten führen, einschließlich Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und Hyperarousal.

Viktimisierung beschreibt den Prozess, durch den eine Person zum Opfer wird. Häufig geschieht dies im Kontext von Trauma, Missbrauch oder Mobbing.  Die psychologischen Auswirkungen dieses Prozesses sind meist langfristig.

W

Window of Tolerance beschreibt den optimalen Erregungszustand, in dem eine Person in der Lage ist, Stress effektiv zu bewältigen. Außerhalb dieses Fensters können Hyper- oder Hypoarousal auftreten.

Wutausbrüche sind plötzliche, intensive Ausbrüche von Ärger oder Aggression, die unverhältnismäßig zur Situation sein können. Sie können auf unterdrückte Gefühle oder ungelöste psychische Probleme hinweisen.

Ü

Überlebensmodus ist ein psychologischer Zustand, in dem sich eine Person aufgrund von Trauma oder extremer Bedrohung in einer konstanten Alarmbereitschaft befindet. Das ist vornehmlich gekennzeichnet durch Kampf-, Flucht- oder Erstarrungsreaktionen.

Weitere Beiträge zum Themenfeld Trauma und Traumaintegration

4 Kommentare

  1. Sylvia Tornau 15. Februar 2024 um 19:07 Uhr

    Liebe Marianne, vielen Dank für deine Offenheit über deine Erfahrungen und deine beiden Lieblingsbegriffe. TCH freies CBD habe ich auch schon benutzt, um innerlich ruhiger zu werden. Und ja, ich hoffe, dass dieses Glossar für viele hilfreich sein kann. Liebe Grüße Sylvia

  2. Sylvia Tornau 15. Februar 2024 um 19:02 Uhr

    Liebe Andrea, herzlichen Dank für die Verlinkung. Glimmer wird ergänzt :-). Liebe Grüße Sylvia

  3. Marianne Kewitsch 15. Februar 2024 um 09:58 Uhr

    Hallo Sylvia
    Dein Glossar ist sehr gut! Es kann Menschen wirklich helfen, sich selbst besser zu verstehen. Zu begreifen, warum es ihnen gerade so oder so aussieht. Ich selbst weiß sehr gut, was Traumata alles mit uns machen können. Und meine Lieblingsbegriffe im Glossar waren sofort die Homöostase und die Resilienz. Wenn wir durch viel Auflösung einmal dort angelangt sind und zumindest zeitweise Homöostase erfahren dürfen ist das so ein entspannender Friede. Ich helfe mir da gerne mir TCH freiem CBD. Und wenn wir alles daran setzen, unsere Resilienz zu stärken, sind wir fähig, die auf und abs im Leben zu bewältigen. Danke für deine Arbeit, sicher kannst du noch vielen Menschen helfen! Bei mir war vor vielen Jahren meine erste systemische Familienaufstellung ein Punkt zur Wende. Plötzlich und endlich konnte ich begreifen, warum ich so ticke, wie ich ticke. Und dein Glossar kann genau das auch anstossen in Lesern. Liebe Grüße Marianne

  4. Andrea Beerbaum 15. Februar 2024 um 07:36 Uhr

    Liebe Sylvia,

    das ist klasse! Dein Blogbeitrag kommt in meine Linklistenempfehlung für meine angehenden Heilpraktiker:innen für Psychotherapie. Das Thema und vor allem begriffliche Erklärungen kommen leider in der Ausbildung gerade in puncto Trauma & Heilung zu kurz. Danke dir für diesen genialen Beitrag liebe Sylvia. Und ich habe tatsächlich eine Ergängungsidee für „G“ Glimmer, das Wort höre ich im Traumkontext immer wieder als Pendant zu Trigger. Magst du aufklären?

    Herzliche Grüße

    Andrea

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Hallo, ich bin Sylvia

systemische Therapeutin, Trauma-Coach und Bloggerin. Seit über 20 Jahren arbeite ich mit Paaren, Familien und Einzelpersonen daran, negative Kindheitsprägungen und frühe Traumata zu lösen und ein Leben voller Selbstvertrauen, inneren Frieden und emotionaler Stabilität zu führen.
Für ein erfülltes Leben in Verbundenheit.

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